Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Theater dauerten bis zu vier Stunden: Beginn einer dörflichen Tradition in Grabs

Als Volksstücke noch den Hauptteil von Unterhaltungsabenden in Grabs ausmachten.
Hansruedi Rohrer
Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».
Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».
Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».
Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».
Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».
Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».Notizen von Hans Segenreich auf einer Seite im Textbuch «Die Schicksalsmühle».
6 Bilder

Beginn einer dörflichen Theater-Tradition

In den 1960er-Jahren luden der Frauen- und Töchterchor Werdenberg- Grabs und der Männerchor Grabs jährlich zum Unterhaltungsabend in den Saal des Restaurants Mühle ein. Der gesangliche, erste Teil des Abends hielt sich jeweils eher kurz mit nur wenig Liedern. Im zweiten Teil folgte das Theater. Dieses dauerte dann etwas länger, nämlich bis zu vier Stunden. Die Schauspieler stammten aus den Reihen des Männer- und des Frauen- und Töchterchors Grabs. Die Spielgruppe stand unter der Leitung des Grabser Drogisten Hans Segenreich. Mit viel Engagement und Akribie ging er ans Werk, um als Regisseur für das Dorf eine Theatergruppe aufzubauen.

Vor 55 Jahren schrieb der W&O in einer kurzen Rezension über das Volksstück «Die Schicksalsmühle» der Unterhaltungsabende vom 25. und 26. Januar sowie 1. und 8. Februar 1964: «Die Leistungen der Spielgruppe, die wie letztes Jahr unter der Leitung von Hans Segenreich steht, sind in diesem Jahr bedeutend ausgeglichener. Die Erfahrung wirkt sich vorteilhaft aus, und es wäre zu wünschen, dass diese fähige Gruppe mit ihrem Leiter in unserm Dorfe eine solide Theater-Tradition aufbauen würde. Der Verfasser des Stückes, welcher der Aufführung selber beiwohnte, sprach sich über die Darstellung sehr befriedigt aus; ein besseres Lob können sich Schauspieler und Regisseur kaum wünschen.»

Schauspieler übten weit über 100 Stunden

Bei der «Schicksalsmühle» handelte es sich um ein Volksstück in vier Aufzügen von Rudolf Balzer, Maienfeld. Die Geschichte spielte in den Jahren 1918 und 1919 in einem Dörfchen in den Bündnerbergen und zeigte die Freuden und Leiden dreier Familien. Die Spieldauer betrug rund vier Stunden. Im Programmblatt erwähnte die Spielergruppe dazu: «Seit letzten Oktober sind wir eifrig an der Arbeit, um Ihnen das Stück, in seinen nicht immer leichten Rollen, bühnenreif und lebenswahr zur Aufführung zu bringen.»

«In weit über 100 Stunden eifrigen Übens haben wir uns die Mühe genommen, die ‹Schicksalsmühle› zu einem Erlebnis werden zu lassen.»

Die Eintrittspreise betrugen für einen reservierten Platz Fr. 3.80, für den Saalplatz Fr. 2.80 und für Kinder 50 Rappen. Ein Saalabzeichen war obligatorisch.

Stück nach einem Berner Radio-Hörspiel

Im Jahre 1966 gelangte «Au Mensche müen ryf werde», nach dem gleichnamigen Berner Radio-Hörspiel, zur Aufführung. Das Stück gehörte zum besten, was der bekannte Volksstück-Autor Jakob Stebler je geschrieben hatte. Das Geschehen behandelte die seelischen Konflikte eines durch einen Autounfall gelähmten Mädchens und deren Eltern und Bekannten. Dieses Stück mit ernstem Thema war auch für die Theatergruppe Grabs entsprechend anspruchsvoll. Vor 50 Jahren, nämlich am 18. und 25. Januar 1969, erfreute nach den Liedervorträgen der genannten Vereine das Lustspiel «s’ neu Stüürgsetz» die Besucher im Mühlesaal in Grabs.

Der Berichterstatter des W&O lobte die Theaterleute am 21. Januar: «Mit dem Lustspiel bewies der langjährige Regisseur Hans Segenreich einmal mehr, dass er eine glückliche Hand hat in der Stückauswahl sowie aber auch der Spieler. Für die Qualität des Spielleiters und der Theaterspieler spricht unter anderem auch, dass dieses Lustspiel zum Beispiel im Herbst auch von einem dramatischen Verein (ausserhalb des Kantons) gespielt wurde, gesamthaft aber nicht so restlos zu gefallen wusste, wie es bei den Grabser Spielern der Fall war. Es wäre nicht gerecht, wenn man den einen oder andern Spieler hervorheben würde. Alle haben sie ein aufrichtiges Kompliment verdient, der Regisseur wie auch die Spieler.»

Für viele Einheimische waren diese Unterhaltungsanlässe mit der Zeit zu einem gerne erhofften Grabserabend geworden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.