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Aus DJ Beni wurde Ben van Blue

Musik ist sein Leben – gerne würde er davon leben. Beni Göldi aus Sennwald verfolgt sein Ziel in kleinen Schritten. Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. So hat der 36-Jährige seinen Traum nie aufgegeben.
Andrea Müntener-Zehnder
Seit vielen Jahren legte Beni Göldi als DJ auf. Dabei änderte er seinen Künstlernamen mehrfach. Aktuell nennt er sich Ben van Blue. (Bild: Mareycke Frehner)

Seit vielen Jahren legte Beni Göldi als DJ auf. Dabei änderte er seinen Künstlernamen mehrfach. Aktuell nennt er sich Ben van Blue. (Bild: Mareycke Frehner)

Wenn Beni Göldi werktags in Arbeitskleidung seiner Tätigkeit als Mitarbeiter im Siebdruck bei einem Sennwalder Industriebetrieb nachgeht, kommt keiner auf die Idee, dass sich der Handwerker am Wochenende ins Tonstudio verkriecht und zu Ben van Blue wird. Bis aus Beni Göldi Ben van Blue wurde, verstrichen viele Jahre.

«Ich erinnere mich zurück an meine erste Zeit als aktives Mitglied im Turnverein Sennwald vor rund 20 Jahren. Der damalige Vereins-DJ wollte sich langsam zurück ziehen und plötzlich zeigten alle Finger auf mich. So kam es, dass ich am Sennwalder Dorfturnier erstmals CDs auflegte.»

DJ Beni – wie er sich fortan nannte – war geboren. Er selbst fand das Auflegen anfangs nicht überaus interessant, doch das Publikum am Dorfturnier schien Gefallen am neuen Vereins-DJ zu haben. «Zumindest blieben sie in jenem Jahr auch wieder bis in die Morgenstunden», erzählt Beni Göldi mit einem Augenzwinkern. Mit der Zeit wurden benachbarte Vereine auf den jungen DJ aufmerksam. Er wurde für deren Unterhaltungsabende gebucht, meist für ein «kleines Nötli» und ein paar Verpflegungsbons. «Als Mitglied des Turnvereines war mir bewusst, dass man keine grossen Auslagen für DJs machen konnte. So war das für mich damals völlig in Ordnung», so Göldi heute. DJ Beni stand für Party total. Bereits damals wusste er, welche CD er auflegen musste, damit die Besucher blieben.

«Je nach dem, welche Gruppe Leute sich an der Turnverein oder Skiclub Bar tummelte, musste schleunigst AC/DC, Schlager oder auch Hits aus den Achtziger Jahren aufgelegt werden, damit die Bude rockte. Als DJ hat man ständig ein Auge beim Eingang, um allzeit bereit zu sein, für neue Gäste und den nächsten Hit. Das andere Auge ist bei den bestehenden Gästen, dass diese bei Laune gehalten werden.»

Ab ins Skigebiet

(Bild: Mareycke Frehner)

(Bild: Mareycke Frehner)

Im Jahr 2005 wurden die Eventveranstalter «Partygötter» auf den 22-jährigen Sennwalder aufmerksam. Diese buchten den ambitionierten DJ an diverse Events und ins Skigebiet vom Flumserberg. «Das war natürlich eine Nummer grösser, als die Jahre zuvor als Vereins-DJ», erzählt der gelernte Storenmonteur. Mit dem neuen – für ihn grossen – Engagement im Skigebiet wollte Beni Göldi ein Zeichen setzen, indem er sich einen neuen Namen zulegte: DJ LiL’G. «Der Namen leitet sich von «little Göldi» ab, ich fand ihn sehr passend. Denn bin ich doch mit meinen 1,60 Meter nicht der grösstgewachsene und zudem bin ich der jüngste, von meinen vier Geschwistern: Little Göldi eben», erklärt Beni Göldi die Namensfindung. Fortan legte er regelmässig am Wochenende auf. «Freitagabend reiste ich jeweils mit meinen beiden Koffern voller CD an und versuchte den Club am Flumserberg mit den Après-Ski Gästen zum Kochen zu bringen. Meine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, die Touristen zu unterhalten. Diese weilten ein paar Tage am Berg und wollten nebst dem Schneesport tagsüber am Abend Spass haben und feiern.»

