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21-jähriger Student aus Sennwald leistet Altardienst als Ausgleich

Der 21-jährige Sennwalder Nico Oberholzer gehört zum Ministranten-Team der Antoniuskirche Sennwald und wird an der Christmette ministrieren. Im Altardienst findet der Betriebswirtschaftsstudent der HSG einen Ausgleich.
Interview: Andrea Müntener-Zehnder
Nico Oberholzer hat an Heiligabend einen Einsatz als Ministrant. (Bild: Andrea Müntener-Zehnder)

Nico Oberholzer hat an Heiligabend einen Einsatz als Ministrant. (Bild: Andrea Müntener-Zehnder)

Nico Oberholzer, wie sind Sie zum Ministrieren gekommen?

Seit meiner Erstkommunion in der 3. Klasse wollte ich ministrieren. Zu jener Zeit hatte ich viele andere Dinge um die Ohren, wie man so schön sagt. Es ist nicht so, dass es heute anders ist, im Gegenteil. Ich denke aber, es hat damals an «Rückenwind» gefehlt. So habe ich erst vor geraumer Zeit mit dem Altardienst begonnen.

Viele Jugendliche beenden spätestens in Ihrem Alter den Altardienst. Warum starten Sie erst jetzt durch?

Im privaten Umfeld, ein guter Freund von mir ist Priester, habe ich immer wieder Altardienst übernommen. Er zelebriert auch bei uns in der Kirchgemeinde Sennwald Messen. Leider nur noch bis Ende diesen Jahres, da er in sein Heimatland zurück berufen wurde. Durch diesen Priester bin ich dazu gekommen, auch bei uns in der Gemeinde Dienst zu leisten.

«Diese Zeit im Gottesdienst dient mir als Ausgleich und Kraftquelle.»

Zudem bildet sie konstante, wichtige Punkte auf meinem alltäglichen Weg. Der Altardienst ist für mich ein weiterer wichtiger Dienst nebst dem Mitwirken im Katholischen Kirchenverwaltungsrat, in welchem ich die Kirchgemeinde unterstützen kann und sehr gerne aktiv bin. Und «Durchstarten» würde ich übrigens nicht sagen. Ich kann auf diesem Weg einfach Freude bereiten und etwas zurückgeben. Ministrieren ist für mich nicht nur ein Ausgleich zum Studium und Arbeiten, es gibt mir auch eine innere Ruhe. Es amüsiert mich, wenn Leute nach dem Gottesdienst zu mir kommen und fragen, ob etwas nicht stimme. Anscheinend schaue ich sehr ernst, wenn ich hinter dem Alter sitze oder stehe und zu den andern Gläubigen schaue. Diese Fragen bringen mich immer wieder zum Lachen und ich kann es nur verneinen. Denn während der Messe konzentriere ich mich völlig auf das Gesagte, auf die Ruhe und die Friedlichkeit, welche sich dadurch ergibt. In diesen Momenten habe ich keine Zeit, um zu grinsen oder gar Grimassen zu ziehen. Jetzt wo ich darüber spreche, lässt es mich aber grinsen!

Was bedeutet Ihnen das Ministrieren grundsätzlich?

Ich ministriere einfach sehr gerne, am liebsten, wenn «stinknormale» Werktags- oder Sonntagsmessen stattfinden. Den allzu grossen Trubel wie beispielsweise an Ostern oder anderen Feiertagen mag ich nicht besonders. Während solchen Gottesdiensten bin ich lieber bei den anderen Gläubigen, die mitfeiern. Vor allem an solchen Tagen sind die Zelebranten aber auf erfahrene Messdiener angewiesen, da weitere Elemente – wie Weihrauch – hinzukommen. Das ist auch der Grund, weshalb ich meist an der Christmette (Gottesdienst am späten Heiligabend) zum Altardienst eingeteilt bin. Einen Lieblingsgottesdienst gibt es daher für mich nicht.

«Jeder Gottesdienst, jede Messe, ist für mich etwas Einmaliges.»

Da könnte ich keine Abstufungen vornehmen. Beim Ministrieren bin ich ganz nahe am Geschehen dabei, das gefällt mir am besten. Klar, ich bin auch ganz nah dran, wenn ich als Gläubiger die Messe besuche. Aber Altardienst ist für mich nochmals etwas anderes.

Wie viele Einsätze haben Sie?

Meistens bin ich ein bis zwei Mal monatlich eingeteilt. Da ich oft sowieso in der Kirche bin und die Messe besuche, übernehme ich auch, wenn jemand ausfällt oder niemand da ist, so beispielsweise in der Zeit der Schulferien.

Besteht eine Hierarchie unter den Ministranten?

Nein. Unter uns Ministranten – in der Regel sind wir vier – werden die Aufgaben vor dem Gottesdienst verteilt. Meistens bin ich bei der Gabenbereitung dabei, da die anderen das am wenigsten gerne machen. Und ich mache genau das am liebsten, was sich somit ja gut trifft. Unter den Messdienern bin ich meist der Älteste bei uns. So sage ich schon manchmal, wer noch was tun soll. Wenn die Jüngeren nicht wissen, wie es abläuft, helfe ich ihnen natürlich. Ich denke, dass ich meistens einfach als «Vorbild» fungiere. «Vorbild» in dem Sinne, dass ich weiss, wann was gemacht wird und meine Handgriffe sitzen und sie dann einfach mitziehen können.

Ist bei der Christmette ein Unterschied spürbar zum Sonntagsgottesdienst?

Ja, es ist ein Unterschied spürbar. An diesem Abend sehe ich auch Menschen in der Kirche, welche man sonst nicht sieht. Das finde ich schön. Denn Weihnachten führt doch so einige Menschen – immerhin in dieser Zeit – in ein Gotteshaus und lässt sie eventuell das Gefühl der Gemeinschaft und des Glaubens erfahren. Aus formeller Sicht gibt es einige Zusatzelemente, so nenne ich sie jetzt mal, sowie andere Abläufe.

Wie feiern Sie Weihnachten?

Wir, mein Bruder, meine Eltern und meine Grosseltern, feiern zusammen. Gemeinsam essen wir etwas Leckeres und sprechen über Gott und die Welt. Danach besuchen meine Eltern und mein Bruder mit mir die Christmette und schliessen so den Heiligabend ab. Wir schenken uns eigentlich nichts mehr zu Weihnachten.

«Es ist erschreckend, wie es in der Advents- und Weihnachtszeit immer mehr nur um Geschenke und um materielle Dinge geht, nicht mehr um das Zentrale.»

Mit Zentralem meine ich, Zeit mit der Familie oder die Geburt Jesu zu feiern, denn er stellt schliesslich die Mitte unseres Glaubens dar.

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