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Am Swissultra in Buchs schmerzt Initiator und Athlet Daniel Meier das Zuschauen mehr als das Mitmachen

Der Swissultra geht in die vierte Runde. Elf Athleten werden 20 Ironman-Triathlons in 20 Tagen absolvieren.
Robert Kucera
Daniel Meier verfolgt am Double Deca keine hohen Ziele. Es zählt das Mitmachen und das besondere Erlebnis, Teil des Wettkampfs zu sein. (Bild: PD)

Daniel Meier verfolgt am Double Deca keine hohen Ziele. Es zählt das Mitmachen und das besondere Erlebnis, Teil des Wettkampfs zu sein. (Bild: PD)

Vom 12. bis 31. August geht es im und ums Freibad Buchs sportlicher als sonst schon zu und her. Der Swiss­ultra macht zum vierten Mal in vier
Jahren Halt im Werdenberg. Initiant und Athlet Daniel Meier ist froh, dass der Triathlon-Anlass in Buchs eine Art Heimat gefunden hat. «Wir sind hier sehr herzlich willkommen und werden von vielen Leuten unterstützt», freut er sich auf den Anlass.

Der Winterthurer wird auch dieses Jahr mitschwimmen, mitfahren und mitlaufen. Die Rolle am Streckenrand ist nicht sein Ding. Sporttreiben dagegen schon.

«Doch das Schönste ist der Zieleinlauf»,

sagt der 46-Jährige mit einem Lächeln.

Sicherheit der Athleten geht über alles

Die dritte Rückkehr des Swissultra nach Buchs ist keinesfalls ein Plan B, weil man nichts anderes gefunden hat. «Buchs ist topp», hält Meier fest und ergänzt, dass es den idealen Triathlon-Wettkampfort nicht gäbe. Doch hier im Werdenberg könne das Optimum in vielerlei Hinsicht herausgeholt werden. Er hebt dabei die nahezu verkehrsfreie Rad- und Laufstrecke heraus. «Mir geht’s primär um die Sicherheit der Athleten und die Qualität des Anlasses. Die ist in Buchs gegeben. Es ginge nicht, wenn ich jeden Tag hoffen müsste, dass niemand einen Unfall hat. Das wäre kein Genuss.»

3600 Kilometer Radfahren: 20x180 Kilometer ergeben die Strecke von Lissabon nach Göteborg

Zu über­wachen ist lediglich eine Kreuzung, die mit Personal gesichert wird. Ein besonderer Knotenpunkt ist der Badi-Parkplatz. Doch die Organisatoren haben in der Vergangenheit gelernt, wie man damit klar kommt «und die Buchser kennen uns ja mittlerweile auch», weiss Meier, dass an diesem Wettkampfort gegenseitige Rücksichtnahme keine leere Floskel ist.

Für den Standort Buchs sprechen also auch Erfahrungswerte. Die Swissultra-Macher haben sich ein Netzwerk aufgebaut.

«Darum wollen wir gar nicht weg. An einem anderen Ort müssten wir wieder bei Null beginnen, wie Bewilligungen bei den Behörden einholen.»

Doch auch die Region hat den Sportanlass ins Herz geschlossen. «Der Funken ist definitiv gesprungen, es herrscht Begeisterung für unseren Anlass. Unsere Power-Helfer haben mit ihren Arbeiten bereits angefangen.»

Hoher Wohlfühlfaktor sorgt für Rekorde und Rückkehrer

Wie wichtig der Standort aus Sicht eines Ultrasportlers ist, erläutert Daniel Meier am Beispiel von Weltrekordler Richard Jung aus Deutschland. Dieser teilte ihm in einem Interview mit, dass er sich nur dann für einen Weltrekord so quälen könne, wenn er sich auf der Strecke auch wohlfühlt.

So empfinden auch die anderen Athleten, die ihre sportlichen Ambitionen gerne in Buchs ausleben. Dass von 30 Startern deren 17 bereits am Swissultra teilnahmen, ist somit ein Kompliment an das OK, an die zahlreichen Helfer, an die Zuschauer sowie an die Stadt Buchs.

Daniel Meier nimmt es dieses Jahr leichter als auch schon

Der Winterthurer Daniel Meier ist der Rekordmann des Swiss-
ultra in Buchs. Viermal fand dieser Wettkampf nun statt, viermal nahm der 46-Jährige daran teil – und erreichte stets das Ziel. «Dieses Jahr habe ich länger gebraucht, bis ich mich definitiv dafür entschieden habe», gibt Meier, der auch Initiant und OK-Mitglied des Swissultra ist, zu.

