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Alp Rohr wird zur Grossbaustelle

Nach jahrelangen Vorbereitungen ist es am kommenden Montag soweit: Die Arbeiten für den An- und Umbau des Berggasthauses Alp Rohr oberhalb von Sennwald beginnen. Die Kosten betragen rund 1,55 Millionen Franken.
Corinne Hanselmann
Das Berggasthaus Alp Rohr ist ein beliebtes Ausflugsziel.Das Berggasthaus Alp Rohr ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Peter Büchel bespricht mit den Unternehmern die Arbeiten.Peter Büchel bespricht mit den Unternehmern die Arbeiten.
Das Modell.Das Modell.
Architekt Peter Büchel hat das Projekt geplant.Architekt Peter Büchel hat das Projekt geplant.
Von der Gerstere aus fliegt der Helikopter das Material auf die Alp Rohr.Von der Gerstere aus fliegt der Helikopter das Material auf die Alp Rohr.
Beliebte Wanderwege führen über die Alp Rohr. Beliebte Wanderwege führen über die Alp Rohr.
Für die neue Wasserversorgung müssen auf Alp Rohr über 200 Meter Leitung verlegt werden. Die Quellfassung wird versetzt und erneuert und eine Abwasserreinigungsanlage wird erstellt. (Bilder: Corinne Hanselmann)Für die neue Wasserversorgung müssen auf Alp Rohr über 200 Meter Leitung verlegt werden. Die Quellfassung wird versetzt und erneuert und eine Abwasserreinigungsanlage wird erstellt. (Bilder: Corinne Hanselmann)
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Alp Rohr wird bald zur Grossbaustelle

«Der Beginn der Umsetzung ist für uns ein Meilenstein», sagte Daniel Göldi, Präsident der Ortsgemeinde Sennwald, am Mittwoch. Vertreter der beteiligten Unternehmen trafen sich zu einer Begehung der Alp Rohr auf 1213 Metern über Meer. Demnächst starten dort die Bauarbeiten für den An- und Umbau des beliebten Berggasthauses Alp Rohr, das im Besitz der Ortsgemeinde steht. Vor gut einem Jahr haben die Ortsbürger den Kredit in der Höhe von 1,55 Millionen Franken genehmigt.

Gasthaus fit machen für die kommenden 30 bis 40 Jahre

Vorgesehen ist ein Anbau auf der Westseite des bestehenden Hauses, damit die notwendigen Anpassungen der Infrastruktur integriert werden können. Dies sind unter anderem technische Einrichtungen für die Wasseraufbereitung sowie Toiletten und Duschen für Pächter und Gäste. Auch ein Fluchtwegtreppenhaus kann in diesem Bereich eingebaut werden. Das bestehende Gebäude wird nachgedämmt und umfassend saniert. Im Obergeschoss werden statt des bisherigen grossen Schlaflagers neu vier kleinere Zimmer integriert. Energetisch wird neu auf Solarenergie gesetzt. Nach der Sanierung sei das Gasthaus wieder fit für die kommenden 30 bis 40 Jahre, steht im Baubeschrieb.

Um die Qualität des Wassers zu gewährleisten, muss zudem die Fassung der Quelle, die sich rund 200 Meter entfernt und 30 Höhenmeter oberhalb der Hütte befindet, verschoben und saniert werden. Insbesondere bei Starkregen kam es in der Vergangenheit zu Verunreinigungen, zudem musste das Wasser abgekocht werden. Neu gibt es auch eine 8500 Liter fassende Zisterne.

Gasthaus bleibt im Sommer 2019 geschlossen

Die Idylle auf Alp Rohr wird diesen Sommer durch die Grossbaustelle wohl etwas beeinträchtigt. Für Frühling 2020 ist die Neueröffnung geplant – bis dahin bleibt das Gasthaus geschlossen.

Seit 1931 gibt es auf Alp Rohr eine Sommerwirtschaft, seit 1976 steht die jetzige Hütte. Mit dem Um- und Anbau wird sich bis Herbst einiges verändern.