22-jährigen Sennwalder aufmerksam. Diese buchten den ambitionierten DJ an diverse Events und ins Skigebiet vom Flumserberg. «Das war natürlich eine Nummer grösser, als die Jahre zuvor als Vereins-DJ», erzählt der gelernte Storenmonteur. Mit dem neuen – für ihn grossen – Engagement im Skigebiet wollte Beni Göldi ein Zeichen setzen, indem er sich einen neuen Namen zulegte: DJ LiL’G. «Der Namen leitet sich von «little Göldi» ab, ich fand ihn sehr passend. Denn bin ich doch mit meinen 1,60 Meter nicht der grösstgewachsene und zudem bin ich der jüngste, von meinen vier Geschwistern: Little Göldi eben», erklärt Beni Göldi die Namensfindung. Fortan legte er regelmässig am Wochenende auf. «Freitagabend reiste ich jeweils mit meinen beiden Koffern voller CD an und versuchte den Club am Flumserberg mit den Après-Ski Gästen zum Kochen zu bringen. Meine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, die Touristen zu unterhalten. Diese weilten ein paar Tage am Berg und wollten nebst dem Schneesport tagsüber am Abend Spass haben und feiern.»

«Ja, sie wollten einfach die Sau rauslassen, wie man salopp sagt.»

Das hat DJ Lil’G geschafft! Während fünf Wintersaisons brachte der DJ am Flumserberg die Hütte zum Beben. Der Stempel «Party DJ» haftet von nun an DJ Lil’G.

Obwohl Beni Göldi als DJ vorwiegend Partymusik auflegte, bevorzugt er privat vor allem elektronische Musik. War und ist er immer noch ein grosser Fan der Streetparade in Zürich. Als er im Jahr 2008 von der Disco Arena in Sargans gebucht wurde, war Beni Göldi überglücklich: «In der Arena waren verschiedene Lokals angesiedelt, aufgeteilt nach Musikstilen. Dort durfte ich während einer Zeit als DJ für die Sparte House auflegen. Elektronische Musik – das war mein Ding.»

Genug vom Party-DJ-Image

Beni Göldi investiert viel Zeit, Energie und Liebe in die Realisierung seines Traums. (Bild: Mareycke Frehner)

Beni Göldi investiert viel Zeit, Energie und Liebe in die Realisierung seines Traums. (Bild: Mareycke Frehner)

Bereits nach einem Jahr war Schluss damit, da die Arena geschlossen und von Soundpark übernommen wurde. Soundpark setzten ihren Resident-DJ (fix angestellten DJ) ein. «Ich durfte zwar auch im Soundpark als DJ arbeiten, jedoch wieder im Genre Partymusik oder eben Après-Ski. Bereits damals wollte ich weg vom Image des Party-DJ. Ich hatte jedoch viel mehr Anfragen dafür, als als House-DJ», stellt Beni Göldi nüchtern klar.

Doch just in jener Zeit hatte er seinen grössten Erfolg als House-DJ. «Ich durfte am Holi-Festival, diesem Farbenfest, in Dornbirn für 90 Minuten auflegen. 90 Minuten elektronische Musik vor 6000 interessierten Besuchern – traumhaft», kommt er noch heute ins Schwärmen. Das war es dann aber auch mit dem House-DJ. Göldi konnte an diesen Erfolg nicht mehr anknüpfen.

«Gerade in jener Zeit erhielt ich von Bekannten ungefragt viele schlaue Tipps wie ‹Hör doch auf, Beni, es bringt ja sowieso nichts› oder ‹Steck nicht dein sauer verdientes Geld und deine ganze Zeit und Energie in die Musik, schliesslich hast du einen bodenständigen Job›.»

Berufsbegleitend absolvierte Beni Göldi die Ausbildung zum Event Manager. Mehrmals organisierte er im Anschluss dessen das Festival «Pimp your Style». Auf der Suche nach geeigneten DJs für diese Anlässe kam er mit einem House-DJ in Kontakt, der ihn ins Studio nach Zürich einlud. Kontakte! Das ist das A und O in der Musikbranche. «So war ich happy, als ich erstmals im Studio in Zürich sass. Um mich herum wirbelten andere DJs, Produzenten und Labelinhaber. Ich wusste sofort, ich war absolut am richtigen Platz.»

