Auslastung im Hallenbad Flös durch Schulklassen ist am Anschlag – Klassen aus anderen Gemeinden der Region finden immer weniger Platz

Weil der Eigenbedarf der Schule Buchs wegen zusätzlicher Schulklassen steigt, erhalten «Gast-Schulklassen» immer weniger Schwimmzeiten im Hallenbad Flös. In wenigen Jahren werden diese hier wohl keinen Platz mehr finden.

Thomas Schwizer
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Während der aktuellen Sportferien ist ausnahmsweise auch tagsüber viel Platz im Hallenbad Flös vorhanden.

Während der aktuellen Sportferien ist ausnahmsweise auch tagsüber viel Platz im Hallenbad Flös vorhanden.

Bild: Heini Schwendener

Nach dem, mit wirtschaftlichen und ökologischen Argumenten begründeten, Verzicht des Gemeinderates Grabs, künftig das Hallenbad Lukashaus zu betreiben, hat sich ein Forum Hallenbad Lukashaus gebildet. Es bezweckt gemäss eigener Darlegung «eine seriöse und ergebnisoffene Prüfung und generelle Darlegung der Thematik Hallenbad in der Gemeinde Grabs und in der Region Werdenberg».

Seit Mitte 2015 verzichtet die Schule Grabs auf die Nutzung des Hallenbades Lukashaus und führt das Schulschwimmen in den Hallenbädern Flös und Eschen durch. Dieses Nein gibt nun, auch im Zusammenhang mit den immer knapperen Schwimmzeiten für auswärtige Schulen im Hallenbad Flös, zu reden.

Der Gemeinderat Grabs verzichtet auf eine Übernahme und Sanierung des Hallenbades im Lukashaus.

Der Gemeinderat Grabs verzichtet auf eine Übernahme und Sanierung des Hallenbades im Lukashaus.

Bild: Thomas Schwizer

Auf der Facebook-Seite des Forums wird festgehalten, dass die Stadt Buchs künftig die Nutzungszeiten für Schulklassen aus anderen Gemeinden reduzieren werde.

Der Eigenbedarf der Schule Buchs steigt weiter an

Die Buchser Schulratspräsidentin und Vize-Stadtpräsidentin Katrin Frick bestätigt auf Anfrage des W&O, dass dies zu erwarten sei. «Unser Eigenbedarf steigt.» In Buchs müssten wegen steigender Schülerzahlen jedes Jahr zusätzliche Schulklassen gebildet werden. Für sie muss ein Zeitfenster im gemeindeeigenen Hallenbad Flös geschaffen werden.

Dass die Schule Buchs Vorrang hat vor Klassen aus anderen Gemeinden der Region, liegt nahe, denn die Stadt ist die Trägerin des Hallenbades. Die Schulpräsidien der Region wüssten, dass die Schule Buchs in erster Priorität ihre eigenen Belegungszeiten festsetze und deshalb die Schwimmzeiten für die anderen Schulen immer nur für ein Schuljahr freigeben könne, sagt Frick.

Schriftlich teilt die Stadt mit: «Die Gemeinden, welche derzeit das Hallenbad Flös für den Schwimmunterricht nutzten, wurden darüber informiert, dass perspektivisch aufgrund der Auslastungszahlen keine Schwimmzeiten mehr zur Verfügung stehen.».

Bereits in wenigen Jahren kein Platz mehr für auswärtige Klassen

Auch der prall gefüllte Belegungsplan des Hallenbades Flös zeigt es: Die Kapazitäten für das Schulschwimmen sind offensichtlich ausgeschöpft. Neben der Schule Buchs führen auch die Schulen Grabs, Gams und Sennwald hier mit einigen Klassen Schwimmunterricht durch.

