Beat Tinner ist seit 100 Tagen im neuen Amt und spricht über seine Herausforderungen

Anlässlich der ersten 100 Tage als Regierungsrat und Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes hat Beat Tinner (Wartau) am Mittwoch im Hudelmoos bei Muolen eines der aufwendigsten Biodiversitätsprojekte des Kantons St.Gallen offiziell lanciert. Rund 900 Biotope sollen in den kommenden Jahren saniert werden. Daneben hat er ein erstes Resumé über seinen Einstieg in das neue Amt gezogen, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei.

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Viele neue Projekte vor Augen: Der Wartauer Regierungsrat Beat Tinner.

Viele neue Projekte vor Augen: Der Wartauer Regierungsrat Beat Tinner.

Bild:PD

(wo) Am 1. Juni ist Regierungsrat Beat Tinner mit Elan und Freude in sein neues Amt gestartet. Noch am gleichen Tag erfüllte er ein Versprechen aus dem Wahlkampf und besuchte mehrere Gemüsebauern bei der Erdbeerernte. Am Mittwoch stand Beat Tinner nicht auf einem Acker, sondern im Hudelmoos bei Muolen, einem der artenreichsten Gebiete des Kantons. Zwischen Schmetterlingen, Libellen und zirpenden Heuschrecken eröffnete er eines der grössten Aufwertungsprogramme im Bereich Biodiversität, das es je im Kanton gegeben hat. Im Rahmen des Programms sollen sämtliche 894 Biotope von nationaler und regionaler Bedeutung auf St.Galler Boden in einen ökologisch einwandfreien Zustand gebracht werden.

40 bis 50 Millionen Franken für die Sanierung der Biotope

Zu den Biotopen zählen Amphibienlaichgebiete, Trockenwiesen, Auen sowie Hoch- und Flachmoore. Beat Tinner betont, dass nirgendwo die Artenvielfalt grösser sei. Der Sanierungsbedarf der Biotope ist hoch. Berechnungen aufgrund von Studien ergeben einmalige Investitionskosten von 40 bis 50 Mio. Franken. Dieser Betrag soll zu einem bedeutenden Teil durch Fördergelder des Bundes gedeckt werden.

Reduzierung des Rotwilds in der Region Werdenberg

Aus gegebenem Anlass zog Beat Tinner eine erste Bilanz über seine ersten 100 Tage im Amt als Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes. Dominierend war die Bewältigung der Covid-19-Krise, die insbesondere das Amt für Wirtschaft und Arbeit im Bereich Kurzarbeit stark forderte und immer noch fordert. Mit dem Bewerbungsdossier für den Innovationspark Ost konnte er aber auch ein zukunftsgerichtetes Projekt im Zuständigkeitsbereich dieses Amtes voranbringen. Das Bewerbungsdossier ist eingereicht und die dazugehörige Kreditbotschaft an den Kantonsrat liegt vor. Beat Tinner ist zuversichtlich, beide Geschäfte in den kommenden sechs Monaten erfolgreich abschliessen zu können. Die Verbindung der Forschungskompetenz mit dem Unternehmertum steht im Vordergrund, wie das Schaffen neuer Arbeitsplätze dank innovativer Ideen.

Mit Blick voraus sieht er Schwerpunkte für seine Ämter. Dazu gehört auch die Jagdgesetzrevision: Neben dem vom Kantonsrat geforderten Gegenvorschlag zur Initiative «Stopp dem Tierleid» muss das kantonale Jagdgesetz hinsichtlich der Frage der Reviervergabe angepasst werden. Ein Ziel ist auch die Reduzierung des Rotwildbestandes im Werdenberg, heisst es in der Mitteilung weiter.