Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Werdenberg: Das Aus für die Wiga-Gemeinschaftsstände

Das Vertrauen fehlt zwischen den Gewerbevereinen Werdenberg und Paul Schlegel, dem Alleinaktionär der Wigab AG. Deshalb werden die Vereine auf die Gemeinschaftsstände an der Wiga 2019 verzichten.
Thomas Schwizer
Betreffend der Gewerbe-Gemeinschaftsstände ist die Wiga 2019 aktuell eine Baustelle. (Bild: Heini Schwendener)

Betreffend der Gewerbe-Gemeinschaftsstände ist die Wiga 2019 aktuell eine Baustelle. (Bild: Heini Schwendener)

Den möglichen Verzicht auf die von ihnen organisierten Gemeinschaftsstände haben die sechs Gewerbevereine der Region Werdenberg ihren Mitgliedern bereits Mitte Juni angekündigt (W&O vom 16. Juni 2018). Ein zentraler Punkt dafür war das fehlende Vertrauen in Paul Schlegel, der neben der Messeleitung neu auch Wigab-Alleinaktionär und -Verwaltungsrat ist.

Nach einer Aussprache der WWO, der Dachorganisation der regionalen Gewerbevereine, mit Schlegel vom 5. Juli haben sie diese Ankündigung nun wahr gemacht. Die Ergebnisse der Besprechung seien sehr dürftig, teilte Wirtschaft Buchs den Mitgliedern am 8. August mit. Päuli Kohler, Präsident der IG Grabs, stellt fest, die Antworten der Wigab AG auf die Fragen seien unbefriedigend ausgefallen.

Alleinige Verantwortung wird nicht akzeptiert

Es herrscht Feuer im Dach, seit der langjährige Wiga-Messeleiter Paul Schlegel im Mai 2018 die alleinige Verantwortung für die Wigab AG übernommen hat. Diese ist Besitzerin und Trägerin der Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung (Wiga). Seit dem Rücktritt der drei weiteren Verwaltungsräte und Mitaktio­näre Urs Lufi, Werner Marty und Peter Schibli ist Schlegel allei­niger Verwaltungsrat und Aktionär.

Mit den drei Wiga-Verwaltungsräten aus dem regionalen Gewerbe habe man seriöse Vertrauensleute als Ansprechpartner gehabt, die man kannte. «Das gab uns eine gewisse Sicherheit», stellt Päuli Kohler fest, der Präsident der IG Grabs und der WWO ist. Ihr Rücktritt und der im April erfolgte Rücktritt der regionalen Revisionsstelle der Wigab AG erzeuge ein «unwohles Gefühl».

Vertrauensbasis ist nicht vorhanden

Wegen den bedeutenden Veränderungen bei der Wigab AG hat die WWO als Vertragspartner die bestehenden Vereinbarungen bezüglich der Gemeinschaftsstände schon im Juni gekündigt. Die Verhandlungen über eine neue Vereinbarung verliefen für die WWO nicht zufriedenstellend. Deshalb hat sie entschieden, auf eine neue Vereinbarung zu verzichten.

Das Gespräch mit dem Alleinaktionär der Wigab AG habe gezeigt, dass die nötige Vertrauensbasis für eine weitere enge Zusammenarbeit gegenseitig nicht vorhanden sei, führt Päuli Kohler aus. Deshalb habe die WWO beschlossen, mit sofortiger Wirkung aus dem Wiga-Patronat auszutreten. Zudem habe die WWO den Gewerbevereinen einstimmig empfohlen, auf die Organisation der Gemeinschaftsstände zu verzichten. Der entsprechende Entscheid ist Sache der einzelnen Gewerbevereine. Wie eine Nachfrage des W&O ergab, folgten deren Vorstände dieser Empfehlung und verzichten zudem auf eine separate Vereinbarung mit der Wigab AG.

Gemeinschaftsstände waren Publikumsmagnete

Die sechs Gemeinschaftsstände der Gewerbevereine von Wartau bis Sennwald bildeten jeweils wichtige Anziehungspunkte der Regionalmesse. Die Vereine schlossen Ausstellerverträge mit der Wigab AG ab, rekrutierten ihre Aussteller, organisierten und koordinierten mit einem OK die Gestaltung der Gemeinschaftsflächen. Diese Aufgabe werden die Gewerbevereine nun nicht mehr wahrnehmen, also keine Gemeinschaftsstände mehr organisieren.

Bei einzelnen Gewerbevereinspräsidenten schwingt ein Bedauern mit, dass es keine Gemeinschaftsstände der regionalen Gewerbevereine mehr geben wird. Aber es habe auf Grund der Veränderungen in der Wigab AG keine andere Lösung gegeben.