Durch diese Kontakte erhielt Göldi die Möglichkeit, zwei eigene Songs – Tracks, wie sie im Fachjargon genannt werden – für die CD-Auskoppelung «Fuck the DJ» zu produzieren und zusätzlich kam ihm die Ehre zuteil, eine der drei CDs zu mixen. Dadurch wurde DJ LiL’G im Booklet mit Namen, Text und Foto erwähnt. «Was war ich stolz! Ich dachte mir, das wird mein Durchbruch. Mit diesen Stars der elektronischen Musik auf einer CD vereint zu sein und erst noch namentlich erwähnt, der House-DJ des Rheintals!»

Doch es kam wieder anders als gewünscht. Nach dem Motto «gemacht und vergessen» sprach kaum mehr jemand von dieser Mix-CD. «Ans Aufhören habe ich zu keinem Zeitpunkt gedacht, doch musste ich meine Bestimmung erst finden. Musikalisch war ich an einem Nullpunkt ange­kommen.»

Ben van Blue wurde geboren

Durchgestylt von A bis Z: Ben van Blue (Bild: PD)

Durchgestylt von A bis Z: Ben van Blue (Bild: PD)

Durch die Weiterbildung zum Event Manager wurde Beni Göldi bewusst, dass er für seine weitere musikalische Laufbahn ein Konzept brauchte. Zu allererst musste er mit sich selbst ins Reine kommen und für sich persönlich die Fragen «Was und wohin will ich mit meiner Musik?» beantworten. Somit machte er einen «persönlichen Reset» und fasste den Entschluss, dass er keine fremde Musik, nur noch seine eigene, auflegen möchte. Dadurch liess er vor rund drei Jahren DJ LiL’G, der Party-DJ, «sterben» und absolvierte keine Veranstaltung mehr unter diesem Namen.

In Anlehnung an den weltbekannten DJ und Musikproduzent Paul van Dyk entstand sein neuer Künstlername Ben van Blue. Hier überlässt er nichts (mehr) dem Zufall oder gar den andern. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant: Frisur, elegantes Outfit, bestehend aus einem blauen Anzug, Krawatte, Pilotenbrille und sportlichen Converse-Schuhen, aber auch die Auftritte in den verschiedenen sozialen Medien.

Die letzten Monate hat sich Ben van Blue an den Wochenenden vorwiegend der Produktion seiner eigenen Musik in den Studios in Zürich und Cham gewidmet. Mittlerweile sind drei Tracks vollendet – weitere in Arbeit und Planung – welche bei verschiedenen Streaming-Anbietern zu hören sind. «The Journey» ist sein Erstlingswerk und darauf ist Göldi besonders stolz. Gezielt hat er diesen Namen für seinen ersten Track unter dem Namen Ben van Blue gewählt.

«Wohin mich The Journey, sprich, die Reise der Musik, auch führen wird, es geht immer weiter. Eine Richtung weist mir immer den Weg.»

CD wird bald veröffentlicht

Ein grosser Gig steht dem Sennwalder in der zweiten Jahreshälfte bevor: Im Spätsommer wird er seine erste eigene CD veröffentlichen. Die CD-Taufe soll im Oktober im Konzertsaal des «Palazzo» in Chur stattfinden. «Ich freue mich enorm, dass die Taufe im Konzertsaal vor sich geht. Heute sehe ich mich nicht mehr als DJ, sondern als Künstler, der seine eigene Musik spielen möchte. Bewusst habe ich darum bei meinem Künstlernamen auf das DJ verzichtet.»

Bis zur Veröffentlichung der CD wird er nebst seiner regulären Arbeit in der Industrie noch viele Stunden im Tonstudio verbringen. «Trotz Konzept setze ich mir keine Jahres- oder Zehnjahresziele. Ich nehme immer Schritt für Schritt. Millionen verdienen muss ich mit der Musik auch nicht. Doch der Traum besteht nach wie vor, dass die Einnahmen mit der Musik höher sind, als meine monatlichen Ausgaben. Wenn ich von der Musik leben könnte, wäre ich mehr als dankbar und zufrieden.»

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