Alpkäse auf sechs St.Galler Alpen von höchster Qualität – 584'000 Kilo Milch auf elf Werdenberger und Rheintaler Kuhalpen

Im Sommer 2019 wurde auf Werdenberger und Rheintaler Kuhalpen mehr Milch und Käse als im 2018 produziert. Das war an der Wintertagung der Alpsektionen Sarganserland-Linthgebiet und Werdenberg-Rheintal zu erfahren.

Leo Coray
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Dank für langjährige Alptätigkeit: Alpsektionspräsident Beat Lenherr mit den Geehrten Severin Bärtsch, Kurt Züllig sowie Ursula und Gebhard Hutter (von links) an der Wintertagung der Alpsektionen in der Markthalle Sargans.

Dank für langjährige Alptätigkeit: Alpsektionspräsident Beat Lenherr mit den Geehrten Severin Bärtsch, Kurt Züllig sowie Ursula und Gebhard Hutter (von links) an der Wintertagung der Alpsektionen in der Markthalle Sargans.

Bild: Leo Coray

Rund 200 Älplerinnen und Älpler, Vertreter von Alp- und Ortsverwaltungen, Bauernorganisationen, Gemeinden und Kantonen liessen sich am Freitag in der Markthalle in Sargans über den Alpsommer 2019 informieren.

Ein nahezu perfekter Alpsommer

Andreas Lendi (Walenstadt), Präsident Alpsektion Sarganserland-Linthgebiet, sprach im gemeinsamen Jahresbericht beider Sektionen von einem nahezu perfekten Alpsommer. Wie er sagte, konnten die Alpen zwar wegen der Rekordschneemengen erst bis zu zehn Tage später als üblich bestossen werden. Danach gab es mehrere Hitzeperioden, die aber immer wieder von niederschlagsreichen Tagen unterbrochen wurden. Lendis Fazit lautete:

«Wir hatten viel Gras und Milch, Alpkäse in hervorragender Qualität, wohlgenährte Tiere und zufriedene Älpler.»

Gemäss der von Tagungsleiter Marco Bolt präsentierten Alpstatistik 2019 der Fachstelle Alpwirtschaft des Landwirtschaftlichen Zentrums St.Gallen (LZSG) in Salez wurden auf den elf Werdenberger und Rheintaler Kuhalpen im letzten Sommer 584 000 Kilogramm Milch produziert, 28 000 Kilogramm mehr als 2018.

54200 Kilo Alpkäse auf elf Werdenberger und Rheintaler Alpen produziert

Die Alpkäseproduktion betrug 54 200 Kilogramm (+2600). Insgesamt verbrachten 536 Milchkühe (+4) den Sommer auf den Alpen. Sie gaben pro Tag durchschnittlich 11,9 Kilogramm Milch (+0,2). Die Herstellung von Alpbutter verharrte bei 2800 Kilogramm.

Die durchschnittliche Alpzeit fiel mit 92 Tagen drei Tage länger aus als 2018. Auf der Buchser Alp Malschüel gaben 284 Ziegen 40 000 Kilogramm Milch, woraus 3600 Kilogramm Ziegenkäse entstanden.

Sämtliche Alpen mit guten Noten bewertet

«Die Qualität der Sarganserländer und Werdenberger Alpkäse war einmal mehr hervorragend», sagte Patrick Mannhart (Flums), der Präsident des Vereins Alpkäseproduzenten St. Gallen-Appenzell-Liechtenstein, zur Alpproduktetaxation.

Wie er mitteilte, wurden im Sommer Käse von 38 St.Galler Alpen beurteilt. Sechs Alpen wurden mit dem Maximum von 20 Punkten bewertet, was «ausgezeichnet» bedeutet, 18 Alpen erhielten 19,5 bis 19,75 Punkte («sehr gut») und zwölf Alpen 19,25 («gut»). Der Durchschnitt aller Alpen lag erneut bei hohen 19,66 Punkten. Beurteilt werden Geschmack, Teig, Aussehen und Lochung der Käse sowie die Hygiene der Alpbetriebe.

Gründer des Alpofons für Jubiläum geehrt

An der Wintertagung wurden vier Älplerinnen und Älpler geehrt, die lange Zeit auf Werdenberger und Rheintaler Alpen tätig waren. Eine Urkunde für treue Dienste erhielten Gebhard Hutter (Oberriet, 28 Jahre Senn) und seine Ehefrau Ursula Hutter (20 Jahre Zusennin) sowie Severin Bärtsch (Azmoos, 20 Jahre Präsi

dent Alpkorporation Riet) und Kurt Züllig (Buchs, 20 Jahre Alphirt, Senn). Wie Beat Lenherr (Gams), Präsident der Alpsektion Werdenberg-Rheintal, ergänzte, war Kurt Züllig vor rund 20 Jahren der Gründer des Alpofons. Über diese Telefonhotline können Alpen, die von personellen Ausfällen wegen Krankheit, Unfall usw. betroffen sind, kurzfristig Ersatzpersonal anfordern.

Gewässerschutz auf Alpen vermehrt kontrollieren

Christoph Högger, neuer Abteilungsleiter Direktzahlungen im Landwirtschaftsamt des Kantons St. Gallen, teilte mit, dass 359 St. Galler Alpbetriebe im letzten Jahr wiederum 11,6 Millionen Franken an Sömmerungs-, Biodiversitäts- und Landschaftsqualitätsbeiträgen erhielten. Diese Beiträge seien wichtig, um die Attraktivität der Sömmerung zu erhöhen, die Alpbewirtschaftung zu fördern und die Vergandung der Alpen zu verhindern.

Weiter erklärte Högger, dass in den nächsten Jahren bei den Alpkontrollen dem Gewässerschutz vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei werden 13 verschiedene Punkte kontrolliert, darunter Gülle- und Mistlager, Lagerung von Treibstoffen und der Zustand von Fress- und Tränkebereichen.