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Ausbildungschef der Armee in Buchs: «unbezahlbare Erfahrung» für das Wirtschaftsleben

Über 70 Interessierte fanden sich kürzlich in der Aula des BZB ein, gespannt auf die Ausführungen des Ausbildungschefs der Armee, Korpskommandant Daniel Baumgartner zum Thema «Ausbildung in der Armee – Chancen und Herausforderungen».
Korpskommandant Daniel Baumgartner: Der Ausbildungschef der Schweizer Armee sprach im BZB über Chancen und Herausforderungen in Bezug auf die Ausbildung in der Armee. (Bild: PD)

Korpskommandant Daniel Baumgartner: Der Ausbildungschef der Schweizer Armee sprach im BZB über Chancen und Herausforderungen in Bezug auf die Ausbildung in der Armee. (Bild: PD)

(pd) «Kurz und knackig informiert die Feierabendveranstaltung zweimal jährlich zu Themen der Berufsbildung», so Peter Keller-Giger, Leiter Grundbildung des Berufs- und Weiterbildungszentrums Buchs (BZB), einleitend. Kürzlich referierte hier der Ausbildungschef der Armee, Korpskommandant Daniel Baumgartner.

Ziel der militärischen Ausbildung und Erziehung sei die Fähigkeit zur Auftragserfüllung im Krieg und in anderen Krisensituationen, auch unter Einsatz des Lebens.

Und dieser Punkt ist für Baumgartner denn auch der Wichtigste.

«Der Einsatz des Lebens ist der höchste Solidaritätsbeitrag, den man fordern kann»

hält er fest und gibt Beispiele: Die Soldaten am WEF in Davos hätten den Marschbefehl erhalten, seien aber nicht gefragt worden, ob sie möchten oder nicht. Rekruten seien in Bondo im Einsatz gewesen. Auch sie seien nicht gefragt worden, ob sie am Freitagabend noch nach Bondo möchten, und auch die Eltern seien nicht gefragt worden, ob sie das Leben ihrer Kinder aufs Spiel setzen möchten oder nicht.

Vereinbarkeit von Studium und Militärdienst

Die Armee hat Abmachungen mit Universitäten getroffen, um die Vereinbarkeit von Militärdienst und Studium zu ermöglichen, etwa durch frühere Entlassung aus der Rekrutenschule (RS), damit das Studium rechtzeitig angetreten werden kann. Auch in Bezug auf die Berufsschule ist der Ablauf der Sommer- und Winter-RS so angepasst, dass die jungen Erwachsenen Militär und Ausbildung vereinbaren können.

Investiert in die Zukunft habe die Armee auch dadurch, dass für Kaderleute eine Gutschrift ausgezahlt werde, die für zivile Aus- und Weiterbildung verwendet werden könne, und dadurch, dass in vielen Ausbildungen im Dienst erworbene Fähigkeiten angerechnet würden.

Von Kulturschock und Kameradschaft

Oft würden die Militärdienstleistenden heutzutage in der Öffentlichkeit als Softies bezeichnet, erklärte Baumgartner. Er hingegen setzt auf «eine intensive, effiziente und auf erfolgreiche Armee-Einsätze ausgerichtete Ausbildung», in der Disziplin, korrektes Auftreten sowie Ordnung selbstverständlich seien.

«Der Beginn der Rekrutenschule ist deshalb für viele ein Kulturschock», so Baumgartner. Es gehe raus aus dem Kinderzimmer mit TV und rein in die Massenunterkunft. Am Anfang der RS stünde deshalb bewusst eine Eingewöhnungsphase. Baumgartner fordert eine Armee-Ausbildung, die durch ein Kader geführt werde, «das auf höchstem Niveau geschult ist und einen positiven Umgangston fördert».

Auch hier ein Verweis Baumgartners auf die Wirtschaft:

«Als Kompaniekommandant formt man
200 Leute, die drei Sprachen sprechen, während 18 Wochen zu einer Einheit – das ist eine unbezahlbare Erfahrung.»

Das Ausbildungssystem der Armee bestehe aus Theorie und Praxis, wobei in der Praxis bereits Verantwortung übernommen wird. Im Militär dürfe man ausserdem Fehler machen und daraus lernen. «Ein Klassiker dabei ist es, den Auftrag zu vergessen», so Baumgartner schmunzelnd. In der Wirtschaft passiere das dann nie mehr. So hätten die Unternehmen dank der militärischen Praxisausbildung junge Mitarbeiter, die Fehler nicht auf Kosten der Firma machen müssen.

In der Armee herrscht Gleichberechtigung

Eine Herausforderung sei es, die Jungen überhaupt zu informieren, was Militärdienst heutzutage bedeute. Die Sendung «Mona mittendrin» im Schweizer Fernsehen habe einen guten Eindruck vermittelt, was Kameradschaft heisse, auch wenn Klischeebilder gezeigt worden seien.

Bezüglich Frauen in der Armee herrsche übrigens 100-prozentige Gleichberechtigung. «Frauen sind das grösste noch nicht ausgeschöpfte Führungspersonal», sagt Baumgartner und bezieht das sowohl aufs Militär als auch auf die Politik oder Wirtschaft. Es habe der Armee nicht Besseres passieren können, als dass mit Bundesrätin Viola Amherd nun eine Frau an der Spitze stehe.

«Erfolg beginnt bei uns selber und es geht dabei immer um Leidenschaft»

stellte Baumgartner abschliessend fest. Und das brauche Menschen, die füreinander einstünden, sowie Mut, Begeisterung und Ausdauer. Und die eigene Ausdauer – zumindest auf körperlicher Ebene – testen kann man mit der von Baumgartner vorgestellten App «ready #teamarmee».

Viel Applaus gab es zum Schluss für den Referenten, der es bestens verstanden hat, den Zuhörern lebendig und mit einer sympathischen Prise Humor aus seinem Alltag als Ausbildungschef der Armee zu berichten.

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