Robin Näf verfolgt seine anvisierte Ziele konsequent

Die Wochentage gehören dem Studium in Zürich, am Wochenende dominieren Sport und Erholung: Robin Näf teilt seine Zeit gut ein und arbeitet zielstrebig für seine Ziele.

Adi Lippuner
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Beim Sport kann Robin Näf abschalten, die Kameradschaft geniessen und mit Freude dabei sein.

Beim Sport kann Robin Näf abschalten, die Kameradschaft geniessen und mit Freude dabei sein.

Aufgewachsen ist Robin Näf, Jahrgang 1996, in Wildhaus. «Die bäuerliche Herkunft, der Kontakt zu den Tieren, aber auch das Interesse an der Natur und der Medizin waren prägend für meinen Berufswunsch. Schon in der Primarschule, konkret in der fünften Klasse, war für mich klar, ich will Tierarzt werden.» Mit dem Besuch der Kantonsschule in Wattwil und seiner Maturaarbeit «Aspekte der botanischen Biodiversität auf der Alp Wart», am Fusse des Lütispitz, legte der junge Obertoggenburger den Grundstein für seinen Werdegang.

Als angehender Veterinär absolviert er eine Ausbildung, die seine ganze Aufmerksamkeit fordert. «Um genügend Zeit für den Sport zu haben, teile ich mir die Wochen gut ein.» Von Sonntagabend bis zum späteren Freitagnachmittag ist Robin Näf in Zürich, aktuell im fünften Semester des Studiums und kurz vor dem Übertritt ins sechste Semester. Nebst dem Besuch der Vorlesungen sei es unabdingbar, jeden Abend für das Studium zu arbeiten. «Mit dieser Aufteilung bleiben nur die Semesterferien, um einer Erwerbsarbeit nachzugehen.»

Robin Näf gibt genaue Anleitungen. (Bild: Michel Canonica)

Robin Näf gibt genaue Anleitungen. (Bild: Michel Canonica)

Handball, Turnen und Skifahren

Geht es um die sportlichen Betätigungen, steht bei Robin Näf Handball an erster Stelle. Sein Verein, der HC Büelen Nesslau, wurde gegründet, nachdem er in die Oberstufe übertrat. «Ich gehörte zum ersten Jahrgang von Wildhaus, der die Oberstufe in Nesslau besuchte und Peter Ruf hat Handball als sportliches Freifach angeboten,» blickt der heutige Handballtrainer auf den Beginn zurück. Weil es damals für die Schüler keine geeigneten Möglichkeiten gab, an einer Schüler-Meisterschaft teilzunehmen, seien sie kurzerhand in den Vereinshandball eingestiegen. Später wurde dann der eigene Verein gegründet. «Damit nahmen wir Jungen an den Clubmeisterschaften teil und waren stark gefordert.» Gefordert sein gefällt Robin Näf auch heute noch, er gibt sein Wissen an die Spielerinnen der U18 weiter, spielt selbst im Herrenteam und ist, als Inhaber der D-Lizenz, Verantwortlicher des Trainerstabes. 

"Das im Sport Gelernte hilft mir auch im Studium und im Privatleben. Ein erfolgreicher Trainer muss seine Leute fordern, aber nicht überfordern, soll motivieren und im Umgang mit ihnen den richtigen Ton treffen."

Bereits seit sieben Jahren verdient sich Robin Näf eigenes Geld als Kinderskilehrer in der Schneesportschule Wildhaus. Die Arbeit als Skilehrer sei einerseits eine willkommene Abwechslung zum Studium, ermögliche ihm aber andererseits auch, etwas Einkommen zu erzielen, um wenigstens einen Teil seiner Ausgaben selbst decken zu können. Um sich einen finanziellen Grundstock zu schaffen, war ihm auch die Mitarbeit in einer Schreinerwerkstatt willkommen, «denn arbeiten mit Holz gefällt mir sehr gut». Auch die Rekrutenschule als Militärpolizeigrenadier hat der angehende Tierarzt in guter Erinnerung.

