Alpine Folklore trifft im Fabriggli zeitlosen Jazz

Das Musiker Trio Jütz gastierte vergangenen Samstag zum zweiten Mal im Werdenberger Kleintheater.

Michael Kyburz
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Musiktrio mit breitem musikalischem Visier: Jütz im Fabriggli.

Musiktrio mit breitem musikalischem Visier: Jütz im Fabriggli.

Bild: Michael Kyburz

Das Trio, bestehend aus Isa Kurz, Philip Moll und Daniel Woodtli, habe sich der alpinen Folklore verschrieben, wie der Bassist Moll zu Beginn der Vorstellung erklärte. Dem Versprechen getreu eröffnete ein Schützenmarsch aus Tirol den Abend.

Verschiedene Musikgenres mit Folklore verbunden

Doch nach kurzer Zeit liess Moll die Saiten seines Basses mehrmals laut schnallen. Was zunächst irritierend wirkte, erklärte sich nach einem wilden Trompetensolo von Daniel Woodtli. Das Stück entpuppte sich als Interpretation des Trios mit Jazzelementen.

Das Programm «hin & über» entlarvt unter dem Deckmantel der traditionellen Musik die Möglichkeit, wie gut sich klassische Volkslieder spielerisch mit zahlreichen Elementen aus anderen Musikgenres verbinden lassen. Obgleich sich das Trio immer wieder im Grenzbereich von Folklore und flippigem Jazz bewegt, bleibt der Kern der ursprünglichen alpinen Herkunft der Stücke erhalten.

Gesang, Instrumente und viel Humor

Mit einem Augenzwinkern sagen die Musiker:

«Das Trio stammt zu einer Hälfte aus der Schweiz und zur anderen aus dem Tirol.»

Was hingegen voll und ganz auf alle Mitglieder des Trios zutrifft, ist die Verbundenheit zur Musik. Isa Kurz, in Hall im Tirol geboren, gilt als Multiinstrumentalistin des Trios. Sie absolvierte ein Musikstudium in Klavier und Violine. Neben ihren Fähigkeiten an den Instrumenten überzeugt sie mit ihrem facettenreichen Gesang.

Daniel Woodtli, aus Bern, der sich bereits als Kind mit der Familie durch die Weiten des Volksliedguts gespielt hat, spezialisierte sich auf das Spielen von zahlreichen Blechblasinstrumenten. Neben der Zuneigung zu traditioneller Musik hat er seine Berufung im Jazz gefunden, welchem er mit Eigenkompositionen und Interpretationen eine besondere Form verleiht.

Der Tiroler Philip Moll ist der Sohn des Keyboarders der Gruppe Intimspray, einer Kultszeneband der Neuen Deutschen Welle. Ihn führte sein Weg nach England, wo er als Bassist sein Lebensunterhalt bestritt. Dort lernte er Isa Kurz auf einer Tournee kennen. Nach über zehn Jahren kehrte er aufs Festland zurück, wo er in Bern Daniel Woodtli kennen lernte.