Ab wann müssen auswärtige Schulen damit rechnen, dass sie das Hallenbad Flös nicht mehr für Schwimmstunden nutzen können? Dazu schreibt die Stadt Buchs: «Aufgrund der zunehmenden Schülerzahlen muss davon ausgegangen werden, dass der Zusatzbedarf der Schule Buchs dazu führt, dass anderen Gemeinden bereits in wenigen Jahren keine Schwimmflächen mehr zur Verfügung gestellt werden können.».

Die Entwicklung der Schwimmzeiten im Hallenbad Flös für die Schulen der Region Werdenberg ist ein Thema an der Konferenz der Werdenberger Schulratspräsidentinnen und -präsidenten vom 14. Februar, wie Katrin Frick bestätigt.

Grabser Schulratspräsident: Lehrziele sind zu erreichen

Der Grabser Schulratspräsident André Fernandez wartet auf offizielle Informationen der Buchser Schulratspräsidentin an dieser Konferenz. Besonders wichtig ist für ihn, in welchem Umfang allenfalls die Schwimmzeiten der Schule Grabs im Flös gekürzt werden.

Gemäss Fernandez formuliert der Lehrplan 21 Ziele für die «Bewegung im Wasser». Nicht als Vorschrift, sondern als Empfehlung sei im Lehrplan formuliert, dass dies am Besten mit regelmässigem Schwimmunterricht geschehe. Wo das nicht möglich sei, zum Beispiel, wenn kein Hallenbad zur Verfügung steht, soll sich die Schule bemühen, das Lehrziel auf anderen Wegen zu erreichen.

Künftiger Bedarf soll auf regionaler Ebene klärt werden

Regelmässigen Schwimmunterricht erachtet André Fernandez persönlich als die beste Variante, um die Ziele im Lehrplan 21 zu erreichen, wie er auf Anfrage des W&O sagt.

Der Schulratspräsident beschreibt das Ziel der Schule Grabs wie folgt: Im Sinne der Sicherheit sollen alle Kinder in der Schule das Schwimmen lernen können Das Erreichen des Ziels wird mit dem Wasser-Sicherheitscheck (WSC) in der 3. Primarklasse bzw. spätestens in der 4.Klasse überprüft.

Auch Schule Gams nimmt Abklärungen vor

Wenn die angekündigte Kürzung der Grabser Schwimmzeiten im Hallenbad Flös einen negativen Einfluss auf das Lehrziel hat, dann strebt André Fernandez an, auf regionaler Ebene den künftigen Bedarf abzuklären. Wer weiss: Vielleicht könnte daraus eine gemeinsame Lösung für zusätzliche Wasserzeiten, sprich ein regionales Hallenbad, hervorgehen.

Auch die Schule Gams führt Schwimmunterricht im Hallenbad Flös in Buchs durch. Man sei informiert, dass es im Flös Engpässe geben könnte und nehme entsprechende Abklärungen für die Zukunft vor, hiess es am Mittwoch bei der Schulverwaltung Gams auf Anfrage des W&O.

Infoabend des Forum Hallenbad Grabs

Nach dem negativen Entscheid des Gemeinderates Grabs betreffend Übernahme des Hallenbades Lukashaus hat sich ein Forum Hallenbad Grabs gebildet, dessen Sprecher Christian Lippuner ist. Er ist auch Stiftungsrat der Lukashaus-Stiftung. Das Forum richtet gemäss eigener Darstellung «den Blick nach vorne» und bezeichnet sich als politisch unabhängig.

Am Donnerstag, 13.Februar, um 18.30 Uhr führt das Forum im Lukashaus einen Informations- und Diskussionsanlass durch. Es hat folgende Themenbereiche formuliert, die besprochen werden sollen: Ausgangslage Wasserzeiten in der Region Werdenberg; Bedarf an Wasserzeiten; kurz-, mittel- und langfristige Optik; Faktor Standortattraktivität; Beispiele aus anderen Gemeinden und Regionen. Alle Interessierten sind zur Teilnahme und zum Mitdiskutieren eingeladen.