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Wildheuen ist gefährlich und anstrengend: Unterwegs an den steilsten Berghängen

Die Alp ist wohl der Arbeitsplatz mit der schönsten Aussicht weit und breit. Doch mit dem eigentlich idyllischen Alpleben sind mühselige Arbeiten verbunden. Kürzlich stand auf der Alp Eidenen oberhalb von Sennwald das Wildheuen derjenigen Flächen an, die als Weide zu gefährlich sind.
Corinne Hanselmann

Gewandt bewegen sich Landwirt Ruedi Bühler und seine Helfer am steilen Hang auf rund 1600 Metern über Meer. Das Gras, welches der 26-Jährige zwei Tage zuvor gemäht hat, ist dank des heissen Wetters nun trocken genug, um es einzubringen. Es muss runter in den Stall der Alp Eidenen auf 1405 Metern über Meer.

Die jungen Männer rechen das Heu zu Haufen zusammen, binden es mithilfe von Netzen und Seilen zu grossen Ballen, die geschätzt 40 bis 50 Kilogramm wiegen. Diese Bürde schultern und tragen sie den immens steilen Hang runter, stets auf einen sicheren Stand und das Gleichgewicht achtend, denn Laubbläser kommen auf Eidenen nicht zum Einsatz, um die Insekten zu schonen.

Am Fusse des Hohen Kastens heut die Familie Bühler. (Bilder: Corinne Hanselmann)
Landwirt Ruedi Bühler (Mitte) wird beim Wildheuen von Bruder Ueli Bühler (rechts) und Stefan Zurfluh unterstützt.
Die Hangsteigung beträgt rund 70 Prozent.
Schon als kleine Buben haben Ruedi (links) und Ueli Bühler mitgeholfen.
Mit Netzen, Seilen oder Tüchern wird das Heu zusammengebunden.
Die richtige Technik ist gefragt beim Aufstehen mit der grossen Last.
55 Kühe und Rinder verbringen den Sommer auf der Alp Eidenen.
Der Aebi erweist gute Dienste.
Im Alpstall wird das Heu verstaut.
Willi Bühler pflegt die Käse.
Babette Bühler bereitet den Zmittag vor.
15 Bilder

Das Leben auf der Alp Eidenen

Das Gras wachsen zu lassen ist keine Option

Rund zwei Hektaren gross ist die Fläche, die Familie Bühler auf der Alp Eidenen Jahr für Jahr heut. Die Hangneigung beträgt hier etwa 75 Prozent. «Weil die Fläche steil und zusätzlich mit rutschigen Felsen durchzogen ist, ist das Weiden fürs Vieh zu gefährlich», erklärt Landwirt Ruedi Bühler, der die Alp zusammen mit seinen Eltern bewirtschaftet.

Das Gras einfach wachsen zu lassen sei keine Option. Da hier jeden Winter Lawinen abgehen, würde der Schnee am langen Gras haften, den Bewuchs samt Wurzeln mitreissen und den Hang beschädigen. Das mühselig geerntete Heu wird gegen Ende der Saison, wenn das Gras auf den Alpweiden zur Neige geht, dem Vieh verfüttert. «Dadurch können wir etwas länger auf der Alp bleiben.»

Mähen im Steilhang nur mit Steigeisen

Das Wildheuen ist anstrengend und nicht ungefährlich. Schwindelfreiheit, Kraft und Ausdauer sind gefragt. Und dennoch: Für Ruedi Bühler ist diese Arbeit mehr als ein notwendiges Übel. Besonders das anspruchsvolle Mähen mithilfe seines mit speziellen Gitterrädern ausgestatteten Motormähers hat es ihm angetan, auch wenn er dafür sogar Steigeisen anziehen muss. Ein Teil muss aber von Hand mit der Sense gemäht werden. Familie und Freunde unterstützen Ruedi Bühler regelmässig beim Wildheuen, das meist eine bis zwei Wochen Arbeit bedeutet.

«Als Kinder trugen wir einen Kartoffelsack voll Heu»

Einer der Helfer ist der 28-jährige Bruder Ueli Bühler. Er arbeitet als Forstwart. Seine Sommerferien verbringt er auf der Alp Eidenen. Er helfe sehr gerne beim Heuen mit, sagt er. «Andere unternehmen in ihren Ferien grosse Bergtouren oder sind mit dem Mountainbike unterwegs, und ich helfe beim Wildheuen.»

Von klein auf haben die vier Bühler-Brüder die Sommer auf der Alp verbracht, zum 26. Mal ist die Bauernfamilie aus Salez in diesem Jahr schon auf Eidenen. «Etwa als Sechsjährige haben wir mit einem Kartoffelsack voll Heu auf dem Rücken angefangen mitzuhelfen und uns die richtige Technik angeeignet», erinnern sich Ruedi und Ueli Bühler, die trotz Bürde auf dem Rücken wie Berggeissen den Hang runtersteigen. Dort, wo es etwas flacher wird, übernimmt Vater Willi Bühler den Weitertransport bis zum Alpstall mit dem vierrädrigen Aebi.

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