Ja zum 7-Millionen-Kredit: Wird das Industrieareal im Ochsensand gekauft, soll dort eine neue KVA Buchs gebaut werden

Der Vorstand des Vereins für Abfallentsorgung Buchs wird ermächtigt, das Areal der ehemaligen Chemiefabrik Acima zu kaufen. Dies hat die ausserordentliche Delegiertenversammlung am Donnerstagabend beschlossen.

Heini Schwendener
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Das Firmengelände des ehemaligen Chemieunternehmens Acima im Ochsensand soll für 7,3 Millionen Franken gekauft werden.

Das Firmengelände des ehemaligen Chemieunternehmens Acima im Ochsensand soll für 7,3 Millionen Franken gekauft werden.

Bild: Heini Schwendener

Eine Kehrichtverwertungsanlage (KVA) ist ein systemrelevanter Betrieb, der nie stillstehen darf. Wenn also die Anlage erneuert oder erweitert wird, braucht es eine akribische Planung. Dies gilt erst recht, wenn eine KVA komplett erneuert werden muss. Laut den Verantwortlichen des Vereins für Abfallentsorgung (VfA), der die KVA Buchs betreibt, wird dies in 15 bis 20 Jahren der Fall sein.

Am Donnerstagabend haben die VfA-Delegierten der 42 Mitgliedergemeinden an einer ausserordentlichen DV in Sargans dem Vorstand die Kompetenz erteilt, das Gelände der ehemaligen Chemiefabrik Acima in Buchs zu erwerben. Das Kreditvolumen beläuft sich auf 7,2 Millionen Franken. Auf diesem Areal (57128 Quadratmeter) im Ochsensand soll in etwa 10 bis 15 Jahren eine neue KVA gebaut werden. Das bestehende KVA-Gelände ist dafür zu klein. Eine neue Kehrichtverwertungsanlage dürfte etwa 300 Millionen Franken kosten.

Langfristig Zukunft des VfA an optimalem Standort sichern

Guido Germann, Präsident des Vereins für Abfallentsorgung (VfA).

Guido Germann, Präsident des Vereins für Abfallentsorgung (VfA).

Bild: Heini Schwendener

VfA-Präsident Guido Germann zeigte sich erfreut über den klaren Entscheid der Versammlung, stimmte doch nur ein Delegierter gegen den Kreditantrag. Er sagte:

«Sie haben einen weitsichtigen Entscheid gefällt, der die langfristige Zukunft der KVA an einem optimalen Standort sichert.»

Guido Germann bedankte sich auch für das Vertrauen der Delegierten in den Vorstand. Denn einige wichtige offene Fragen stehen in der Tat noch im Raum.

Vor allem, weil das Gelände der ehemaligen Chemiefabrik im Kataster der belasteten Standorte aufgeführt ist. Kritische Stimmen der Grabser Delegierten bemängelten, dass diesbezüglich noch nicht alle Abklärungen abgeschlossen seien. Darum dürfe man sich von der Verkäuferin, einem Unternehmen der DuPont-Gruppe, nicht unter Zeitdruck setzen lassen.

Notfalls wird die Reissleine gezogen

Germann versicherte, die Aklärungen des kantonalen AfU sowie auch Fachgutachten, die der VfA in Auftrag gegeben habe, würden darauf hindeuten, dass die Risiken dieser Altlasten kalkulierbar seien. Sollten jedoch die in den nächsten Tagen abgeschlossenen Beurteilungen doch doch zu einem anderen Schluss kommen, würde der VfA-Vorstand natürlich die Reissleine ziehen und vom Kauf des Areals absehen.

Auch Vorbehalten wegen des befürchteten Mehrverkehrs beim Knoten Haag konnte der VfA-Präsident mit Zahlen und folgender Versicherung entkräften: «Die zusätzliche Verkehrsbelastung ist vernachlässigbar, denn sie liegt im Promillebereich.»

Die ausserordentliche DV wählte Niklaus Lippuner, Gemeindepräsident von Grabs, neu in den Vereinsvorstand. Er wird Nachfolger von Beat Tinner.