Am 11. Mai dürfen die lokalen Restaurants wieder öffnen: Freude herrscht – aber keine Euphorie

Gespannt haben die lokalen Gastronomiebetriebe die Entwicklungen in der Coronakrise verfolgt. Man verfolgte die Pressekonferenzen und informierte sich in den Medien über die neusten Massnahmen. Mit der neusten Lockerung ab 11. Mai fiel einigen ein Stein von Herzen.

Robert Kucera
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Dem Feierabend-Drink steht ab 11. Mai nichts mehr im Weg. Doch Gastronomie und Kunden haben sich an Regeln zu halten.

Dem Feierabend-Drink steht ab 11. Mai nichts mehr im Weg. Doch Gastronomie und Kunden haben sich an Regeln zu halten.

Bild: Arina Habich

«Ich bin sehr froh, dass wir wieder öffnen können», blickt Kerstin Manni, Inhaberin der Z-Bar in Buchs, gespannt Richtung übernächsten Montag.

«Ich bin dankbar darüber, dass wir halbwegs ins normale Leben zurück können.»

Für Manni war der Bundesratsentscheid am Mittwoch insofern wichtig, dass sie wieder positiv in die Zukunft blicken kann. Auch der Landgasthof Werdenberg wird am 11. Mai seinen Restaurationsbetrieb aufnehmen. «Wir sind sehr sehr froh darüber. So merkt man, dass es nun doch weiter geht», sagt Philipp Gubler. Jedoch herrsche keine Euphorie über die bevorstehende Wiedereröffnung.

Bundesrätlicher Entscheid war eine positive Überraschung

Durch die Lockerung der Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus per 11. Mai bricht für die Gastronomie noch lange kein goldenes Zeitalter an. Doch es tut dieser Branche sehr gut, wie zwei Beispiele aus der Region zeigen.

«Wir haben jeden Tag mit Anspannung die Medien verfolgt», berichtet Philipp Gubler vom Landgasthof Werdenberg. Die Inhaberin der Z-Bar in Buchs, Kerstin Manni, hatte gar ein paar schlaflose Nächte aus Sorge um ihren Betrieb. «Am Mittwoch hatte ich nicht viel Hoffnung», schildert sie den Augenblick, in welchem sie den Fernseher eingeschaltet hat.

«Für mich war es eine positive Überraschung.»

Neben Freude herrschte bei ihr auch Jubel.

Beste Voraussetzungen schaffen, um parat zu sein

Für Manni von der Z-Bar steht fest: Es ist ein erster Schritt in Richtung Normalität. Ebenso ist ihr bewusst, dass die Wiedereröffnung des Lokals unter herausfordernden Bedingungen stattfindet. Es gilt, ein Schutzkonzept zu erstellen und durchzusetzen. «Ein paar Tische müssen entfernt werden», sagt Manni. Immerhin sieht sie sich nicht mit Platzproblemen konfrontiert. So darf sie immerhin einen Teil ihrer Stammgäste ab 11. Mai begrüssen. «Das ist besser als nichts.» Dennoch hofft sie auf schönes Wetter. Sodass sie einige Tische mehr, im Freien, aufstellen kann.

Ein feines Schnipo kann ab 11. Mai wieder im Lieblingsrestaurant herzhaft genossen werden.

Ein feines Schnipo kann ab 11. Mai wieder im Lieblingsrestaurant herzhaft genossen werden.

Bild: Felix Gerber

Es zählt nun mal jeder Tisch, den man aufstellen kann. Auch im Landgasthof Werdenberg, wie Philipp Gubler berichtet. «Wir haben noch ein paar Tage Zeit, alles vorzubereiten. Für uns gilt: Beste Voraussetzungen schaffen, um ab dem 11. Mai parat zu sein.» Ein Vorteil ist, dass der Landgasthof über grosszügige Räumlichkeiten verfügt. Selbst mit dem geforderten Zwei-Meter-Abstand zwischen den Tischen könne man recht viel aufstellen. Daneben wird das Angebot auf der Speisekarte angepasst.

Über weitere Massnahmen, so ergänzt Gubler, werde man nächste Woche noch vom Verband informiert. Zum Beispiel wird es noch klarere Anweisungen zum Hygienekonzept geben und auch um eine Checkliste muss sich nicht jedes Restaurant selbst kümmern – die wird der Verband erstellen.

Grossandrang oder doch eine Anlaufzeit?

Wichtig aus Sicht von Philipp Gubler ist, dass man weiterhin Tag für Tag schaut, wie es weiter geht. So macht er sich jetzt noch keine Gedanken zur Auslastung und Kostendeckung ab 11. Mai. Er tritt auf die Euphorie-Bremse, was den Kunden-Ansturm ab übernächster Woche angeht.

«Die Leute sind sensibilisiert, nicht jeder will gleich sofort ins Restaurant gehen. Es braucht eine gewisse Anlaufzeit.»

Anders Kerstin Manni: «Die Bevölkerung hat einen recht grossen Nachholbedarf auszugehen und auswärts etwas zu trinken.» Sie erwartet einen Ansturm, wie es in jüngster Vergangenheit verschiedene Branchen bereits erlebt haben.