Menschen auf der Reise ins Vergessen begleiten

Wenn der eigene Körper einen im Stich lässt, ist dies sowohl für Betroffene als auch Angehörige beängstigend. Gezielte Pflege im Wiedenpark ermöglicht ein abwechslungsreiches und würdevolles Altern in Gemeinschaft.

Bianca Helbling
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Stationsleiterin Antje Schönfeld und Heimleiterin Domenika Schnider begrüssten die Gäste. (Bild: Bianca Helbling)

Stationsleiterin Antje Schönfeld und Heimleiterin Domenika Schnider begrüssten die Gäste. (Bild: Bianca Helbling)

Das Haus Wieden in Buchs hat vor zehn Jahren die neue Abteilung Wiedenpark eröffnet, um speziell auf die Bedürfnisse der psychogeriatrisch Erkrankten einzugehen. Die Jubiläumsfeier begann am Freitagabend unter dem Motto «Demenz und Humor» mit Podiumsdiskussion und Referat. Tags darauf folgte der «Tag der offenen Tür». Neben Hausführungen erwarteten die Interessierten auch Informationsstände und themenbezogene Vorträge.

Stationsleiterin Antje Schönfeld erklärte in ihrer Ansprache, dass im Wiedenpark der Mensch und nicht die Krankheit im Vordergrund stehe. «Bei uns frühstückt eine Bewohnerin auch mal im Nachthemd oder benutzt einen Stuhl als Rollator. Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt.»

Ihr zufolge spielt sich das Leben mehrheitlich ausserhalb des Zimmers ab. Die Pflegekräfte animieren die Dementen zu sinnvollen Aktivitäten wie kochen, stricken und singen. Gerade das Gärtnern in den eigenen Hochbeeten ist beliebt, da viele Senioren hier auf Wissen aus früheren Zeiten zurückgreifen können.

Therapiehund ins Herz geschlossen

Einen Höhepunkt stellt jeweils der Besuch von Therapiehund Gharysha dar. Die schneeweisse Hündin agiert als Trostspender und bringt mehr Freude, Leben und Zuneigung ins Haus. Viele Bewohner haben sie und ihre Besitzerin Gerda Thoma ins Herz geschlossen. Auch am Samstag unterhielt das Paar die Besucher mit originellen Spielen.

Aktuell residieren im Wiedenpark 30 permanente Bewohner. Seit rund einem Jahr wird zusätzlich Tages- und Nachtbetreuung angeboten. Somit sind Angehörige entlastet und Betroffene können länger zu Hause im vertrauten Umfeld wohnen bleiben.

Heimleiterin Domenika Schnider hat jedoch eine grössere Nachfrage erwartet. Das Angebot wird nicht rege genutzt, momentan gehen zwei temporäre Bewohner ein und aus.