Schülerhorte und Kindertagesstätten leisten im Werdenberg Aussergewöhnliches

Die Kindertagesstätten tun alles dafür, den Kindern Ruhe zu vermitteln.

Katharina Rutz
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Auch die Kinder in den Kindertagesstätten der Region spielen nur noch in kleinen Gruppen.

Auch die Kinder in den Kindertagesstätten der Region spielen nur noch in kleinen Gruppen.

Bild: Pius Amrein

Die Kindertagesstätten sind mit den verschiedenen vom Bund verhängten Massnahmen auf Grund der Corona-Pandemie vor einige Herausforderungen gestellt. So ist es nicht nur schwierig, bei den ganz kleinen Kindern die geforderte Distanz einzufordern. Hinzu kommt auch, dass sich die Gruppenzusammenstellung in den Kindertagesstätten verändert hat. Die Schülerhorte haben ausserdem auf Ganztagesbetreuung umgestellt. «Es ist für alle Beteiligten eine aussergewöhnliche und herausfordernde Situation», sagt beispielsweise Petra Vetsch, Schulratspräsidentin der Schule Sevelen.

In den drei befragten Organisationen Kinderbetreuung Grabs-Gams-Sennwald, Kindertagesstätten Kitawas und Kinderbetreuung Gadretsch Sevelen werden tendenziell weniger Kinder betreut als sonst. Dies bringt für die Kindertagesstätten neben organisatorischen auch finanzielle Schwierigkeiten mit sich.

«Die Kindertagesstätten und Schülerhorte sind geöffnet und stehen für Betreuung zur Verfügung», schreibt Rita Zäch, Geschäftsleiterin Kinderbetreuung Grabs-Gams-Sennwald (GGS) an die Eltern. Kurz und klar sind in diesem Elternbrief auch die Massnahmen erläutert, was den Eltern Sicherheit vermittelt.

Es heisst beispielsweise: «Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlenen Hygienemassnahmen werden konsequent umgesetzt. Das Team verbringt mit den Kindern viel Zeit im Freien auf dem eigenen Spielplatz. Mitarbeitende beobachten ihren Gesundheitszustand und den der Kinder besonders gut. Jedem Kind werden nach dem Bringen die Hände mit Seife gewaschen oder es wird dabei unterstützt, seine Hände korrekt zu waschen. Der Handpflege wird Beachtung geschenkt und neuralgische Punkte mehrmals täglich desinfiziert, z.B. Türgriffe.» Und:

«Unsere Mitarbeitenden bewahren Ruhe und vermitteln den Kindern die entsprechende Sicherheit.»

Nur noch in kleinen Gruppen zusammen

Bei den Kindertagesstätten Kitawas, zu denen auch diejenige der Gemeinde Wartau gehört, wird ebenfalls schon länger auf die Hygiene geachtet. «Zudem spielen die Kinder nur noch in kleinen Gruppen zusammen», ergänzt Gabriel Dinner, Geschäftsführer von Kitawas.

Auch in Sevelen werden entsprechende Massnahmen umgesetzt. Ausserdem dürfen die Eltern dort nur noch in die Garderobe, der Kita-Bereich ist laut Petra Vetsch, Schulratspräsidentin von Sevelen, für die Eltern gesperrt. «Holen viele Eltern zur gleichen Zeit ihre Kinder ab, so fordern wir sie auf, draussen und mit gebührendem Abstand zu warten», sagt Petra Vetsch. Allerdings gibt es bei der Umsetzung der BAG-Massnahmen auch Grenzen: «Je jünger die Kinder sind, desto weniger Massnahmen können umgesetzt werden: Social Distancing bei Babys anzuwenden oder einzufordern ist nicht möglich», betont die Schulratspräsidentin.

Die Kinderzahlen sind in den drei befragten Kitas zum Teil merklich zurückgegangen. Petra Vetsch sagt:

«Letzte Woche waren es noch rund 50 Prozent. Ab nächster Woche rechnen wir mit rund 20 Prozent.»

Die Kinderbetreuung Gadretsch habe denn auch vom Normalbetrieb auf Notbetreuung umgestellt. «Eltern, welche vorläufig auf einen Kita-Platz verzichten konnten, weil sie die Betreuung im privaten Umfeld gewährleisten können, haben dies zu Gunsten von Eltern, die eine Notbetreuung brauchen, getan», sagt Petra Vetsch. Dies ist auch in den anderen Kitas ähnlich.

Die Kindertagesstätten sind gerade für Alleinerziehende oder das Gesundheitspersonal immens wichtig. «Es werden zahlreiche Kinder von Mitarbeitenden der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland betreut», sagt Rita Zäch von der Kinderbetreuung GGS.

Auch finanziell eine Herausforderung

Die Finanzierung einer solchen «Notbetreuung» ist für die Organisationen nicht einfach. Das Dilemma besteht darin, den Eltern nicht genutzte Betreuungsplätze verrechnen zu müssen, um die Kosten zu decken. Einige Gemeinden haben ihre Unterstützung zugesichert. Einigen Schülerhorts und Kindertagesstätten ist es möglich, ungenutzte Leistungen nicht oder zu 50 Prozent zu verrechnen.