Stadtrat Buchs
Selbstkritik nach der Abstimmungsklatsche: «Kommunikation erfolgte zu spät und war zu wenig umfassend»

Die Erweiterung der Schulanlage Kappeli für 25,5 Millionen Franken wurde vom Buchser Stimmvolk mit einem Nein-Stimmenanteil von 63,7 Prozent abgelehnt. Wie geht es nun weiter

Heini Schwendener
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Dass der Ausgang der Abstimmung über die Erweiterung der Schulanlage Kappeli für 25,5 Millionen Franken kein Selbstläufer wurde, war aufgrund der im Vorfeld immer zahlreicher werdenden Kritik klar. Aber die Deutlichkeit des Resultats überrascht letztlich doch: 2347 Nein-Stimmen standen lediglich 1332 Ja-Stimmen gegenüber, das bei einer Stimmbeteiligung von 58,1 Prozent. Der Nein-Stimmenanteil beläuft sich somit auf 63,7 Prozent.

Ein ungenügend begründetes 25,5-Millionen-Projekt

Schulpräsidentin Katrin Frick, vom W&O auf den Ausgang der Abstimmung angesprochen, gibt sich ernüchtert und formuliert es moderat:

«Der Entscheid ist klar – und er ist natürlich zu akzeptieren.»

Doch wie konnte diese Abstimmungsklatsche für den Buchser Stadtrat zustandekommen, geniessen doch normalerweise Schulvorlagen einen grossen Bonus in der Bevölkerung? Katrin Frick spricht Klartext:

«Der Stadtrat muss selbstkritisch festhalten, nicht frühzeitig genug und zu wenig umfassend über dieses Projekt informiert zu haben.»

Man habe es verpasst, dem Stimmvolk zu zeigen, dass es sich bei der Kappeli-Erweiterung um das grösste Projekt der Schule seit langer Zeit handle.

Enige wichtigen Argumente kamen zu spät

Eine ausführliche Begründung für die Kosten von 25,5 Millionen Franken haben der Stadtrat und später die Schule Buchs erst mit Stellungnahmen an die Öffentlichkeit getragen, als die Meinungen der Parteien, Interessengruppen und auch vieler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bereits gemacht waren.

Die Schulpräsidentin ist immerhin froh darüber, dass der Bedarf nach einer Erweiterung der Schulanlage Kappeli grundsätzlich nicht in Frage gestellt worden sei.

Wie weiter, nach der Abstimmungsniederlage? Katrin Frick sagt, der Stadtrat von Buchs habe keinen Plan B, den er einfach aus der Schublade ziehen könne. Die Schulpräsidentin erklärt:

«Wir müssen nun die Situation analysieren, insbesondere auch die Kostenseite.»

Ob es nun Provisorien brauche, sei noch ungewiss. Sicher sei auf jeden Fall, dass man ein neues Projekt früher, besser und umfassender kommunizieren werde, um damit auch die Stimmung im Volk frühzeitig zu spüren.

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