Acht Käsereien erhielten für ihren Alpkäse die maximale Punktzahl

Während der letzten Wochen fand bei 30 Alpkäseproduzenten im Kanton St.Gallen die Alpkäse-Benotung statt. Die Käseproduzenten steckten viel Zeit, Herzblut und Muskelkraft in ihren Käse. Umso grösser war die Erleichterung und Freude bei denen, welche ein ausgezeichnetes Resultat erreichten. Bei 20 Prozent der Geprüften war dies der Fall.

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Gespannt wird das Urteil des Taxationsexperten erwartet.

Gespannt wird das Urteil des Taxationsexperten erwartet.

Bild: PD

Aufgrund des vegetationsbedingt sieben bis zehn Tage früheren Startes in die Alpsaison, hat auf den meisten Alpbetrieben bereits wieder die ruhigere Zeit des Jahres begonnen. Das Vieh ist grösstenteils zurück auf den Heimbetrieben und die Alpställe werden nach und nach winterfest gemacht. Doch das Ende der Alpzeit bedeutet nicht das Ende der Alpkäsesaison. Während der letzten Wochen fand bei 36 Alpkäseproduzenten in den Kantonen St.Gallen (30), den beiden Appenzell (4) sowie in Liechtenstein (3) die Benotung des diesjährigen Alpkäses statt.

Die Taxation der Alpkäse findet jeweils Ende der Alpzeit statt, denn dann ist die Vielfalt an Käselaiben in den Kellern am grössten, heisst es in einer Medienmitteilung. So erhalten die Taxationsexperten eine Übersicht über die gesamte Alpkäseproduktion. Die vier zu beurteilenden Kriterien zur Qualitätssicherung sind Geschmack, Teig, Äusseres und Lochung des Käses sowie der Gesamteindruck des Käsekellers und des Sennereibetriebes. Je nach Lagerbestand und Produktionsmenge werden zwischen zehn und zwanzig Käselaibe unterschiedlichen Produktionsdatums gestochen und geprüft.

Produktion mit Zeit, Herzblut und Muskelkraft

Wenn die Taxationsexperten die teilweise sehr abgelegenen Alpbetriebe erreichen, ist bei manch einer Alpkäserin, bei manch einem Alpkäser, eine leichte Nervosität spürbar. Verständlich, denn in die Käselaibe, die nun mit kritischem Expertenblick respektive Expertengaumen geprüft werden, wurden während der letzten Monate viel Zeit, Herzblut und Muskelkraft gesteckt. Umso grösser ist die Erleichterung und Freude, wenn der Alpkäse die eigenen Erwartungen sogar übertrifft.

Dies dürfte dieses Jahr gleich mehrfach der Fall gewesen sein, denn sage und schreibe acht Alpkäsereien (20 Prozent aller Betriebe) wurden mit dem Punktemaximum 20 ausgezeichnet. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und kann nur erreicht werden, wenn es sowohl in der Käserei, der Tierpflege und nicht zuletzt im Team zu 100 Prozent stimmt.

Das Älplerteam freut sich über das erfolgreiche Ergebnis.

Das Älplerteam freut sich über das erfolgreiche Ergebnis.

Bild: PD

Weitere 50 Prozent der taxierten Betriebe erhielten die Note sehr gut und die restlichen 30 Prozent die Note gut. Diese Resultate sind äusserst erfreulich und gemäss Patrick Mannhart, Präsident des Vereins Alpkäseproduzenten SG, AI/AR, FL, auf das motivierte und gut ausgebildete Alppersonal, die gut geführten Alpbetriebe und die stetigen Investitionen seitens der Alpbesitzer zurückzuführen.

«Nicht nur die Qualität des Alpkäses scheint hervorragend zu sein, auch das Graswachstum war witterungsbedingt sehr gut und demzufolge auch die Milchleistung überdurchschnittlich hoch», hält Marco Bolt von der Fachstelle Alpwirtschaft des Landwirtschaftliches Zentrum St.Gallen in Salez weiter.

Erhöhte Wertschöpfung durch Alpkäseproduktion

Kühe werden nicht nur gealpt, um etwas eigenen Alpkäse im Keller zu haben, sondern die Alpung von Milchkühen kann sich wirtschaftlich durchaus lohnen. Sicher ist, durch die Verarbeitung der Milch zu Alpkäse und weiteren Alpprodukten steigt die Wertschöpfung des Produktes Milch. Aus diesem Grund wird der Bau von Alpkäsereien durch Bund, Kanton sowie Hilfswerke wie die Coop Patenschaft, die Schweizer Berghilfe oder die Patenschaft für Berggemeinden gefördert und unterstützt. Wie man sieht, ist Alpkäse sehr beliebt, naturgegeben kann er aber nur beschränkt produziert werden.

Denn er darf die Bezeichnung Alpkäse nur tragen, wenn er aus der Milch von Kühen, Ziegen oder Schafen hergestellt wird, die auf der Alp weiden. Und im Gegensatz zum Bergkäse wird er nur im Sommer und nur auf der Alp hergestellt. In der Region ist es ein Halbhartkäse, der auf den Alpen produziert wird. Bis dieser konsumiert werden kann, sollte er aber zuerst etwa 60 Tage reifen. Nach der Alpzeit, wenn die Frühsommerproduktionen bereits zu würzigem Alpkäse gereift sind und die letzten Produktionen gerade erst mit dem Reifen beginnen, findet jeder Alpkäseliebhaber das passende Stück Alpkäse.

Herbst ohne Degustationen und Prämierungen

Wie viele andere Veranstaltungen mussten diesen Frühling die Alpkäserkurse am Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez auf ein Minimum, das heisst auf einen Kurs mit fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer bzw. Sennerinnen und Senner mit Anstellungsvertrag im Einzugsgebiet reduziert werden. Ähnlich sieht die Situation auch im Herbst aus. So mussten sämtliche Degustationstage wie auch die sehr beliebte Publikumsalpkäseprämierung auf der Molseralp und die Olma-Alpkäseprämierung abgesagt werden. (pd)