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«Ich weiss selbst noch nicht, wie ich mich dieses Jahr quälen kann.» Es herrschte auch schon mehr Zuversicht, als man ihn im Vorfeld auf «sein» Rennen ansprach. Deshalb nimmt sich Meier Folgendes vor:

«Ich mache einfach das, was geht. Vielleicht habe ich eine Stunde länger, nehme es leichter.»

Die Klassierung, aber auch die Zeit, sind Nebensache.

Der Triathlet könnte es sich aber auch einfacher machen, indem er nur noch die Rolle als Organisator bekleidet. Rasch macht Daniel Meier klar, dass dies (vorerst) keine Option sei: «Die Doppelfunktion bedeutet mir sehr viel. Ich bin näher dran an den Leuten. Wenn ich am Strassenrand stehe und ich sie vorbeifahren sehe, ist es nicht dasselbe, wie wenn wir gemeinsam durch den Regen fahren.»

Ausserdem wäre der Schmerz, zuzuschauen, grösser, als wenn man sich selber 20 Tage lang quält. «Darum mache mit. Dann tut’s nicht so weh.»

Natur und Stafetten sorgen für Abwechslung


Daniel Meier kennt die Strecke rund ums Freibad Buchs mittlerweile wie seine Westentasche. Diese stellt für ihn und seine Ultrasport-Kollegen keine Monotonie dar. «Wir sind aktiv und voll da mit unseren Gedanken», sagt er. Die Triathleten sehen den Rheindamm, den Fluss und die Umgebung rasch mit anderen Augen. Ihnen entgeht keine Veränderung am Wasserstand und in der Form der Sandbänke. Meier erfreut sich ausserdem an den verschiedenen Wolken-Konstellationen beim Sonnenuntergang über Wildhaus.

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Bei so einem harten Rennen, wie den Double Deca – Daniel Meier bestreitet mit zehn weiteren Athleten die Königsdisziplin, den 20-fachen Ironman-Triathlon – ist jeder positive Einfluss hilfreich. Der 46-Jährige nennt hier Gespräche mit Athleten aber auch Zuschauern.

«Und machen die Buchser Stafetten mit, dann hüpft mein Triathlon-Herz vor Freude»,

versichert Meier. «Diese Stafetten pushen uns, die haben neues Leben auf den Rheindamm gebracht.» Ein Schwatz mit
diesen Teilnehmern, die am 20. und 24. August an den Start gehen werden, gehört zu seinem Programm dazu.

Ultrasportler neigen in Buchs zu emotionalen Verhalten

Ein wichtiger Aspekt, an der Teilnahme am Swissultra festzuhalten, ist die einmalige Ausstrahlung, die den Buchser Wettkampf ausmacht. «Hier hat sich eine Art Magie entwickelt», schwärmt Daniel Meier. Im Grunde genommen seien die Ultrasportler eher reserviert. «Doch in Buchs haben wir während der Siegerehrung die Welle gemacht. Das habe ich noch nie erlebt», berichtet der Winterthurer, der viele internationale Rennen bestritten hat.

Der Höhepunkt für Daniel Meier und jeden Swissultra-Athleten ist die Freude, die Ziellinie zu durchqueren. (Bild: PD)

Der Höhepunkt für Daniel Meier und jeden Swissultra-Athleten ist die Freude, die Ziellinie zu durchqueren. (Bild: PD)

Einmalig sei auch der Zieleinlauf am Anlass in Buchs. «Ich erinnere mich, dass ich an den Wettkämpfen tagsüber oder auch mitten in der Nacht alleine ins Ziel kam», erzählt Meier. «Doch wenn sich hier in Buchs einer dem Ziel nähert, kriechen alle aus ihren Zelten heraus, ziehen ihr Finisher-Trikot an, kommen zum Zielstrich, und nehmen den Athleten in Empfang – egal auf welchem Rang er ist.»

Emotionen pur erlebt Daniel Meier, wenn einer der Ultra-Neulinge seinen ersten Fünffachen beendet.

«Sie heulen am Ziel das Leibchen voll. Das ist so schön.»

Doch so ein Swissultra bedeutet auch Verzicht. «Unsere Sommerferien verbringen wir in Buchs», sagt Katrin Meier. In ihrer Stimme sind jedoch
weder Missfallen noch Bedauern auszumachen. «Es sind Ferien, in denen man alles vergisst», erläutert die Ehefrau von Daniel Meier, eine wichtige Stütze im OK.

Sie wird in den drei Wochen keine Zeit haben, über anderes nachzudenken, der Alltag ist weit weg. «Die Erholung kommt zu kurz. Doch ich erhole mich dann bei der Arbeit.»

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