Seinem Elternhaus windet Robin Näf nicht nur bezüglich der nötigen Unterstützung in finanzieller Hinsicht ein Kränzchen. «Meine Eltern standen von Anfang an hinter meinem Berufswunsch und liessen mir genügend Zeit, um zu lernen. Allerdings immer verbunden mit der Auflage, dass die Leistungen in der Schule und im Studium stimmen müssen.» Nach Möglichkeit helfe er, vor allem beim Überefahre und Heuen, auf dem Bauernhof mit. Sozusagen als Dank für die Unterstützung der Eltern übernimmt Robin Näf auch ab und zu die Verantwortung auf dem Hof, wenn sich Vater und Mutter ein paar Tage Auszeit gönnen.

Ebenfalls ist Robin Näf Mitglied beim Sportverein STV Wildhaus-Alt St. Johann. (Bild: Michel Canonica)

Ebenfalls ist Robin Näf Mitglied beim Sportverein STV Wildhaus-Alt St. Johann.
(Bild: Michel Canonica)

Fasziniert von der Alp Wart

Die Alp Wart am Fusse des Lütispitz ist Teil der Alp Hintergräppelen, welche sich im Besitz der Ortsgemeinden Wildhaus und Alt St. Johann befindet. Die Familie Näf betreibt einen Aufzuchtbetrieb, ihre Tiere verbringen die Sommermonate auf der Alp. «Während der Alpzeit bin ich gerne dort oben und erfreue mich an der ­abwechslungsreichen Flora. Die ­sonnige Lage und der basisch dominierte Boden lassen eine reichhaltige Pflanzenwelt wachsen. Dies war auch der Grund, dass ich meine Abschlussarbeit an der Kantonsschule über ­ die Biodiversität der Alp Wart gemacht habe.

Zur Persönlichkeit und den sportlichen Vorlieben von Robin Näf gehört auch das Turnen. Er ist Mitglied im Sportverein STV Wildhaus-Alt St. Johann und besucht, wenn immer es sein Studium zulässt, auch regelmässig das Training. «Beim Turnen kann ich abschalten, die Kameradschaft geniessen und mit Spass und Freude dabei sein.» Allerdings komme dieses Engagement aktuell etwas zu kurz, «denn die Ausbildung geht vor». Bei den Turnern ist Robin Näf schon seit seiner Primarschulzeit dabei. 

"Es ist eine tolle Truppe, ich möchte sie nicht missen."

Er habe in diesem Verein keine offizielle Funktion. «Ich bin einfaches Mitglied, helfe aber gerne, wenn es nötig ist.» Mit besonderer Freude blickt Robin Näf auf die Vorbereitung und Durchführung des Turnerabends mit dem Auftritt aller Riegen zurück. «Wir konnten ein Programm erarbeiten, das sowohl den Aktiven als auch dem Publikum Spass gemacht hat», so Näf.

Robin Näf ist einer von sechs Männern, welche zusammen mit 50 Frauen an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich Tiermedizin studiert. (Bild: Michel Canonica)

Robin Näf ist einer von sechs Männern, welche zusammen mit 50 Frauen an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich Tiermedizin studiert. (Bild: Michel Canonica)

Weibliche Dominanz

Doch zurück zum Studium: An der Vetsuisse-Fakultät der Universität in Zürich dominieren die Frauen. «In unserem Jahrgang sind über 50 Frauen und sechs Männer, der Beruf ist also ganz klar frauenlastig» so Robin Näf. Angesprochen auf seine Vorstellungen, was er nach Abschluss der fünfjährigen Ausbildung, welche er mit dem Staatsexamen abschliesst, für Pläne hat, ist zu erfahren: «Ich könnte mir gut vorstellen, im Nutztierbereich zu arbeiten, mich interessiert aber auch die Lebensmittelsicherheit.»

Sein Studium sei äusserst breit gefächert, geht es doch in der Ausbildung um Massnahmen, welche die Gesundheit und das Wohlbefinden kranker oder verunfallter Tiere fördert, um die Verbesserung von Zucht, Haltung und Ernährung der Tiere, aber auch um Erforschung, Verhütung und Behandlung von Krankheiten. Auch der Schutz der Menschen vor Schädigung durch Tierkrankheiten, die Kontrolle von Lebensmitteln tierischer Herkunft und Probleme des Tier- und Umweltschutzes gehören dazu. Angesprochen auf den Einsatz von Antibiotika war zu erfahren, dass dieses Thema ständig präsent sei «und wir auch immer wieder darauf sensibilisiert werden».