Auch in Liechtenstein gilt ab 2021: Lehrfahrausweis bereits ab 17.Geburtstag

Wie in der Schweiz kann auch im Fürstentum Liechtenstein ab dem 1.Januar 2021 der Lernfahrausweis für die Kategorien B und BE (Personenwagen) bereits ab dem 17.Geburtstag erworben werden. Die Regierung hat am 17.Dezember die entsprechende Verordnung genehmigt.

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Die Möglichkeit, bereits am 17.Geburtstag den Lernfahrausweis zu erlangen, soll zu mehr Sicherheit durch mehr begleitete Fahrten beizutragen.

Die Möglichkeit, bereits am 17.Geburtstag den Lernfahrausweis zu erlangen, soll zu mehr Sicherheit durch mehr begleitete Fahrten beizutragen.

Bild: Gaetan Bally, Keystone

(ts) «Das Mindestalter für den Erwerb des Führerausweises für Personenwagen wird allerdings nicht angehoben, sodass zur Führerprüfung nur Gesuchsteller zugelassen werden, die das 18.Altersjahr bereits vollendet haben», heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag aus Vaduz.

Mehr Fahrten mit Begleitung möglich

Diese neue Regelung bringe den Vorteil, dass sich das Unfallrisiko nach Bestehen der praktischen Fahrprüfung umso mehr reduziere, je mehr Fahrten mit Begleitung zuvor stattgefunden hätten. «Da bereits ab 17 Jahren Lernfahrten erlaubt sind, verlängert sich die Lernphase entsprechend», wird weiter ausgeführt.

Ausserdem könnten junge Lernfahrer durch die neue Regelung Fahrerfahrung in allen vier Jahreszeiten sammeln. Für Personen, die den Lernfahrausweis nach Vollendung des 18.Altersjahres erwerben, hat die neue Regelung keine Änderungen zur Folge.

Fast gleiche Regelung wie in der Schweiz

Auch in der Schweiz wurde die Senkung des Mindestalters für den Erwerb des Lernfahrausweises für die Kategorien B und BE auf 17 Jahre beschlossen. Die neue Regelung wird dort, wie in Liechtenstein, am 1.Januar 2021 in Kraft treten.

In der Schweiz gilt ab 1.Januar 2021 zudem die Regelung, dass alle Lernfahrer, die den Lernfahrausweis vor dem zurückgelegten 20.Altersjahr erworben haben, eine Lernphase von mindestens zwölf Monaten durchlaufen müssen. Diese Regelung wird in Liechtenstein nicht übernommen, «sodass ab Vollendung des 18.Altersjahres keine Mindestlernphase besteht», schreibt das Amt für Strassenverkehr in Vaduz.

Neu kein Direkteinstieg mehr in unbeschränkte Kategorie für Motorradfahrer

N3u ist in Liechtenstein, dass ab 1.Januar 2021 «zur Steigerung der Verkehrssicherheit» künftig ein Lenker, der die leistungsstärksten Motorräder fahren will, zuerst mindestens zwei Jahre ein auf 35 kW beschränktes Motorrad der Kategorie A2 fahren muss.

Der Direkteinstieg in die stärkere Motorradkategorie A ist künftig nur noch für Personen möglich, die berufsmässig auf das Führen solcher Motorräder angewiesen sind – wie Motorradmechaniker, Polizisten oder Verkehrsexperten.

Einführung der Motorrad-Kategorien gemäss EU-Richtlinie

Eine weitere wichtige Neuerung betrifft die Harmonisierung der liechtensteinischen Kategorien mit jenen der EU. Zudem wird das Mindestalter auf EU-Niveau gesenkt. Künftig dürfen Motorräder der
125-er-Klasse bereits ab 16 Jahren geführt werden (heute in Liechtenstein: ab 18 Jahren).

Ab 2021 dürfen Motorräder der 125-er-Klasse in Liechtenstein bereits ab 16 Jahren gefahren werden.

Ab 2021 dürfen Motorräder der 125-er-Klasse in Liechtenstein bereits ab 16 Jahren gefahren werden.

Bild: PD

Die neue Kategorie «AM» beinhaltet das Recht, Kleinmotorräder und Leichtmotorfahrzeuge zu führen (Höchstgeschwindigkeit 45 km/h, Hubraum maximal 50 cm3 oder Leistung 4 kW). Das Mindestalter beträgt 15 Jahre (heute in Liechtenstein: 16 Jahre). Keine Änderung gibt es beim Mindestalter für die Kategorie A2 (beschränkt auf 35 kW), das bei 18 Jahren bleibt.

Unbefristete Gültigkeit von Ausbildungen und Prüfungen

Einmal absolvierte Ausbildungen (wie der Kurs Verkehrskunde, die praktische Grundschulung für Motorradfahrer) und bestandene Prüfungen (Theorieprüfung, praktische Prüfung) gelten im Fürstentum Liechtenstein neu grundsätzlich unbefristet.

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