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Umzug nach Wangs: Alterssitz im Knabeninstitut für Bischof Vitus Huonder

Das Knabeninstitut Sancta Maria in Wangs erhält nach Ostern mit Bischof Vitus Huonder einen prominenten neuen Bewohner. Der abtretende Bischof von Chur wird seinen Lebensabend dort verbringen.
Denise Alig
Bischof Vitus Huonder hatte dem Papst bereits vor knapp zwei Jahren seinen Rücktritt aus Altergründen angeboten. (Bild: Michel Canonica)

Bischof Vitus Huonder hatte dem Papst bereits vor knapp zwei Jahren seinen Rücktritt aus Altergründen angeboten. (Bild: Michel Canonica)

Die Meldung, wonach sich Vitus Huonder nach seiner Zeit als Bischof von Chur nach Wangs zurückziehen werde, sei korrekt, sagte Bischofssprecher Giuseppe Gracia am Dienstag gegenüber dem «Sarganserländer» und bestätigte damit einen Bericht von «Die Ostschweiz». «Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit dem Auftrag der Glaubenskongregation in Rom an Bischof Vitus, den Kontakt mit der Pius-Bruderschaft aufrechtzuerhalten», erklärte der Bischofs- sprecher. Das Institut, in dem Huonder seinen Lebensabend verbringen wird, gehört denn auch zu der als konservativ geltenden Piusbruderschaft St. Pius X. Der 76-jährige Huonder tritt aller Voraussicht nach im April als Bischof von Chur ab. Er hatte dem Papst bereits im Frühjahr 2017 aus Altersgründen seinen Rücktritt angeboten. Der Papst hatte eingewilligt, aber erst auf Ostern des laufenden Jahres.

Hier, im Knabeninstitut Sancta Maria in Wangs, wird Vitus Huonder wohl ab April wohnen. (Bild: Michael Kohler)

Hier, im Knabeninstitut Sancta Maria in Wangs, wird Vitus Huonder wohl ab April wohnen. (Bild: Michael Kohler)

«Das ist uns eine grosse Freude»

Pater Pirmin Suter, Rektor am Institut Sancta Maria und seit 2006 Priester bei der Priesterbruderschaft St. Pius X., gab gestern auf Anfrage stellvertretend für die ganze Gemeinschaft der Freude über den Zuzug Huonders Ausdruck. «Ja, das ist für uns alle eine grosse Freude und eine besondere Ehre», so Pater Pirmin. Bischof Huonder habe sich bereits den Schülern vorgestellt und deren Sympathie gewonnen, denn er sei ein offenherziger und geradliniger Bischof, erklärte Suter. «Es ist grossartig, einem solchen Bischof ein Zuhause bieten zu dürfen.»

Man habe das nie zu träumen gewagt. «Als Bischof Vitus Huonder sich zum ersten Mal bei uns meldete, rätselten wir über ein mögliches Motiv seines Anrufs», erzählte der Pater weiter. «Im persönlichen Gespräch hat er dann den Wunsch geäussert, seinen Lebensabend bei uns verbringen zu dürfen.»

Bescheidene Wünsche für neue Unterkunft

Bischof Huonder habe überhaupt keine Ansprüche gestellt. «Sein einziger Wunsch war, an unserem Institut ein Zimmer beziehen zu dürfen, in dem es Platz für einen Schreibtisch und ein Bücherregal habe», so Suter. Selbstverständlich stelle man ihm aber neben einem kleinen Zimmer mit Bad auch einen Raum als Büro zur Verfügung.

Kein Fernseher und auch kein Internet vorhanden

Wie ist das künftige Zuhause Huonders ausgestattet? «Das Büro von Bischof Huonder hat einen Balkon. Fernseher und Internetzugang sind nicht vorgesehen. Ich denke, dass er lieber ein paar Stunden vor dem Allerheiligsten in der Kapelle verbringen wird als vor einem Bildschirm», erklärte Pater Pirmin. Zur künftigen Lebensgestaltung Huonders sagte er, die Bruderschaft sei eine Priestervereinigung mit Gemeinschaftsleben: «Unsere Priester pflegen das gemeinsame Gebet, die Liturgie, gemeinsame Mahlzeiten und auch den Austausch zu allen möglichen Themen.»

Üblicherweise sehe ein Tag Huonders in Zukunft wie folgt aus: 6.15 Uhr Prim, 6.40 Uhr Heilige Messe, 7.30 Uhr Frühstück, 12.15 Uhr Sext, anschliessend Mittagessen, 18.30 Uhr Rosenkranz, anschliessend Abendessen, 20.30 Uhr Komplet. Dazwischen werde er viel Zeit fürs Studium, Gebet, Betrachtung und Gespräche finden. Weiter betonte Suter, die Gottesdienstzeiten in der Fatima-Kapelle seien öffentlich. «Wer gerne eine lateinische Messe miterleben möchte, darf gerne vorbeikommen.»

Die Gemeinde bleibt «neutral»

«Wir nehmen die Nachricht vom bevorstehenden Umzug von Bischof Vitus Huonder neutral zur Kenntnis.» Das sagte Gemeindepräsident Bernhard Lenherr. «Wir werden einen neuen Einwohner bekommen, das ist wenig spektakulär», so Lenherr. Den Umstand, dass Huonder während seiner Amtszeit als Bischof wiederholt in den Schlagzeilen war, sieht er nicht als Schwierigkeit:

«Es wird ruhig um ihn werden, wenn er nicht mehr Bischof ist, ich sehe da gar keine Probleme.»

Das Institut Sancta Maria führt eine staatlich anerkannte Privatschule für gegenwärtig rund 100 Knaben. Neben Real- und Sekundarschule wird auch ein Kurzzeitgymnasium angeboten. Dort werden Jugendliche auf die Maturitätsprüfung mit Latein als Schwerpunktfach vorbereitet. Die ursprünglich in Mels gegründete Schule wird seit einigen Jahren im Gebäude des ehemaligen Instituts Fatima in Wangs geführt. Die meisten Schüler leben im Internat.

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