«Das Ziel von heute ist, dass die Unternehmer sich untereinander kennen lernen», sagte der Sennwalder Ortsgemeindepräsident Daniel Göldi am Mittwoch. Es sei doch eine spezielle Baustelle oben am Berg. Man könne nicht eben mal schnell fehlendes Material holen. Zudem soll der motorisierte Verkehr zur Alp durch Fahrgemeinschaften möglichst im Rahmen bleiben.

Daniel Göldi: «Eine ‹gfreute› Sache»

Handlungsbedarf sei eindeutig vorhanden. «Wir haben längere Zeit nichts mehr gemacht da oben. Ich glaube, so wie wir das Projekt mit unserem Architekt Peter Büchel aufgegleist haben, gibt das eine ‹gfreute› Sache» , so Göldi. «Wir freuen uns, das mit euch zusammen umzusetzen», sagte er zu den Unternehmern aus der Region.

Nach der Begrüssung fuhr die Gruppe bergwärts. Als Chauffeure im Einsatz waren auch die Ortsverwaltungsratsmitglieder Thomas Wohlwend und Hannes Looser. Letzterer war langjähriger Pächter der Alp Rohr und kennt sie wie seine Westentasche.

Über 100 Flüge allein für den Beton

Einen Halt legte die Gruppe in der Gerstere auf 700 Metern über Meer ein. Von dort aus wird nämlich das Baumaterial zur Baustelle auf 1213 Meter über Meer geflogen. Allein für den Beton werden über 100 Flüge und für die Holzbauelemente 60 bis 80 Flüge nötig sein. Zudem muss Abbruchmaterial ins Tal transportiert werden.

Auf Alp Rohr angekommen stellte Peter Büchel das Projekt anhand des Modells noch einmal kurz vor. Der Architekt aus dem Thurgau ist auf Gebirgsbau spezialisiert und hat beispielsweise die Zwinglipasshütte im Toggenburg, die Silvrettahütte in Graubünden, die Mischabelhütte im Wallis und die Muttseehütte im Glarnerland geplant. Seit drei Jahren beschäftigt er sich auch mit dem Berggasthaus Alp Rohr – der Anfang war die Vorprojektstudie. Gegenüber dem W&O sagt Peter Büchel:

«Ich freue mich riesig, dass der Bau jetzt beginnt.»

Mit dabei sei immer auch die Spannung, ob man beim Planen etwas vergessen habe. «Ich freue mich, das Projekt nun wachsen zu sehen.» Das Bauen am Berg – wo es eigentlich «verboten» sei – mache ihm Spass.

«Jeder Ort und jede Berghütte ist wieder anders.»

Die Hütte wird künftig energieautonom funktionieren. Ein ausgeklügeltes Luftkollektoren-System sorgt dafür, dass die Hütte temperiert wird und dass es keine Staufeuchte gibt – auch wenn niemand vor Ort ist. Eine Photovoltaikanlage sorgt für Strom, Warmwasserkollektoren für warmes Wasser für die Küche und die Dusche. Eine sogenannte Tropfkörperanlage säubert zudem das Abwasser, bevor es im Boden verrieselt.

Werner Marty Junior: «Das wichtigste ist die Avor»

Zur Sprache kamen bei der Begehung auch Themen wie die Stromversorgung und der Brandschutz während der Bauarbeiten. Am kommenden Montag sollen die Arbeiten mit dem Einrichten der Baustelle beginnen. Zudem werden erste Baumaschinen auf die Alp gefahren. Die Führerkabine das Baggers muss dazu abmontiert werden – sonst passt er nicht durch den Tunnel auf der Bergstrasse.

«Der wichtigste Part an dieser Sache ist die Avor. Die Arbeitsvorbereitung ist massgebend», sagt Werner Marty Junior. «Inventar und Material muss zur richtigen Zeit vor Ort sein, damit die Leute arbeiten können.» Eine der ersten Arbeiten wird der Aushub der Baugrube sein, dazu muss Fels gesprengt werden.

Als Dachdecker im Einsatz sein wird Thomas Santschi. Er sagt: «An solch einem Ort zu arbeiten ist schon etwas Spezielles». Santschi war schon 1981, als das Dach der jetzigen Hütte gemacht wurde, auf Alp Rohr im Einsatz.

«Ich bin gespannt, wie es im Herbst hier aussieht, hier wird nun einiges gehen in nächster Zeit», sagte Daniel Göldi.

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