Hans Eggenberger als Präsident des Gewerbevereins Wartau spricht Klartext, was es für ihn braucht, um auf den Verzichtsentscheid zurückzukommen. «Das Vertrauen in die Person Paul Schlegel ist bei mir nach all dem Hin und Her nicht mehr vorhanden. Wir können ihm nicht die Finanzen unserer Mitglieder anvertrauen, bei denen wir das Inkasso für die Gemeinschaftsstände machen. Für die recht- und zweckmässige Verwendung dieser Gelder sind wir verantwortlich.» Am liebsten wäre ihm, «wenn er alle seine Funktionen bei der Wiga abgibt.» Das gelte auch für die Messeleitung, auch wenn Schlegel diese initiativ und mit viele guten Ideen wahrgenommen habe, stellt Eggenberger fest. Auch andere Gewerbepräsidenten halten fest, dass die Kritik nicht die Arbeit als Messeleiter betreffe.

«Weiterhin zu 100 Prozent hinter der Wiga»

Die Werdenberger Wirtschaftsorganisation (WWO) und die sechs Gewerbevereine stehen aber trotz des Verzichts auf die Gemeinschaftsstände weiterhin hinter der Wiga. Das betonen alle vom W&O Befragten.

Auch der Präsident von Wirtschaft Buchs, Rolf Pfeiffer schreibt an die Mitglieder: «Wir möchten nochmals klar fest­halten, dass wir zu 100 Prozent hinter der Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung stehen.» WWO- und IG-Grabs-Präsident Päuli Kohler betont ebenfalls: «Wir wollen, dass die Wiga bestehen bleibt.» Alle Präsidenten betonen, dass die Teilnahme an der Wiga 2019 selbstverständlich jedem Vereinsmitglied frei gestellt sei.

Gewerbevereine beobachten die Entwicklung genau

Ist die Türe betreffend der Gemeinschaftsstände definitiv zugeschlagen? Wenn sich die neue Struktur der Wigab AG im Sinne der WWO rasch wieder massgeblich verändere bzw. verbessere, dann scheint ein Überdenken des Entscheides nicht unmöglich, wie die Nachfrage ergibt. Doch diesbezüglich drängt die Zeit, denn die Vorbereitung von Gemeinschaftsständen an der Wiga 2019 müsste bereits im Herbst 2018 beginnen.

«Da wir von der Wichtigkeit der Wiga sehr überzeugt sind, werden wir die Entwicklung sehr genau beobachten und das weitere Vorgehen bei geänderten Voraussetzungen neu beurteilen», hält Rolf Domenig fest. Er ist Präsident des Gewerbe- und Industrievereins Sennwald.

«Wiga findet im September 2019 auf jeden Fall statt»

Die Wigab AG hat auf Anfrage des W&O an Paul Schlegel gestern Freitagnachmittag eine schriftliche Stellungnahme geschickt. Sie ist unterzeichnet vom aktuellen Allein-Verwaltungsrat und Messeleiter Paul Schlegel und von «Josef Müller, designierter Verwaltungsratspräsident».
Paul Schlegel erklärt auf Anfrage, dass es sich um den
ehemaligen Präsidenten von Gastro St. Gallen handelt. Josef Müller wohnt in Staad und ist Mitglied im Verwaltungsrat der Schäfli Immobilien AG in Grabs, dessen Präsident Paul Schlegel ist. In der Mitteilung heisst es, die erneuerte Zusammensetzung des Verwaltungsrates werde im Laufe des Monats August kommuniziert.

Die Wigab AG stellt klar: «Die Wiga (Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung) wird im September 2019 auf jeden Fall stattfinden.» Die Organisationsarbeiten für die Wiga 2019 sowie die Messestand-Anmeldungen würden unabhängig vom Entscheid der WWO laufen. Die Wigab freue sich, «auch 2019 wieder eine interessante und repräsentative Messe mit Einzel- und Gemeinschaftsständen präsentieren zu können».

Wigab AG suchte das Gespräch

Den Bedingungen der WWO sei von der Wigab AG vollumfänglich entsprochen worden. Es folgt die Feststellung: «Es stellt sich ernsthaft die Frage, um was es bei dieser Aktion seitens WWO wirklich geht.» Die Wigab AG habe das Gespräch mit dem WWO schon vor ihrer ersten Information in den Medien gesucht, was deren Präsident nicht gewünscht habe.

Nach dem «letzten Rundschreiben des WWO vom 15. Juni 2018» habe die Wigab direkt nochmals das Gespräch gesucht. «Daraufhin erhielt die Wigab AG ein Zeitfenster von maximal 45 Minuten für ein Gespräch», was für sie Zweifel am Willen zu einer guten Zusammenarbeit wecke.
Weiter schreibt die Wigab AG: «Nach einer Besprechung vom 5. Juli 2018 waren sich die Teilnehmer einig, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann und darüber gemeinsam informiert werden soll. In der Folge sollten die Vereinbarungen zwischen Wigab und WWO neu verhandelt und aufgesetzt werden.» Beim Besprechungsprotokoll des WWO habe es Unklarheiten gegeben, weshalb die Wigab AG eine Einigungssitzung verlangt habe. Die beiden verantwortlichen Sitzungsteilnehmer des WWO, Rolf Pfeiffer und Päuli Kohler, hätten diese Besprechung «verweigert».

Abschliessend wird betont, die Wigab AG biete der WWO «nach wie vor Hand zur am 5. Juli besprochenen Lösung». (ts)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.