Kommentar

Unterführung Räfis-Burgerau abgelehnt: Jetzt ist Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig

Ein Nein zum Nachtragskredit «Erschliessung Burgerau» war allenthalten erwartet worden. Am Schluss auch vom Buchser Stadtrat, der den Kredit ja eigentlich schon gesprochen hatte. Vom Ausmass der Neinstimmen (73 Prozent) war aber selbst die IG Burgerau positiv überrascht.

Heini Schwendener
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Heini Schwendener

Heini Schwendener

Die vier Mitglieder der IG Burgerau haben ganze Arbeit geleistet. Beflügelt von der überwältigenden Unterschriftenzahl für das fakultative Referendum haben sie sich bis zur Abstimmung mächtig ins Zeug gelegt und ein veritables Politbüro aufgezogen. Nichts wurde dem Zufall überlassen: Auf jede Frage haben sie Antworten gesucht, Protokolle studiert, sich mit Fachleuten beraten, Leserbriefkampagnen lanciert, Netzwerke angezapft usw. Getragen wurden sie von der Stimmung im Volk. Sie spürten, mit ihrem Anliegen eine Mehrheit hinter sich zu haben.

Für den Stadtrat gab es gestern ein Dejà- vu. Im Herbst 2013 haben zwei Pensionäre den Baumallee-Plänen des Stadtrates einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gestern hat eine spontan gebildete IG mit vier Leuten das Unterführungsprojekt gebodigt. Dass nicht nur Parteien, Verbände oder mächtige Gruppierungen politische Ziele erreichen können, sondern auch «einfache» Bürgerinnen und Bürger, ist Ausdruck einer funktionierenden Basisdemokratie.

Zurücklehnen kann sich jetzt aber niemand. Im Fall der Baumallee war schnell ein befriedigender Kompromiss gefunden. Bei der Unterführung wird es ungleich schwieriger. Unbestritten sind die Probleme der ungenügenden Sicherheit im Umfeld der Bahnübergänge sowie die langen Wartezeiten an den Barrierenanlagen. Ab jetzt ist Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig, um die Probleme zu lösen.Wesentlich wird dabei die Bereitschaft für Kompromisse sein.