Als Annamiggeli darf Céline Heeb auf der Anna-Göldi-Bühne für einmal so richtig frech sein

Die 14-jährige Céline Heeb aus Sax hat sich beim Theater «Anna Göldi» eine der Hauptrollen ergattert. Ursprünglich hatte sie sich nur für eine kleine Rolle beworben. Nun findet sie es «mega cool», dass sie das vorlaute Annamiggeli spielen darf.

Alexandra Gächter
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Céline Heeb als Annamiggeli mit dem Corpus Delicti, der verhängnisvollen Stecknadel.

Céline Heeb als Annamiggeli mit dem Corpus Delicti, der verhängnisvollen Stecknadel.

Bild: Robin Egloff

Als Céline Heeb im Januar realisierte, dass sie eine der Hauptrollen bei der Freilichtbühne Rüthi ergatterte, hüpfte sie schreiend im Haus herum. Ein halbes Jahr später ist sie gefasster: «Es ist mega cool, dass ich das Annamiggeli spielen darf», sagt die 14-jährige Sekschülerin aus Sax. Sie habe sich ursprünglich nur für eine kleine Rolle beworben und beim anschliessenden Workshop die Anwesenden wohl überzeugt.

Im Theater «Anna Göldi» spielen neben Céline Heeb auch ihr jüngerer Bruder und ihr Vater mit. Das Theatervirus hat somit fast die ganze Familie infiziert. Logistisch gesehen ist das praktisch. So können die Kinder zu Hause zusammen üben oder zusammen in die Proben fahren. Jetzt im August wird es für Céline Heeb und ihren Bruder relativ streng.

Gute Schülerin und gute Lehrer

«Gottseidank habe ich zwei ganz tolle Lehrpersonen in der Oberstufe Salez, welche mich sehr unterstützen», sagt die 14-Jährige. So dürfte sie zum Beispiel eine Prüfung auf den Nachmittag verschieben – wenn nötig oder früher vom Berufsfindungslager heimkehren, um rechtzeitig zur Premiere daheim zu sein. Mit der Doppelbelastung kommt Céline Heeb nicht in die Bredouille. Ihr Vater sagt:

«Sie ist eine gute Schülerin. Zudem konnte sie den Theatertext schneller auswendig als ich.»

Etwa zweieinhalb Monate hat Céline Heeb mehrmals in der Woche – manchmal jeden Abend – den Text geübt. Vor der ersten Probe war alles intus. «Es fällt mir leicht, Texte auswendig zu lernen», sagt sie. Dass es bei der Freilichtbühne Rüthi traditionellerweise keine Souffleuse gibt, sei speziell. Sorgen macht sich die Saxerin deswegen aber keine.

Etwa zweieinhalb Monate hat Céline Heeb mehrmals in der Woche – manchmal jeden Abend – den Text geübt.

Etwa zweieinhalb Monate hat Céline Heeb mehrmals in der Woche – manchmal jeden Abend – den Text geübt.

Robin Egloff

«Die grösste Herausforderung sehe ich ohnehin nicht im Text, sondern im Spiel. Wie zum Beispiel in der Szene, in der ich laut weinen soll. Ich habe lange zu Hause geübt, bis ich mich wohl fühlte, vor anderen laut zu schreien und laut zu weinen.»

Zuerst ungewohnt, dann «mega cool»

Die Figur Annamiggeli beschreibt Céline Heeb als eine Persönlichkeit, die manchmal schwierig im Umgang ist. «Sie tanzt aus der Reihe, ist frech, vorlaut und direkt. Ich hingegen bin hilfsbereit und habe mehr Empathie.» Am Anfang sei es für sie ungewohnt gewesen, vorlaut zu sein. Aber mittlerweile findet sie es «mega cool».

«Ich darf frech sein und bekomme dafür sogar noch Applaus.»

Parallelen bei sich und der Figur sieht Céline Heeb bei folgendem: «Annamiggeli und ich haben beide einen starken Willen und sind hartnäckig. Das kann je nach Situation aber auch positiv sein.»

Ein gestärktes Selbstbewusstsein

Das Theaterspielen bietet ihr ebenfalls Vorteile: «Es stärkt mein Selbstbewusstsein. Als ich letztens in einem Unternehmen anfragte, ob ich schnuppern darf, war ich gar nicht nervös. Andere aus meiner Klasse hatten mehr Mühe», berichtet die 14-Jährige. Nebst dem gestärkten Selbstbewusstsein hat Céline Heeb noch etwas anderes mitgenommen: Ein paar Brocken Rheintaler Dialekt.

Parallelen bei sich und der Figur sieht Céline Heeb bei folgendem: «Annamiggeli und ich haben beide einen starken Willen und sind hartnäckig. Das kann je nach Situation aber auch positiv sein.»

Parallelen bei sich und der Figur sieht Céline Heeb bei folgendem: «Annamiggeli und ich haben beide einen starken Willen und sind hartnäckig. Das kann je nach Situation aber auch positiv sein.»

Robin Egloff

Da einige der Kinder aus dem Unterland stammen, hört man bei den Heebs in Sax seit einiger Zeit Sätze wie «mör gond hom», anstatt «mür gönd hai». «Mir ist das gar nicht aufgefallen. Meine Eltern haben mich darauf hingewiesen.» Obwohl Céline Heeb bei Schulmusicals bereits Bühnenerfahrung sammeln durfte, werde sie an der Premiere vom Freitag, 4.September, wohl nervös sein. «Ich denke, dass diese Nervosität mit jeder Aufführung weniger wird und bei der Derniere dann gar nichts mehr davon übrig ist.»

Hinweis: Alle Vorstellungen sowie die beiden Zusatzvorstellungen sind bis auf sehr wenig vereinzelte Plätze ausverkauft.

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