Alvier
Pfadi-Jubiläum: Das «Schneggenbödeli» als Mittelpunkt

Die Pfadfinderabteilung «Alvier» wurde vor 90 Jahren ins Leben gerufen. Trotz Wandel standen die Pfadiwerte immer im Mittelpunkt.

Hansruedi Rohrer
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Die Pfadiabteilung «Alvier» anlässlich eines Umzuges in der Bahnhofstrasse 1950.

Die Pfadiabteilung «Alvier» anlässlich eines Umzuges in der Bahnhofstrasse 1950.

Archiv Hansruedi Rohrer

Bereits Anfang der 1920er-Jahre wurde ein bescheidener Versuch unternommen, eine lokale Pfadfindergruppe zu gründen. Dieser Versuch scheiterte: Der Gruppe war nur ein kurzes Dasein beschieden. Das änderte sich aber im Jahr 1931 mit der erfolgreichen Gründung der Pfadfinderabteilung «Alvier» auf dem Schneggenbödeli. Feldmeister Fritz Hauser, der im Buchser Fotogeschäft Müller tätig war, hiess der Gründer. Er wurde tatkräftig unterstützt vom ersten Elternratspräsidenten Fritz Bürki, Telefon- und Telegrafenchef in Buchs.

Die Pfadfinderidee im Dorf lebte auf, und die Bewegung entwickelte sich innerhalb der ersten 50 Jahre zu einer Abteilung mit über 100 Mitgliedern. Natürlich gab es auch da verschiedene Hochs und Tiefs zu meistern. Es kriselte vor allem während des Zweiten Weltkriegs. Es kam so weit, dass im Jahr 1943 die Abteilung vor der Auflösung stand. Doch es folgte die Rettung: Dem aus der ehemaligen Abteilung «Forstegg» hervorgegangenen Führer Hans Frick, welcher in Buchs Wohnsitz nahm, gelang es, der Abteilung wieder neue Impulse zu geben.

Muntere Pfadigruppe «Alvier» in früherer Zeit.

Muntere Pfadigruppe «Alvier» in früherer Zeit.

Archiv Hansruedi Rohrer

Als Höhepunkte im Pfadileben gelten die Lager. Seit 1945 werden solche regelmässig durchgeführt. In jenes Jahr fällt auch die Gründung des Altpfadfinderverbandes, ihm gehören die ehemaligen Pfadfinder der Abteilung an. Im Jahr 1939 wurde in Buchs auch eine Pfadfinderinnengruppe gegründet. Eine Zusammenarbeit mit der Bubenabteilung sah man jedoch vorerst höchstens bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier.

Eine ehemalige Militärbaracke als Pfadfinderheim

Im Februar 1946 kaufte die Abteilung eine ehemalige Militärbaracke, die bei der Eisenbahnbrücke am Rhein stand. Initiant war Robert Giger, Telefonmonteur, der sich in der Buchser Pfadigeschichte bleibende Verdienste erworben hatte. Das Gebäude wurde durch die Pfadfinder abgebrochen, auf das Schneggenbödeli transportiert und dort wieder zusammengebaut. Der Auf- und Ausbau erstreckte sich bis in den Oktober 1946.

Die Pfadfinderabteilung im Jahr 1946 mit Leiter Robert Giger (hinten 2. v. rechts).

Die Pfadfinderabteilung im Jahr 1946 mit Leiter Robert Giger (hinten 2. v. rechts).

Archiv Hansruedi Rohrer

Dann kam der denkwürdige 2. November jenes Jahres. Einige Pfadfinder waren damit beschäftigt, dem Gebälk mit einer Lötlampe einen Einbrennschmuck zu verleihen, als plötzlich durch eine Ritze ein Luftzug entstand und die Flamme anzog. Sofort stand das Gebäude in Brand. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle, konnte aber nichts mehr ausrichten. Die Sorge galt in erster Linie dem nahen Wald. Eine Geldsammlung bei der Buchser Bevölkerung ermöglichte im kommenden Jahr den Bau eines neuen Pfadiheims an gleicher Stelle.

In verschiedenen Etappen erweitert und umgebaut

Die Hauptfronarbeit leisteten der Buchser Abteilungsleiter Robert Giger und der Obmann des Altpfadfinderverbandes, Adolf Schwegler. Am 9. November 1947 war die Einweihung, verbunden mit dem st. gallisch-oberländischen Pfadfindertag. Über 100 Zuschauer verfolgten den Einweihungsakt. Das anschliessende Pfadfindertreiben vermittelte einen Einblick in die Tätigkeit der Abteilungen. Mit einem Lagerfeuer und dem Fahneneinzug wurde die Tagung beendet.

1947 konnte das neue Pfadiheim auf dem Schneggenbödeli eingeweiht werden.

1947 konnte das neue Pfadiheim auf dem Schneggenbödeli eingeweiht werden.

Archiv Hansruedi Rohrer

Am 8. März 1958 nahm der bisherige Abteilungsleiter, Feldmeister Robert Giger, nach 13-jähriger Tätigkeit seinen Abschied und trat in die Reihe der Altpfadfinder ein. Mit freundlichen Worten sagte er seinen «Wölfen», Pfadfindern und alt Pfadfindern auf Wiedersehen, für die vielen schönen, kameradschaftlichen Stunden und Erlebnisse herzlich dankend. Neuer Abteilungsleiter wurde Karl Weder.

Das Pfadiheim wurde nach und nach in verschiedenen Etappen erweitert und umgebaut. Auf jene alten Zeiten konnte man nur noch zurückblicken, als die Buchser Pfadfindergruppe in der Gründungszeit vorerst einen damaligen Bestand von 23 Mitgliedern mit vier gut eingerichteten Zelten aufwies. Die Devise der Pfadfinderknaben hiess natürlich damals schon «Allzeit bereit».

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