Aus Sozialjahr in Sargans wird Vorlehre am BZB in Buchs

Mit dem neuen Schuljahr übernimmt der Kanton das Sarganserländer Sozialjahr (SSJ). Zuständig dafür ist das Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs (BZB).

Jerry Gadient
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Anstelle des Sarganserländer Sozialjahrs wird neu am BZB Buchs (Bild) die vom Kanton verantwortete Vorlehre als Mix aus Schule und Praxis angeboten. (Bild: PD)

Anstelle des Sarganserländer Sozialjahrs wird neu am BZB Buchs (Bild) die vom Kanton verantwortete Vorlehre als Mix aus Schule und Praxis angeboten. (Bild: PD)

Das Interesse an der Informationsveranstaltung zu den kantonalen Brückenangeboten in der Aula des Oberstufenzentrums in Sargans war gross, sowohl seitens von Eltern wie auch von Jugendlichen.

Im Mittelpunkt standen die Ausführungen von Martin Good zu den beiden Hauptangeboten, dem Berufsvorbereitungsjahr und der Vorlehre. Beides richtet sich an Jugendliche, die nach Absolvierung der Volksschule noch keine Lehrstelle gefunden haben.

Berufsvorbereitungsjahr als Vollzeitangebot

Das Berufsvorbereitungsjahr ist ein schulisches Vollzeitangebot, mit dem die Jugendlichen gezielt auf die Berufswelt vorbereitet werden. Sie erhalten Unterstützung bei Fragen der Berufswahl und Hilfe zur Behebung von schulischen Defiziten.

Wichtig sind weiter Strategien in der Persönlichkeitsentwicklung, man nenne es deshalb auch das «Reifejahr», führte Good aus. Die Anmeldefrist dazu ist bereits Ende dieses Monats.

Voerlehre: nicht mehr blockweise, sondern wöchentlich

Bei der Vorlehre wird ein Schultag kombiniert mit vier Tagen Praktikum in einem Betrieb. Zu diesen Angeboten gehört auch die Nachfolgerin des ehemaligen Sarganserländer Sozialjahres (SSJ). Das bis im letzten Jahr vom Verein SSJ auf privater Basis geführte Angebot wurde auf Antrag des Vereins vom Kanton übernommen und zügelt vom Sarganser Broderhaus ins BZB.

Ursprünglich habe man das SSJ-Konzept 1:1 übernehmen wollen, führte Good aus. Doch im Herbst habe man entschieden, das Angebot in eine Vorlehre gesundheitlich-sozialer Richtung umzuwandeln, «damit keine Gesetzesänderung notwendig wird». Daraus ergibt sich als wesentliche Änderung, dass die Kombination von Praktikum und Schule nicht mehr blockweise, sondern im wöchentlichen Rhythmus erfolgt.

Schule und Praxis sind verbunden

Die Jugendlichen besuchen im ersten Halbjahr an zwei Wochentagen (an einem im Rheinhof in Salez) die Schule, im zweiten Halbjahr dann noch an einem Tag die Schule am BZB. Allgemeinbildende Fächer wie Mathematik und Deutsch absolvieren sie grundsätzlich in Niveauklassen.

Neben Persönlichkeitsförderung besuchen sie spezifische Fächer wie Gesundheit, Sozialkunde, Ernährung und Hauswirtschaft. Die restliche Zeit verbringen sie in einem Betrieb oder in einer Familie.

Fachleute Gesundheit oder Betreuung

Fachfrau/Fachmann Gesundheit oder Betreuung (Fage/Fabe) sind dann die beruflichen Wege, die sich für eine Vielzahl der Absolventen dieser Vorlehre ergeben.

Anmeldungen sind ab 1. April möglich, vorerst ist die Führung einer Klasse am BZB geplant.

Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt

Eingangs hatte Michael Dürst, Leiter der Berufs- und Laufbahnberatung Sarganserland, über die derzeitige Lehrstellensituation informiert. Diese sei für die Jugendlichen komfortabel, es blieben jeweils etwa 100 Lehrstellen unbesetzt.

Er erklärte dazu, dass es Jugendliche gebe, die noch nicht bereit für den Schritt von der Oberstufe in die Berufsausbildung seien, «sie brauchen noch ein Jahr Zeit». Für diese Jugendlichen würden die Brückenangebote neue Perspektiven ergeben, «sie geben Luft und Raum und nehmen Druck weg». Dürst stellte auch die Unterstützungsangebote vor, die von der Berufs- und Laufbahnberatung geleistet werden.

Neues Brückenangebot «Der Weg»

Schliesslich hatte Markus Roth noch die Gelegenheit, das neue private Brückenangebot «Der Weg» vorzustellen. Dieses ist im Broderhaus in Sargans angesiedelt, womit dort nach dem Wegzug des SSJ wieder ein schulisches Angebot geführt wird. «Der Weg» richtet sich an Jugendliche mit erhöhtem Betreuungsbedarf sowie an Sportlerinnen und Sportler, die ein Zwischenjahr einlegen möchten.

Schul- und Projektwochen wechseln sich mit Praktiken ab, maximal werden 16 Plätze angeboten. Roth befragte abschliessend noch drei Jugendliche über ihre Erfahrungen im Zwischenjahr.

«Viel schnuppern gehen und dranbleiben»

Sowohl die beiden jungen Frauen, die das Berufsvorbereitungsjahr absolvieren, als auch der junge Mann, der in einer Vorlehre steckt, konnten nur Positives berichten. Und ihre Tipps an Jugendliche, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie im letzten Sommer: «Viel schnuppern gehen und immer dranbleiben».