Ausgebucht: Ansturm auf Jugendtechnikum-Vorlesungen

Am Mittwochnachmittag fand in der NTB in Buchs die erste von drei Vorlesungen im Rahmen des 13. Jugendtechnikums statt. Thomas Rastija stellte Spionage-Gadgets vor.

Corinne Hanselmann
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Die zahlreichen Kinder staunten nicht schlecht, als Referent Thomas Rastija nach der Pause plötzlich Aufnahmen vom Publikum aus nächster Nähe vorführte. Niemand hatte wohl bemerkt, dass der unauffällige schwarze Kugelschreiber auf dem Tisch eben nicht «nur» ein Schreibzeug, sondern auch eine Minikamera ist.

«Es geht sehr schnell, dass man gefilmt wird, ohne dass man es merkt.»

Er zeigte, wie er mit einer Drohne von aussen durchs Fenster in ein NTB-Zimmer «schauen» kann. Auf Interesse stiessen auch die Roboter-Insekten, auf die man eine Minikamera montieren kann. In Krisengebieten werden sie für verschiedenste Zwecke eingesetzt.

Viele Kinder belagerten Thomas Rastija (links) auch nach der Vorlesung und wollten das Spionage-Werkzeug von Nahem sehen.

Viele Kinder belagerten Thomas Rastija (links) auch nach der Vorlesung und wollten das Spionage-Werkzeug von Nahem sehen.

Geheime Botschaften

Thomas Rastija, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB) arbeitet und Projektleiter Nachwuchsförderung ist, war zuvor über Kryptografie und Steganografie ins Thema «Spionage – Die Werkzeuge von James Bond und Co.» eingestiegen. Er führte vor, wie man mit Zitronensaft unsichtbare Botschaften übermitteln kann und erklärte, wie man geheime Informationen in einer Bilddatei verstecken kann.

USB-Sticks können Schaden anrichten

Ebenfalls ein Thema waren Hacker-Angriffe. Der Referent führte an seinem Laptop vor, was passieren kann, wenn ein vermeintlich normaler USB-Stick sich als Tastatur ausgibt und sofort ein Skript ausführt, welches auf dem Computer unter Umständen grossen Schaden anrichten kann. Er warnte davor, USB-Sticks, die man beispielsweise am Boden findet, einfach in seinen Computer einzustecken.

«Ich wusste nicht, dass es so viele Techniken gibt, um eine Nachricht zu verschlüsseln und dass es so einfach geht, indem man einfach den nächsten Buchstaben aus dem Alphabet nimmt», sagte Zuhörer Leandro nach der Vorlesung. «Und ich finde es spannend, dass man ausspioniert werden kann, ohne dass man etwas davon merkt», so Nicolàs. Die beiden Zehnjährigen haben sich für alle drei Vorlesungen des diesjährigen Jugendtechnikums angemeldet. Den zwölfjährigen Oliver faszinierten vor allem die Spionagegeräte in «Käferli»-Form.

So voll wie bei der Jugendtechnikum-Vorlesung vom Mittwoch ist der NTB-Hörsaal wohl selten. (Bilder: Corinne Hanselmann)

So voll wie bei der Jugendtechnikum-Vorlesung vom Mittwoch ist der NTB-Hörsaal wohl selten. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Die weiteren Vorlesungen sind schon ausgebucht

Der Grossteil der Zuhörer im NTB-Hörsaal war zwischen 9 und 14 Jahren alt. Da und dort sah man auch Eltern sitzen. Sogar die Treppe wurde als Sitzgelegenheit genutzt, denn das Jugendtechnikum stösst in diesem Jahr auf ein riesiges Echo. «Wir haben total 600 Anmeldungen erhalten für die drei Vorlesungen und sind damit ausgebucht», sagt Jürg Mäder, Schulleiter der Scuola Vivante, die das Jugendtechnikum in Zusammenarbeit mit der NTB organisiert.

«Das Thema Spionage, Kriminalistik und Forensik aus Sicht der Elektrotechnik, Mathematik und Mikrotechnik zieht offensichtlich an. Es hat sich sogar ein Privatdetektiv in Ausbildung angemeldet.»

Hinweis
Am 12. und 19. Juni finden zwei weitere Jugendtechnikum-Vorlesungen an der NTB statt, die jedoch bereits ausgebucht sind. Es wird eine Warteliste geführt: info@scuolavivante.ch.