Bei Autoneum in Sevelen läuft's gut

Der Automobilzulieferer Autoneum weist für 2018 eine deutlich tiefere Profitabilität aus. Das Werk Sevelen steigerte den Umsatz und wuchs profitabel.

Thomas Schwizer
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2019 sind im Werk Sevelen Investitionen in die Automatisierung geplant. (Bild: Thomas Schwizer, 31.10.2017)

2019 sind im Werk Sevelen Investitionen in die Automatisierung geplant. (Bild: Thomas Schwizer, 31.10.2017)

Vor allem wegen operativer Probleme in Nordamerika ist das Ergebnis auf Stufe Ebit um knapp 37 % auf 114,1 Millionen Franken eingebrochen. Der Umsatz stieg um 3,4 % auf 2,28 Milliarden. Für das erste Halbjahr 2019 erwartet Autoneum bei stagnierendem Umsatz gar rote Zahlen.

Dank Gegenmassnahmen soll es 2020 «substanzielle» Ergebnisverbesserungen geben und 2021 wieder ein gesundes Profitabilitätsniveau erreicht werden.

Stete Optimierungen im Werk Sevelen

Besser sieht es auf dem europäischen Markt aus. In Europa stieg der Umsatz 2018 um 7,7 Prozent und es ist nun für Autoneum die umsatzstärkste Region.

Im einzigen Schweizer Werk in Sevelen konnte deshalb der Umsatz gesteigert werden. Dazu beigetragen hat vor allem die Produktion von Komponenten für neue Fahrzeugmodelle deutscher und schwedischer Autohersteller, hält Autoneum auf Anfrage fest.

Die Verbesserung der Profitabilität in Sevelen, wo 340 Mitarbeitende beschäftigt sind, sei das Resultat einer «kontinuierlichen Verbesserung der Fertigungsprozesse und -technologien sowie der Arbeitsabläufe». Auch die Entwicklung des Wechselkurses durch den etwas erstarkten Euro hatte eine positiven Effekt.

2019 wird in die Automatisierung investiert

2018 wurde in Sevelen insbesondere in neue Werkzeuge und Anlageoptimierungen investiert. Für die Energieeffizienz wurde die Umstellung auf LED-Beleuchtung begonnen, was 2019 fortgeführt wird.

Im laufenden Jahr sind Investitionen für die Verbesserung der Prozesse in der Fertigung textiler Unterböden und im Bereich Automatisierung vorgesehen. «Dazu zählt der erstmalige Ersatz eines kollaborativen Roboters in der Produktion von Ersatzradmulden», schreibt Autoneum-Sprecherin Anahid Rickmann.

Keine negativen Brexit-Signale britischer Autohersteller

Insgesamt rechnet Autoneum angesichts des stagnierenden Automobilmarktes, von Handelsstreitigkeiten und geopolitischen Unsicherheiten mit einem schwierigen Geschäftsjahr 2019. Die Auswirkungen für die ganze Branche seien heute nicht genau absehbar.

In Sevelen erwartet man aktuell keinen Verlust von Aufträgen britischer Autohersteller – als Folge des drohenden Brexit. «Im Gegenteil bereitet Sevelen diverse Modellanläufe für neue SUV und Geländewagen britischer Hersteller vor, unabhängig von deren zukünftigen Produktionsstandorten», so Rickmann.

Optimiertes Portfolio für Elektrofahrzeuge

In der Produktion geht der Trend klar zu Produkten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Rickmann betont, Autoneum biete seinen Kunden heute «ein für Elektrofahrzeuge optimiertes Portfolio für das Akustik- und Wärmemanagement» an. Dazu gehören Betteriekapselungen, Teppichsysteme aus Di-Light oder in Sevelen produzierte Unterbodensysteme aus Ultra-Silent.