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An der Schlossmediale kann Gold mit verschiedenen Sinnen erlebt werden

Wie riechen goldene Töne? An der Schlossmediale vom 7. bis 16. Juni wird dieses Geheimnis gelüftet. Ohren, Augen und Nasen werden goldig verwöhnt.
Alexandra Gächter
Babette Karner (links) und Mirella Weingarten stellten an der Medienkonferenz das Programm der Schlossmediale vor. (Bild: Alexandra Gächter)

Babette Karner (links) und Mirella Weingarten stellten an der Medienkonferenz das Programm der Schlossmediale vor. (Bild: Alexandra Gächter)

Gold, die Farbe des Barock, ziert Schlösser, Paläste und Kirchen. Das Schloss Werdenberg kann da – wenn es rein um das Element Gold geht – nicht mithalten. Vergoldete Bilderrahmen hängen im Schloss. Das ist alles. «Eigentlich ist es die Abwesenheit des Goldes im Schloss Werdenberg, die mich auf das Thema Gold gebracht hat», sagt Mirella Weingarten, Künstlerische Leiterin und Begründerin der Schlossmediale. Während der Schlossmediale vom 7. bis 16. Juni wird dies geändert: Das Schloss Werdenberg wird in Gold gehüllt. In echtes und falsches, in erdachtes und verhasstes, in glückseliges und gefährliches. Was das Gold mit und aus den Menschen macht, wann es Treue oder Neid, Gier oder Vergänglichkeit bedeutet, werden die Künstlerinnen und Künstler der Schlossmediale in diesem Jahr ergründen. Während bei den meisten Konzerten, Ausstellungen und Workshops die strahlende, glänzende und faszinierende Seite des Goldes künstlerisch interpretiert wird, zeigt eine Ausstellung die negativen Aspekte des Edelmetalles.

Seltene Instrumente und Workshops für alle

Die verschiedenen Ausstellungen, Konzerte und Workshops zum Thema Gold sind für die breite Bevölkerung wie auch für den anspruchsvollen Kulturliebhaber konzipiert. Man kann auf der Ruine Wartau mysteriöse Geschichten erfahren, im Städtli Werdenberg einen eigenen goldenen Ring schmieden, den Tönen des seltenen wie auch unbekannten Instrument Salterio lauschen oder gar goldene Töne riechen. Letzteres kann bei «Le Concert Des Parfums» erlebt werden. Goldene Saxophone erzeugen barocke Eleganz. Für jedes Stück des Musikers Michel Godard hat Parfumière Ursula S. Yeo einen speziellen Duft konzipiert.

Selbst zum Künstler werden

Wer bei der Schlossmediale künstlerisch mitmischt, muss nicht nur überragend gut, sondern speziell sein. Bei einem Kunstwerk der 8. Schlossmediale dürfen jedoch alle interessierten Werdenberger mithelfen. Ein Ferrari aus Gold – gut sechs Meter lang und zwei Meter breit – kann während der Schlossmediale im Schloss Werdenberg bestaunt werden. Es ist wohl das einzige bildnerische Kunstwerk, das weder fertig noch angefangen ist. Entstehen wird es erst noch. Weiter speziell: Es wird aus Goldpapier gefaltet und darf von allen Interessierten aus der Region gefertigt werden. Die 8. Schlossmediale zum Thema Gold zeigt sich einmal mehr volksnah.

«Zehn Tage lang wird das Festival dieses sinnliche und zwiespältige Element in Klang und Form hinterfragen."

Im Zentrum der Ausstellung steht die bekannte Schweizer Kostümbildnerin Marion Steiner. Als Künstlerin im Fokus wird sie mit ihren Figuren zum Thema Gold das Schloss Werdenberg bevölkern. Komponistin im Fokus ist die Südtirolerin Manuela Kerer. Sie hat Komposition, Violine, Psychologie und Jura studiert und zweimal promoviert. Kerer vertonte Teile des italienischen Strafgesetzbuches und verfasste eine Komposition für einen Eierschneider. Werke von ihr werden in «Impresa Omonero» am 13. Juni zu hören sein. «Bei dieser Musik vergisst man völlig, dass es sich nicht um barocke, sondern neue Musik handelt», sagte Karner vor den Medien. Ein Instrument der Herzöge und Kardinäle Das Instrument im Fokus der Schlossmediale wird das Salterio sein. Selbst eingefleischten Kennern der Alten Musik ist dieses Instrument zumeist kein Begriff. Als «dolce conforto», als sanfter Tröster, wurde sein Klang bezeichnet. Zumeist waren es Herzöge, Gräfinnen, Nonnen und Kardinäle, die dieses vergoldete Instrument mit seinem fast durchsichtig-zarten Klang spielten.

Von goldener Ausstellung zu schmerzhaftem Abend

Beim Konzert «Il Dolce Conforto» vom 10. Juni wird Franziska Fleischanderl, die umfangreiche Forschungen zur Spielweise dieses Instrumentes unternahm, das Salterio zum Klingen bringen. Neben Konzerten, die indisch oder westlich angehaucht sind, der Hauptausstellung «Gold» und Gesprächen mit Künstlern und Stipendianten findet auch ein Soloabend mit Tatort-Darsteller Wolfram Koch statt.

«Er ist ein Genie zum Niederknien.»

«Ich bin’s deine Mutter» ist tiefgründig und wandelt den goldenen Ausstellungstag in einen schmerzhaften Abend. Ebenfalls zum Nachdenken regt die Installation mit Texten und Zeichnungen «Verschluckte Tränen oder Goldküste ist überall» von Kurt Scheidegger an. Es ist ein Bericht über die Abgründe des bürgerlichen, übersättigten Lebens an der Zürcher Goldküste.

Das Konzert «Grande Finale», bei dem Künstler aus vielen verschiedenen Ländern mitwirken, wird zum Abschluss auf dem Schlosshof gespielt – bei hoffentlich goldener Abendröte.

Wer helfen möchte, den goldenen Ferrari zu falten, darf sich unter 081 599 19 35 oder info@schloss-werdenberg.ch melden.

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