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Beim Eisenbergwerk Gonzen AG geht die Ära Eugster zu Ende

Gestern vor 100 Jahren wurde die Eisenbergwerk Gonzen AG gegründet. Zum Jubiläumsfest wurde ein Pressetag abgehalten, und Willi Eugster übergab dabei die Geschäftsleitung an Alfred Rutz.
Jerry Gadient
Aus der Kaverne gerollt: Stefan Hörner, seit 25 Jahren für den Bergwerk-Rebberg verantwortlich, kann den Jubiläumswein "Cuvée Barbara" präsentieren. (Bild: Jerry Gadient)

Aus der Kaverne gerollt: Stefan Hörner, seit 25 Jahren für den Bergwerk-Rebberg verantwortlich, kann den Jubiläumswein "Cuvée Barbara" präsentieren. (Bild: Jerry Gadient)

Schon seit Vater Ernst hatte Edne 1940 die Direktion der Eisenbergwerk Gonzen AG (EGAG) übernommen, und nach dessen überraschendem Tod 1977 trat Willi Eugster in dessen Fussstapfen. «Ich habe meinen Vater zweimal im Büro besucht, und 1976 habe ich an der EGAG-Generalversammlung teilgenommen und dabei die verantwortlichen Leute kennengelernt», erinnerte sich Eugster gestern, wie er damals quasi ins kalte Wasser geworfen wurde. Nun, 42 Jahre später, zieht sich auch Willi Eugster als Geschäftsleiter zurück. Bis Ende Jahr wird er seinem Nachfolger noch zur Seite stehen, «und als Verwaltungsrat bleibe ich Nahe beim Geschehen», der Abschied aus der Geschäftsleitung falle ihm deshalb nicht so schwer.

In Buchs aufgewachsen, die Kanti Sargans besucht

Gestern, anlässlich eines Pressetages zum 100-Jahr-Jubiläum der EGAG, übergab Eugster sein Amt offiziell an Alfred Rutz. Dieser ist in Buchs aufgewachsen, hat dort die Volksschule und dann in Sargans die Kantonsschule besucht. Aus seiner Jugend habe er deshalb einen starken Bezug zur Region, und seine Eltern hätten ihm auch immer vom Bergwerk erzählt und wie wichtig dieses im Krieg gewesen sei.

Beruflich war der in Trin wohnhafte Rutz zunächst während 20 Jahren bei der Firma Hilty in führender Position im In- und Ausland tätig, bevor er zur Papierfabrik Landqart ebenfalls in eine Führungsposition wechselte. Dann gründete er die Firma U-Nica in Landquart, die sich Technologien zur Unterscheidung von Fälschungen und Originalen widmete. Er baute diese Firma als CEO und VR-Präsident auf, letztes Jahr liess sich der heute 63-Jährige frühpensionieren. Bei der EGAG übernimmt er nun die Geschäftsleitung in Teilzeit und freut sich, nicht mehr so unter Druck und Arbeitslast zu stehen wie bei seinen früher international ausgerichteten Tätigkeiten. Im Mittelpunkt des gestrigen Pressetages, der just 100 Jahre nach der Gründung der Eisenbergwerk Gonzen AG durchgeführt wurde, stand das bevorstehende Jubiläumsfest vom 28. bis 30. Juni. Dieses wird mit viel Musik, einem Lichtspektakel und natürlich einem gehörigen Festbetrieb gefeiert.

Grubenfahrten, ein Spezialkonzert von Kulturpreisträger Michael Sele und seinen Beauty of Gemina, eine Tavolata sowie vielfältige musikalische Unterhaltung im Stollenbahnhof beim Bergwerkseingang gehören zu den Höhepunkten.

Jubiläum auch für Weingut und Winzer-Ehepaar Hörner

Nicht nur das Bergwerk feiert Jubiläum, auch das dazugehörende Weingut ist 100 Jahre alt. Bei der Gründung der EGAG und entsprechendem Landerwerb seien «eher zufällig» auch einige Rebparzellen in den Besitz der EGAG gelangt, führte Andreas Hörner dazu aus. Diese hätten den Grundstein für das heutige, rund sechs Hektaren umfassende Gut gelegt. 1994 übernahm Stefan Hörner mit seiner Frau Anita das Weingut mit damals noch drei Hektaren. Somit kann das Winzer-Ehepaar ebenfalls Jubiläum feiern, ist es doch seit 25 Jahren hier tätig.

Als man sich erste Gedanken über ein Jubiläumsfest zum 100-jährigen Bestehen der Eisenbergwerk Gonzen AG sowie des Weinguts Gonzen gemacht habe, sei auch die Idee für einen Jubiläumswein entstanden, erzählte Andreas Hörner gestern. Er, der zusammen mit Frau Anita seit 25 Jahren die Rebberge des Bergwerks betreut, konnte nun das Ergebnis vorstellen: ein Cuvée aus den Rebsorten Diolinoir, Syrah und Camaret, versehen mit dem Namen der Schutzpatronin der Bergleute, «Barbara». Der «Cuvée Barbara» ist auch das erste Produkt des Weinguts, der in einer Kaverne des Bergwerks gereift ist.

In der Krieg- und Nachkriegszeit lief es gut

Natürlich durfte ein kleiner Exkurs über die Geschichte des EGAG nicht fehlen: Der Schaffhauser Unternehmer Oscar Neher gründete zusammen mit der Georg Fischer AG Schaffhausen und der Gebrüder Sulzer AG Winterthur 1919 die EGAG. Dies bedeutete den Beginn des industriellen Erzabbaus im Berg. Vor allem während der beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts florierte das Geschäft, während des Zweiten Weltkriegs waren 378 Personen im Werk beschäftigt – der «Abbau-Höhepunkt». Auch die Nachkriegszeit brachte noch einen guten Geschäftsverlauf.

Doch dann konnte man mit den tiefen Erzpreisen der ausländischen Konkurrenz nicht mehr mithalten, und ein paar Jahre später, nämlich 1966 wurde das Bergwerk geschlossen.

Hans Lutziger und Urs Becker informierten über das umfangreiche Programm des Jubiläumsfester vom 28. bis 30. Juni. Ein spezieller Punkt dabei wird das Projekt «Berglichtwerk» sein, das von Roland Vils präsentiert wurde. Teile der Stollen werden illuminiert und können während Stollenfahrten bewundert werden.

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