VfA-Chef Urs Brunner betont: «Die Entsorgungssicherheit ist gewährleistet»

Der Verein für Abfallentsorgung schützt seine Mitarbeiter, um den Betrieb der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs aufrechtzuerhalten. Deshalb dürfen Private derzeit keinen Abfall anliefern.

Corinne Hanselmann
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Nur Firmen dürfen derzeit bei der Sortieranlage Sennwald Abfall anliefern.

Nur Firmen dürfen derzeit bei der Sortieranlage Sennwald Abfall anliefern.

Bild: Corinne Hanselmann

Seit vergangener Woche dürfen Private bei der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs (KVA) und bei der Sortieranlage Sennwald keinen Abfall und kein Sperrgut mehr anliefern. «Wir wollen damit einen Beitrag leisten zur Forderung des Bundesrats, zu Hause zu bleiben. Die Leute sollen nicht zu uns kommen und Sperrgut entsorgen», sagt Urs Brunner, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Vereins für Abfallentsorgung (VfA). Das zu entsorgende Sofa muss also warten.

«Zudem wollen wir mit dieser Massnahme auch uns schützen, weil wir den Betrieb aufrechterhalten müssen.»

Die Entsorgung von Abfällen zählt nämlich zur Grundversorgung der Bevölkerung.

Sperrgut kann auch mit Marken versehen der Kehrichtabfuhr mitgegeben werden

Urs Brunner

Urs Brunner

Wer kleineres Sperrgut oder anderen Abfall entsorgen möchte, kann wie bis anhin Marken darauf kleben und die wöchentliche Kehrichtabfuhr nutzen. Zudem gibt es private Unternehmen, die Abfälle annehmen. Firmen dürfen bei der KVA und bei der Sortieranlage weiterhin Abfälle anliefern. «Wir akzeptieren derzeit aber keine Barzahlung, sondern rechnen per Rechnung ab», sagt Urs Brunner. Auch dies, um die Mitarbeiter zu schützen und den persönlichen Kontakt zu Kunden möglichst gering zu halten.

In Österreich wohnen die Mitarbeiter derzeit bei der Kehrichtverbrennungsanlage

Laut Medienberichten aus Österreich leben rund 50 Mitarbeiter des Unternehmens «Wien Energie» seit vergangener Woche in Isolation. Sie haben sich freiwillig bereiterklärt, sich für die kommenden Wochen von ihren Familien zu trennen und von der Aussenwelt abgeschnitten in Wohncontainern direkt bei den Kraftwerken und Kehrichtverbrennungsanlagen zu leben. So soll eine Ansteckung mit allen Möglichkeiten verhindert werden. Die abgeschotteten Mitarbeiter können so für den sicheren Betrieb sorgen, auch wenn es in Österreich zu einer grösseren Infizierung kommen sollte.

«Solch drastische Massnahmen hat der VfA bisher nicht ergriffen», sagt Brunner. Dennoch habe man sich auf den Betrieb während der Pandemie vorbereitet. «Wir haben vergangene Woche eine Betriebsanweisung geschrieben und vom Kanton absegnen lassen. Darin sind die Massnahmen aufgeführt, die wir ergriffen haben. Wir stellten einen Betriebsplan auf und informierten die Mitarbeiter, wie sie sich verhalten und schützen müssen.» Die Geschäftsleitung hat die KVA-Mitarbeiter in kleine Gruppen eingeteilt, die untereinander möglichst keinen Kontakt mehr haben. Es wird im Betrieb beispielsweise vermehrt per Funk statt von Angesicht zu Angesicht kommuniziert. Brunner erklärt zudem:

«Wir haben zudem die Hälfte unserer ‹Mannschaft› nach Hause in den Bereitschaftsdienst geschickt.»

Sollten Mitarbeiter erkranken, können dadurch weitere aus der Reserve aufgeboten werden. Für den Betrieb der KVA werden im Minimum 16 Leute benötigt. Brunner betont:

«Die Entsorgungssicherheit ist gewährleistet.»
Ein Teil der KVA-Mitarbeiter ist zurzeit zu Hause in Bereitschaft.

Ein Teil der KVA-Mitarbeiter ist zurzeit zu Hause in Bereitschaft.

Heini Schwendener

Abfallsäcke verknoten und nicht zusammenpressen

Das Bundesamt für Umwelt gab einige Empfehlungen im Umgang mit Abfall ab: So sollten in privaten Haushalten Abfälle wie Masken, Taschentücher, Hygieneartikel und Papierhandtücher unmittelbar nach Gebrauch in Plastiksäcken gesammelt werden. Diese sollten ohne Zusammenpressen verknotet, in Abfalleimern mit Deckel gesammelt und wie üblich als Hauskehricht entsorgt werden. In Haushalten, in denen erkrankte oder unter Quarantäne stehende Personen leben, soll zudem auf die Abfalltrennung verzichtet werden. Das heisst, auch die ansonsten separat gesammelten Abfälle wie PET-Getränkeflaschen, Aludosen, Altpapier oder Grünabfälle sollen mit dem normalen Kehricht entsorgt werden, um eine Infektionsgefahr auszuschliessen.