Frauentrachten und allerlei Nüsse prägten die Bäuerinnentagung in Alt St. Johann

An der Obertoggenburger Bäuerinnentagung waren «Knacknüsse» das Thema des gemütlichen Nachmittags.

Hansruedi Rohrer
Drucken
Teilen
Die Wildhauser Bäuerinnenpräsidentin Hedy Vetsch (rechts) bedankte sich an der Tagung in Alt St. Johann bei der Referentin Anita Schneider.

Die Wildhauser Bäuerinnenpräsidentin Hedy Vetsch (rechts) bedankte sich an der Tagung in Alt St. Johann bei der Referentin Anita Schneider.

Bilder: Hansruedi Rohrer

Die Tagung – sie wurde von den Wildhauser Bäuerinnen in der Propstei Alt St.Johann organisiert – gestaltete sich zu einem gemütlichen und auch aufschlussreichen Nachmittag für die Bauersfrauen der Region Wildhaus bis Nesslau. Die immer gut gelaunte Hedy Vetsch als Präsidentin des organisierenden Vereins begrüsste in der Toggenburger Sonntagstracht die Besucherinnen.

Knacknüsse seien das diesmal unvorhergesehene aktuelle Thema. «Trotz allem wollen wir uns heute wieder einmal treffen, lachen, ein bisschen ‹lästern› und gemütlich die Zeit verbringen», sagte sie.

Musikalische Umrahmung der Tagung

Das Klingklang-Chörli, bestehend aus einer frisch-fröhlichen einheimischen Schülerschar, sang unter der Leitung von Vera Soller schon zum Auftakt einige volkstümliche Lieder und unterhielt im Verlauf des Nachmittags noch einmal. «Singen tut gut und zusammensitzen auch und das soll heute Nachmittag auch so sein», mit diesen Worten überbrachte Gemeindepräsident Rolf Züllig die besten Grüsse aus dem Gemeinderat.

Er gab den Frauen ein Knacknussrätsel auf und er erzählte auch eine Geschichte mit Paradigmawechsel, einer neuen Erkenntnis, zum Inhalt. Das Berufsbild der Bäuerin stelle heute viele Anforderungen, sagte Rolf Züllig weiter. Die Bäuerin als treibende Kraft strahle auch Herzlichkeit und Vertrauen aus.  Der Gemeindepräsident sagte:

«In jedem Menschen steckt ein Gramm Gold, man muss es nur finden.»

Züllig fügte an: «Die Bäuerinnen sind die Hoffnungsträger der Landwirtschaft.» Gerne offeriere die Gemeinde den Kaffee am heutigen Nachmittag.

Eine Haselnuss leitete vom Sketch ins Referat über

Während fünf Tagen bezog ein altes Fraueli ihr Postauto-Einzelbillett für 7.20 Franken nach Nesslau und übergab dem Chauffeur und auch anderen Passagieren jeweils eine Haselnuss. Die Schlusspointe eines Sketches, aufgeführt von Margot Walt, Anna-Catrina Walt, Vicky Wenk und Yvonne Giger, sorgte natürlich für entsprechendes Gelächter der Bäuerinnen, die sich auch an einer Schätzfrage beteiligen und Kaffee, Kuchen und Zvieri geniessen konnten.

Das Referat «Knacknüsse in der Ernährung» von Anita Schneider vom Landwirtschaftlichen Zentrum Salez fand viel Aufmerksamkeit bei den Bäuerinnen. Nüsse gehören zu den wertvollsten Lebensmitteln, war zu erfahren. Die Referentin nannte die einheimischen Baum-, Hanf- und Haselnüsse, mit denen man dank ihrer vielen Inhaltsstoffe schon gut versorgt sei, und erwähnte ebenso die ausländischen Pekan-, Macadamia-, Cashew-, Paranüsse sowie Mandeln und Pistazien und die Erdnüsschen, letztere als Hülsenfrucht.

Das Klingklang-Chörli erfreut die Besucherinnen mit frisch-fröhlichem Gesang.

Das Klingklang-Chörli erfreut die Besucherinnen mit frisch-fröhlichem Gesang.

Man solle doch eine Handvoll Nüsse in den Alltag einbauen, empfahl Anita Schneider. «Die Nüsse sind deshalb so gesund, weil sie eine geballte Ladung Inhaltsstoffe, wie Eiweiss (Proteine), Vitamine und Mineralstoffe besitzen.» Nüsse seien übrigens keine Dickmacher, sondern gedacht als natürliche Nahrungsmittelergänzung. Sie würden auch helfen, den Blutzuckeranstieg zu vermindern. Anita Schneider zeigte Möglichkeiten auf, wie Nüsse sonst noch konsumiert werden können, nämlich als Nussaufstrich oder Nussmilch. Ihre Empfehlung: «Stellt doch einfach eine Schale mit verschiedenen Nüssen auf den Tisch zu den Mahlzeiten als Ergänzung.»

Die stolze Tradition der Trachten präsentiert

Das Programm hielt eine weitere Überraschung bereit. In einer Art Modeschau wurde die Trachtentradition kommentiert. Bäuerinnen führten die Frauentrachten aus dem Obertoggenburg und auch aus anderen Teilen der Schweiz, wie Bern, Graubünden und Obwalden vor. Die Tracht – aufwendig hergestellt und mit vielen Details versehen – ist auch der Stolz der Bäuerinnen und Landfrauen. Am Schluss der wirklich bekömmlichen Tagung überbrachte Rahel Fürst Mitteilungen aus dem kantonalen Bäuerinnenvorstand ins Toggenburg und bedankte sich für den schönen Nachmittag mit den tollen Präsentationen.