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Ausgestellt und im Blickfeld: Rheintalern auf den Mund geschaut

Mit «Spekulanten.Ein Volkstheater» überrascht der Rheintaler Autor und Regisseur Philipp Heule das Publikum. Für zwei Aufführungen stand der Container am Werdenbergersee und ermöglichte ein etwas anderes Theatererlebnis.
Adi Lippuner
Die junge Frau besucht nach langer Zeit wieder einmal ihre Grosseltern. (Bild: Adi Lippuner)

Die junge Frau besucht nach langer Zeit wieder einmal ihre Grosseltern. (Bild: Adi Lippuner)

Ist nun der Zuschauer der Beobachter oder blicken die Schauspieler aufs Publikum? Diese Frage dürften sich die Besucher des Theaters «Spekulanten.Ein Volkstheater» auf dem Marktplatz am Werdenbergersee am Freitag- und Samstagabend gestellt haben. Denn gespielt wurde im und vor dem eigens aufgestellten Container.

Die Uraufführung des «Versuchs einer Kartografie der Gefühlslage im Rheintal», wie der Autor und Regisseur Philipp Heule sein Stück bezeichnet, erfolgte anfangs September vor der Lokremise in St.Gallen. Seither ist die Truppe unterwegs und machte bereits in Rorschach, St.Margrethen, Heerbrugg und Altstätten Station.

Beobachten, spekulieren und kritisieren

Einerseits blicken die Schauspieler in die Welt, andererseits haben die Zuschauer Gelegenheit, durch die raumhohen Fenster auf das Leben der Akteure zu blicken. Es wird beobachtet, spekuliert und kritisiert. Die Dialoge sind zugespitzt, auch wenn sie dem Rheintal sozusagen «auf den Leib geschrieben sind».

So wie der 1986 in Widnau geborene Autor das Ganze umsetzt, könnte es auch in jeder anderen Gegend spielen. Doch Philipp Heule hat in seinem Heimattal den Menschen ganz genau zugehört, hat beobachtet und das Ganze in zwölf Szenen umgesetzt.

Ein ungewohntes Theatererlebnis

Während das Publikum das Geschehen verfolgt, sind nicht nur die Dialoge und die Musik zu hören, das Leben am Marktplatz geht seinen gewohnten Gang. Ab und zu fahren Autos vorbei, aus dem nahen Restaurantgarten sind Gespräche zu hören und einige Zaungäste staunen über das für sie ungewohnte Theater.

Derweilen geniesst das Publikum, gut eingepackt in wärmende Wolldecken, das rasch wechselnde Schauspiel. Es lässt sich vom Spekulieren einfangen und bewundert die Leistung der fünf Akteure des Schauspielensembles des Theaters St. Gallen, welche in insgesamt 24 verschiedene Rollen schlüpfen.

Kritisch-liebevolle Blicke auf die Heimat

Doch wie ist das nun mit dem Beobachten oder dem Ausgestellt-Sein? Erkennt das Publikum ein Stück des eigenen Lebens in einzelnen Szenen? Die Situationen sind manchmal grotesk, ab und zu bleibt auch das Lachen im Hals stecken, und immer wieder ist spürbar: Der Autor wirft kritische, aber durchaus liebevolle Blicke auf sein heimatliches Tal.

Oder um es mit den Worten von Philipp Heule zu sagen: «Es bleibt meine Heimat, auch wenn es nicht mehr mein Zuhause ist.» Die nächste Gelegenheit, das Volkstheater-Schauspiel im Rahmen von Container on tour zu erleben, wird vom 17. bis 20. Januar 2019 auf dem Theaterplatz in Chur geboten.

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