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Asyl in der Fischaufzuchtanlage

Die Notlage der Fische steigt täglich, das Abfischen nimmt kein Ende. Doch wohin mit den Tieren? Der Fischereiverein Werdenberg hat nun sogar in seiner Aufzuchtanlage für Äschen und Bachforellen Platz geschaffen.
Heini Schwendener
Die Aufzuchtanlage Böschengiessen des Fischereivereins Werdenberg beherbergt nun Gäste aus anderen Gewässern. (Bild: Heini Schwendener)

Die Aufzuchtanlage Böschengiessen des Fischereivereins Werdenberg beherbergt nun Gäste aus anderen Gewässern. (Bild: Heini Schwendener)

Über das Wochenende hat sich die Situation in den Pachtgewässern des Fischereivereins Werdenberg weiter verschärft. Erneut mussten die Mitglieder der Technischen Gruppe Unterhalt (TGU) ausrücken, um austrocknende Bachläufe abzufischen. Seit Juni waren die Fischer bereits in 15 Bächen und Sämmlern mit ihren Utensilien im Einsatz, um Fische vor dem Erstickungstod zu retten.

Deutlich mehr Einsätze

In einem Jahr mit durchschnittlichen Witterungsverhältnissen wird die TGU 25 bis 28 Mal aufgeboten. Heuer waren es aber schon mehr als 20 Einsätze in zwei Sommermonaten. An einigen Bächen musste nämlich mehrmals abgefischt werden, wenn an den gleichen Stellen später wieder neue Fische gesichtet wurden. Nicht nur die Fischer sind wegen dieser vielen unentgeltlichen Einsätze an Feierabenden und an Wochenenden langsam am Anschlag. Gleiches gilt auch für drei Gewässer (Werdenberger Binnenkanal, Wetti, Giessen), wohin die Fische bisher umgesiedelt wurden. Da gibt es nun aber eine Überpopulation.

Zwei Aufzuchtgräben für auswärtige Fische

Die Situation ist unterdessen bereits schlimmer als im Hitzesommer 2003. In dieser Not hat der Fischereiverein Werdenberg eine ganz besondere Massnahme ergriffen. In seiner Aufzuchtanlage Böschengiessen in Sevelen wurden zwei- und dreijährige Äschen, die sonst nach Alter getrennt in verschiedenen Aufzuchtgräben leben, zusammengelegt. Damit wurde ein Graben frei, der nun Fischen aus den abgefischten Gewässern der Region als vorübergehendes Asyl dient.Zwischenhältern heisst dies in der Fachsprache, denn wenn sich die Situation in den früheren Habitaten der Fische wieder verbessert, werden sie von den Fischern wieder dorthin umgesiedelt.

Christian Schwendener, zuständig für den Gewässerschutz im Fischereiverein Werdenberg, sagt, dass durch diese Massnahme Platz für 600 bis 700 Fische geschaffen werden konnte. Notfalls könnte wohl noch ein zweiter Aufzuchtgraben dafür bereit gestellt werden. Das Wasser in den sechs Aufzuchtgräben der Fischzucht am Böschengiessen ist wegen des Grundwasseraufstosses konstant 16 Grad. Die aus den viel zu warmen und sauerstoffarmen Gewässern abgefischten Tiere werden sich im kühlen Nass in Sevelen wohl wie in einem Kuraufenthalt fühlen.

Im Voralpsee droht ein grosses Fischsterben

Doch wie lange reicht die Kapazität der Aufzuchtgräben noch, wenn sich es weiterhin so heiss und trocken bleibt? Bereits gestern Abend rückten die Fischer nämlich erneut aus, der Entenweiher in Sevelen stand zuoberst auf der Prioritätenliste. Angesichts der vielen Einsätze reicht dem Fischereiverein das «Personal» der Technischen Gruppe Unterhalt nicht mehr. Darum können auch die übrigen Mitglieder des Vereins ihre Frondienstpflichten als Helfer beim Abfischen abarbeiten.

Im Voralpsee spitzt sich die Situation weiter zu. Dort droht gar ein ganz grosses Fischsterben. Der See ist zu gross, um abgefischt zu werden. Ausserdem wäre der Stress einer Umsiedlung für die Fische wegen der langen Distanzen viel zu gross.

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