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Aufführung im Fabriggli in Buchs: «Es gibt eben kein Theater ohne Theater»

Am Mittwoch gehörte die Bühne im Fabriggli wieder einmal den jungen Schauspieltalenten aus der Region. Zu sehen gab es die wortwitzige und rasant erzählte Eigenproduktion «Librella» der Abteilung «spiel.bude».
Christian Imhof
Jasmin Willi, Carmen Gantner, Julia Koweindl, Livia Rohrer, Aline Rohrer, Robin Kühn und Lina Strässle begeisterten das Publikum. (Bild: Christian Imhof)

Jasmin Willi, Carmen Gantner, Julia Koweindl, Livia Rohrer, Aline Rohrer, Robin Kühn und Lina Strässle begeisterten das Publikum. (Bild: Christian Imhof)

Ein Theaterstück auf die Beine zu stellen, ist kein leichtes Unterfangen. Dies sah auch der österreichische Regisseur Rudi, amüsant von Julia Koweindl dargestellt, ein. Wenn die ganze Besetzung des neuen Werks dann noch aus Mitgliedern des schönen Geschlechts besteht, ist das Chaos fast schon vorprogrammiert. Rudi, der doch einfach mit seiner Frau Carmen Gantner und den wilden Schauspielerinnen ein Kriminalstück produzieren wollte, kam mächtig ins Schwimmen, als seine Affäre mit hübschen Schauspielerin Jasmin Willi aufflog und er sich inmitten eines Dreieck-Beziehungsdramas wiederfand.

Als ob dies nicht schon genügend Eifersucht und Zickendrama gewesen wäre, wollte die Esoteriktante Aline Rohrer, die eigentlich als Mörderin im Stück in Erscheinung treten sollte, partout kein Messer in die Hand nehmen. Auch immer etwas zu nörgeln am Drehbuch und der Ordnung auf der Bühne hatte der Teeny, welcher direkt aus einer Sendung von RTL II gehüpft sein könnte und wundervoll parodiert wurde von Lina Strässle.

Liebe und Wodka

Trotz des gross inszeniertem Chaos entstand mittendrin eine kleine Romanze zwischen Emma und Igor. Der russische Techniker, gespielt vom Hahn im Korb, Robin Kühn, sorgte beim ausverkauften Saal durch Verdrehen der Wortbedeutungen immer wieder für Lacher und eroberte etwas unbeholfen mit seinem Charme das Herz der ruhigen Seele des Stücks: Emma alias Livia Rohrer, die laut ihm «So frisch wie Grossmutter’s Wodka» ist. Emma war doch ein wenig traurig, da sie sich die Arbeit beim Theater ein klein wenig leichter und positiver vorgestellt hätte, worauf Igor lapidar zu Protokoll gab: «Es gibt eben kein Theater ohne Theater.»

Mit Schmetterlingen im Bauch hatten die zwei Turteltäubchen dann auch für den Regisseur Rudi ein offenes Ohr und brachten ihn auf einen geheimnisvollen Plan, wie er sich an seinem chaotischen Hühnerstall rächen könnte und zeitgleich dafür sorgen konnte, dass das Stück es doch noch irgendwie bis zur Premiere schaffen würde.

Jugendförderung leicht gemacht

Die Jugendlichen, alle 16-jährig und ein wenig älter, hatten für eine Stunde den bis auf den letzten Platz belegten Saal komplett in der Hand. Ihre Leiterin Bettina Bärtsch-Herrmann strahlte dann nach der erfolgreichen Premiere mit ihren jungen Erwachsenen um die Wette, denn diese hatten nicht nur eine kurzweilige und spannende Komödie auf die Beine gestellt, sondern zeichneten sich auch für die Texte und Charakteren ihrer Figuren selbst verantwortlich.

Das Stück, welches am Samstag bereits seine Dernière feiert, bewies, dass die Jugend von heute nicht wie oft behauptet, sich rund um die Uhr nur mit ihrem viereckigen Kasten beschäftigt, sondern wirklich Interesse und Mut zur Selbstverwirklichung hat. Im Werdenberger Kleintheater konnten die vom Alter her bunt durchmischten Zuschauer erleben, wie kreativ, voller jugendlicher Spielfreude und auch witzig die jungen Erwachsenen sein können, wenn ihnen die richtigen Gelegenheiten dazu geboten werden und mit ihnen zusammen gearbeitet wird.

Bettina Bärtsch-Herrmann gab kürzlich eine Verlängerung ihres Engagements mit der «spiel.bude» bekannt, was auch zukünftig für unterhaltsame Theateraufführung und nebenbei für federleichte Jugendförderung in der Region sorgen wird. Am Mittwochabend führte diese Notiz vor und auf der Bühne für begeisterten Applaus.

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