Türggenau
Abschied von der Volksschule mit einem eigenen Projekt

Schülerinnen und Schüler der 3. Oberstufe in der Gemeinde Sennwald präsentieren ihre selbstständige Projektarbeit.

Heidy Beyeler
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Die Auswahl toller Projektarbeiten fanden grossen Anklang, Hundevilla, saisonales Kochbuch, Terrarium für Geckos, Flaschengarten und die Aufnahme des eigenen Rapsong, wurden vom Publikum bestaunt, genauso wie die anderen 44 Projekte.

Die Auswahl toller Projektarbeiten fanden grossen Anklang, Hundevilla, saisonales Kochbuch, Terrarium für Geckos, Flaschengarten und die Aufnahme des eigenen Rapsong, wurden vom Publikum bestaunt, genauso wie die anderen 44 Projekte.

Bild: Heidy Beyeler

Am Freitagabend herrschte an der Präsentation der rund 50 unterschiedlichsten Projektarbeiten im Schulzentrum Türggenau in Salez überaus gute Stimmung. In zwei Wochen ist es so weit: Die Schüler der 3. Oberstufe werden der Volksschule den Rücken kehren. Ein neuer Lebensabschnitt wird für sie beginnen – in einer weiterführenden Schule oder einer Ausbildungsstätte.

Für etliche Schüler war das Abschlusssemester eine echte Herausforderung, für wenige war es ein Muss. Der Ideenreichtum schien beinahe unerschöpflich. Die Jugendlichen legten mit ihrer Arbeit eigene Interessen und Hobbys auf den Tisch. Da und dort spielten auch eigene Erfahrungen und Eindrücke während der Schulzeit eine wichtige Rolle.

Schüler legen sich für Projektarbeit ins Zeug

«Die einen wendeten viel, sehr viel Zeit für das Projekt auf. Andere wiederum legten einen minimalen Aufwand an den Tag», wie Schulleiter Felix Schmid in seiner Begrüssungsansprache erwähnte.

Er ermunterte die zahlreichen Gäste und Eltern, sich die tollen Arbeiten im Foyer des Schulzentrums zu Gemüte zu führen. Die Schüler haben während des letzten Semesters ihr Wissen und Handeln gefestigt und gelernt, Problemlösungen unter Beweis zu stellen, wenn etwas nicht auf Anhieb so läuft, wie man es gerne hätte. «Die Einführung der ‹Selbstständigen Projektarbeit› in Salez im letzten Schulsemester vor sieben Jahren war eine hervorragende Idee.» Früher war es so, dass die Schüler während des letzten Semesters der Volksschule wenig Motivation fürs Lernen zeigten. Heute sei es so, dass sich die Schüler mit ihrer eigenen Projektarbeit so richtig ins Zeug legen.

Die grösste Challenge am Präsentationsabend dürfte wohl für die Jugendlichen gewesen sein, vor Publikum und Eltern über ihre Ideen für die Projektarbeit ein Referat zu halten. Darauf wurden sie offensichtlich gut vorbereitet. Selbstsicher und überzeugend haben sie ihr eigenständiges Lernen und ihr Projekt vorgestellt.

«Mein Alphorn» nannte Sina Rhiner ihre Projektarbeit. Vor einem halben Jahr hat sie sich ihren Wunsch erfüllt mit dem Alphornblasen.

«Mein Alphorn» nannte Sina Rhiner ihre Projektarbeit. Vor einem halben Jahr hat sie sich ihren Wunsch erfüllt mit dem Alphornblasen.

Bild: Heidy Beyeler

Unterschiedlichste Themen angepackt

Die 49 Verschiedenheiten der ausgestellten Arbeiten beeindruckten nicht nur die Besucher; auch die Lehrpersonen und mit ihnen der Schulleiter waren angetan vom Engagement der Schüler, das sie in den letzten Monaten und Wochen zielstrebig an den Tag legten. Jede Arbeit ist ein eigenes Werk. Zum Beispiel: eine Hundevilla mit Balkon, ein Terrarium für Geckos, Restaurierung eines Töffs, Mofas oder gar eines megagrossen Traktors, Mobiliar für das eigene Zimmer etc. Beliebt scheint dieses Jahr auch die Gestaltung von Kochbüchern oder Kinderbüchern zu sein.

Maria Silva aus Haag hat mit ihrem 240-seitigen Buch ihr Schicksal aufgearbeitet.

Maria Silva aus Haag hat mit ihrem 240-seitigen Buch ihr Schicksal aufgearbeitet.

Bild: Heidy Beyeler

Für eine ganz besondere Arbeit entschied sich Maria Silva, Haag, mit «Mein selbst geschriebenes Buch». In diesem Buch beschreibt die Autorin auf rund 240 Seiten, wie sie Mobbing, Diskriminierung und Panikstörungen erlebte. Es ist ihr gelungen, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen. «Durch das Schreiben konnte ich einen grossen Teil meines Leidens verarbeiten», sagte sie in einem persönlichen Gespräch. Nach Beendigung der obligatorischen Schule wird Maria Silva eine KV-Lehrstelle mit BMS, Schwerpunkt Wirtschaft, antreten. Anschliessend will sie eine Ausbildung in Psychologie bestreiten.