Sauerkäse- und Bloderkäse-Produzenten überzeugten die Fachjury

Sechs Produzenten von Werdenberger Sauerkäse und Toggenburger Bloderkäse dürfen sich über ihre Auszeichnungen freuen. Die Fachjury vergab in Gams im Rahmen der Preisverleihung die Urkunden.

Adi Lippuner
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Fünf der ausgezeichneten Produzenten (von links): Florian Tischhauser, Grabs; Thomas Tschiggfrei, Sevelen; Sabrina Müller, Alp Tesel; Mathias Schnyder, Stein; sowie Roland Gantenbein, Grabs. (Bild: Adi Lippuner)

Fünf der ausgezeichneten Produzenten (von links): Florian Tischhauser, Grabs; Thomas Tschiggfrei, Sevelen; Sabrina Müller, Alp Tesel; Mathias Schnyder, Stein; sowie Roland Gantenbein, Grabs. (Bild: Adi Lippuner)

Der Verein Sauerkäse-Bloderkäse verleiht jeweils nach der Mitgliederversammlung die Preise für die zur Bewertung eingereichten Käse. Die Fachjury mit Präsident Otto Gerner, Eschen, Gastronom Kurt Scheiwiller, Othmar Bereuter, Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Corinne Gantenbein, Fachhochschule Wädenswil und Christian Eggenberger, pensionierter Käser, Sevelen, bewertete die Produkte. Die Verleihung fand am Freitagabend statt.

Acht Bloderkäse und fünf gereifte Sauerkäse galt es nach den Richtlinien zu bewerten. Dabei wird zwischen Normkategorien, AOP (geschützte Ursprungsbezeichnung) und der freien Kategorie, bei der Fett-, Salz und Wassergehalt von den Vorgaben abweichen dürfen, unterschieden. Insgesamt attestierte Otto Gerner den Produzenten eine gute Leistung. «Es ist das zwölfte Mal, dass wir diese Bewertung vornehmen. Die Jury weiss jeweils nicht, von wem die einzelnen Produkte stammen, es ist also eine Blindverkostung,» so Otto Gerner.

«An einer Wissenschaft beteiligt»

Corinne Gantenbein, stellvertretende Leiterin am Institut für Lebensmittel und Getränkeinnovation und Leiterin Forschung und Entwicklung an der ZHAW (Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), betonte: «Die Produzenten von Sauerkäse und Bloderkäse sind an einer Wissenschaft beteiligt. Es ist nicht ganz einfach, die Welt der Bakterien zu steuern, denn diese haben ein ausgeprägtes Eigenleben.»

Florian Tischhauser, Mafun, Grabs, Werdenberger Sauerkäse Tal, 18,5 von 20 möglichen Punkten, Thomas Tschiggfrei, Sevelen, Werdenberger Sauerkäse AOP, 18,2 Punkte, und Roland Gantenbein Grabs, Bloderkäse AOP, 17,8 Punkte haben die Jury bei der Bewertung der regionalen Käsespezialität überzeugt. Aus dem Toggenburg erhielten Margrit und Mathias Schnyder, Stein, frischer Sauerkäse, 18,6 Punkte, Thomas Stadelmann, Käserei Stofel, Unterwasser, Bloderkäse AOP, 17,7 Punkte und Sabrina Müller, frischer Sauerkäse, freie Kategorie, 17,7 Punkte hergestellt auf der Alp Tesel, eine Auszeichnung.

Vom Allgäu ins Obertoggenburg

Mit Freude nahm Sabrina Müller ihre Urkunde entgegen. Vor vier Jahren kam die junge Älplerin aus ihrer Heimat Allgäu auf die Alp Tesel. Die Alp liegt auf Toggenburger Gebiet, ist aber im Besitz der Ortsgemeinde Gams. «Damals hatte ich keine Ahnung von der einheimischen Spezialität Bloderkäse und liess mir von erfahrenen Älplern erklären, wie diese hergestellt wird. Bei der ersten Degustation erhielt ich nochmals Tipps, nahm einige Anpassungen vor und seither wird der Bloderkäse immer nach dem gleichen Rezept hergestellt.»

Ein «alter Hase» bei der Herstellung von Bloderkäse, gemäss den neuesten Richtlinien als «frischer Sauerkäse» zu bezeichnen, ist Mathias Schnyder, Stein. Zusammen mit seiner Ehefrau Margrit stellt er schon seit vielen Jahren die Spezialität her. «Sorgfalt und Fingerspitzengefühl sind bei der Produktion nötig. Wer den Käse so behandelt, erhält ein feines Produkt, das auch von der Kundschaft geschätzt wird.»