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Alpbesitzer schafft Lebensräume

Nachdem Wintersturm Burglind auf seiner Privatalp auf Gamplüt gewütet hatte, sah es trostlos aus. Hans Ulrich Forrer schaut nach vorne. Bei der Aufforstung des Gebiets steckt er sich Biodiversität zum Ziel.
Jessica Nigg

Nicht nur Fichten sollen dereinst auf seiner Alp stehen, sondern ein bunter Strauss an zum Teil seltenen Pflanzen. Hans Ulrich Forrer will Lebensräume schaffen; mehr verschiedene Bäume und Sträucher, die mehr Tieren Futter und Schutz bieten. So war am Montag einiges los auf der kleinen Alp auf Gamplüt, auf 1100 über Meer. 16 Schüler der Primarschule Alt St. Johann halfen Hans Ulrich Forrer, gemeinsam mit Revierförster Simon Lindner (Revier Churfirsten), bei der Aufforstung der Alp. «Die Kinder waren nicht nur sehr fleissig, sie haben auch mit viel Liebe zum Detail mitgeholfen und mir grosse Freude gemacht», sagt Hans Ulrich Forrer zur Mitarbeit der 5.-Klässler auf seiner Alp.

Seltene Baumarten werden gefördert

Unterstützt wird die privat initiierte Pflanzung im Rahmen des Projektes zur Förderung seltener Baumarten (Seba) durch die Waldregion 5 Toggenburg, da sich die Privatalp von Hans Ulrich Forrer sehr gut dafür eigne. «Wir konnten hier sehr viele Bäume und Sträucher setzen, die in unserer Region selten geworden sind», erklärt Simon Lindner und verweist auch auf die positive landschaftstechnische Erschlies­sung. «So haben wir Sträucher gepflanzt, die sich positiv auf den Bestand von Insekten wie Schmetterlingen, aber natürlich auch von Vögeln und weiteren Kleintieren auswirken», so Lindner. Von der heckenartigen Bepflanzung profitieren auch grosse Tiere wie Hirsche, denn Rotwild begibt sich nicht gerne auf offene Flächen. «Wir haben mit der Aufforstung Korridore geschaffen und ich bin überzeugt, dass man hier in den nächsten Jahren eine Verbreitung des Wildwechsels beobachten wird», erklärt Lindner.

Vorteile für Pflanzen und Tiere

Gepflanzt wurden seltene Baumarten wie Lärchen, da der Boden auf der Privatalp auf Gamplüt sehr gut dafür geeignet ist. Besonders attraktiv für Vögel dürfte die Pflanzung von Straucharten wie Schwarz-, Weiss- und Kreuzdorn sowie Holunder sein. Wie Revierförster Simon Lindner weiter ausführt, dienen diese nicht nur als reichhaltige Futterquelle, sondern auch als Schutz- und Rückzugsort. Da relativ grosse Pflanzen gesetzt worden seien, dauere es wohl nur etwa drei bis fünf Jahre, bis die Vorteile der Aufforstung für Fauna und Flora zum Tragen kämen, so Lindner.

Unterstützung für private Initiative

Die Waldregion 5 Toggenburg hat im Rahmen des Projektes Seba die Kosten für das Pflanzenmaterial und die Einzelschütze sowie für die Verpflegung der helfenden Schulkinder übernommen und ist gemäss Revierförster Lindner stets auf der Suche nach geeigneten Standorten für die Pflanzung seltener Baumarten. So seien im vergangenen Jahr auf der Alp Selun Arven gepflanzt worden.

Auch wenn man seine Privatinitiative als Vorbild nehmen dürfe, Vorschreiben wolle er niemandem etwas, stellt Forrer im Gespräch mit dem W&O klar. Er freue sich darüber, dass die nationale Naturschutzorganisation Pro Natura Interesse am Projekt bekundet habe. Ende Mai steht eine Besichtigung an: «Vielleicht können wir die Alp dann sogar für Schulungszwecke nutzen.»

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