Ferienreisen während Corona: Arbeitgeber der Region appellieren an die Eigenverantwortung ihrer Mitarbeitenden

Die Sommerferien stehen bevor: Es gilt zu verhindern, dass Ferienrückkehrer das Coronavirus in Unternehmen tragen. Zum Teil gibt es spiezielle Regelungen in den Betrieben.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in der Coronakrise besonders gefordert. Es gilt zu verhindern, dass das Virus in die Unternehmen getragen wird.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in der Coronakrise besonders gefordert. Es gilt zu verhindern, dass das Virus in die Unternehmen getragen wird.

Bild: Martin Ruetschi/Keystone

Wohin soll die Reise in den Sommerferien führen angesichts der Coronapandemie, die sich in verschiedenen Destinationen in einer zweiten Welle auszubreiten scheint? Das Thema Ferien beschäftigt nicht nur Arbeitnehmende in diesen Tagen. Auch Arbeitgeber machen sich Gedanken, was passieren kann, wenn die Mitarbeitenden nach ihren Ferien an die Arbeitsplätze zurückkehren. Einige haben sich ja möglicherweise in Ländern oder Regionen mit hohem Covid-19-Risiko aufgehalten.

Teilweise haben Betriebe im Einzugsgebiet des W&O eigene Richtlinien über Ferien während der Coronazeit erlassen. Wie etwa Hilti. Das Unternehmen stützt sich auf die Länderliste von Healix als Grundlage ab, die wöchentlich aktualisiert wird, berichtete das «Liechtensteiner Vaterland» kürzlich.

Appell: Nicht in Länder mit hohem Risiko reisen

Wer sich über das Wochenende oder auf Privatreisen in einem Land der Kategorie A oder B aufhält, wird aufgefordert, nach seiner Rückkehr zwei Wochen lang von zu Hause aus zu arbeiten. Mitarbeitende der Hilti, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, werden angehalten, nicht in Länder mit erhöhtem Coronarisiko zu reisen.

Auch bei Oerlikon Balzers gibt es gemäss «Vaterland» Richtlinien für die Mitarbeitenden. Diese sollten vorläufig ihre Ferien in jenen Ländern verbringen, für die es keine Covid-19- Reisebeschränkungen gibt. Wer Risikogebiete bereist, muss sich nach der Rückkehr in Quarantäne begeben, zum Schutz seiner Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz.

Bei der Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG in Grabs setzt man nach wie vor auf Information und Eigenverantwortung im Umgang mit dem Coronavirus. Die flächendeckende Umsetzung der Schutz- und Hygienemassnahmen sei gewährleistet, versichert Georges Mark, Leiter Human Resources der Lippuner EMT. Weiter erklärt er:

«Verdachtsfälle oder Symptome müssen umgehend im HR gemeldet werden, damit situativ gemäss Empfehlungen des BAG reagiert werden kann.»

Quarantänepflicht gemäss Bundesratsentscheid

Bislang gab es im Grabser Unternehmen glücklicherweise keinen bestätigten Coronafall und auch keine Rückkehrer aus Risikoländern. «Sollte ein solcher auftreten, verlangen wir von unseren Mitarbeitenden selbstverständlich die Umsetzung der Quarantänepflicht gemäss dem Bundesratsentscheid vom Mittwoch», sagt Georges Mark.

Was passiert mit Ferienrückkehrern aus Risikoländern, die kein Homeoffice machen können? «Hier halten wir uns an die Empfehlungen des BAG und des BSV (Bundesamt für Sozialversicherung). Aufgrund der sehr dynamischen Situation im In- und Ausland werden wir im Einzelfall entscheiden müssen.»

Bei der Schoeller Textil AG in Sevelen können die Abstands- und Hygieneregeln des Bundesamtes für Gesundheit umgesetzt werden, teilt die Pressestelle mit.

Schutz der Mitmenschen soll oberste Priorität haben

Dagmar Signer von der Pressestelle der Schoeller Textil AG schreibt auf Anfrage des W&O weiter:

«Darüber hinaus müssen wir auf die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden setzen, damit sie sich auch in ihrer Freizeit so verhalten, dass sie gesund bleiben und bei ihnen der Schutz ihrer Familien, Kolleginnen und Kollegen und der Mitmenschen höchste Priorität geniessen.»