Das Besuchsverbot in Spitälern wird am Freitag aufgehoben. Es gilt die Maskenpflicht.

Neu für Besucher ist auch die Begrenzung bei Dauer und Anzahl Besucher.
Die moralische Unterstützung für Spitalpatienten darf nicht länger als eine halbe Stunde ausfallen. Zugelassen im Patientenzimmer sind maximal zwei Personen.

Robert Kucera
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Besucher sind im Spital Grabs wieder erlaubt - doch vom Haupteingang weg gibt es klare Regelungen, die eingehalten werden müssen.

Besucher sind im Spital Grabs wieder erlaubt - doch vom Haupteingang weg gibt es klare Regelungen, die eingehalten werden müssen.

Mareycke Frehner (Grabs, 24. Juli 2018)

Das vom Kanton St. Gallen verordnete Besuchsverbot für Spitäler
endet am Freitag, 19. Juni. Von da an ist es wieder erlaubt, den Patienten eine Visite abzustatten. Dies gilt für die gesamte Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, welche die Spitäler Altstätten, Grabs und Walenstadt umfasst.

Für Andrea Bachmann, Leiterin Kommunikation und Marketing der Spitalregion, ein Entscheid, der Sinn macht: «Für viele Patienten ist es
wichtig, dass sie während ihres Spitalaufenthalts von ihren Liebsten besucht werden können. Insbesondere dann, wenn die Patienten längere Zeit im Spital verbringen müssen. Deshalb waren die letzten Wochen für viele unserer Patienten, aber auch für ihre Angehörigen, nicht einfach.»

Auf Grund der geringen Infektionsraten ist der Einsatz des Zivilschutzes beim Spital Grabs aufgehoben. Wer die Gelegenheit nutzen möchte, einen Angehörigen im Spital zu besuchen, darf dies ab Freitag wieder tun – und sieht sich nicht mit einer zentralen Eingangskontrolle konfrontiert. Auf
direktem Weg geht es an die Rezeption am Haupteingang.

Eindämmung des Virus hat weiter erste Priorität

Die Aufhebung des Besuchsverbot, so wird von der Spitalregion Rheintal
Werdenberg Sarganserland betont, ist zwar ein Grund zur Freude – doch nicht mit einem Tag der offenen Tür zu verwechseln. Denn nach wie vor ist man bemüht, die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Deshalb sind beim Spitalbesuch für Patienten und Gäste einige Regeln zu beachten. So wie die seit Monaten bekannten Schutzmassnahmen, die auch in den Spitälern einzuhalten sind: Abstand halten, Körperkontakt vermeiden und Hände desinfizieren.

Lockerung im Spital Grabs: Patientenbesuche sind wieder erlaubt, und auch die Kontrollstelle des Zivilschutzes und die Triage-Container sind überflüssig geworden. Nun dürfen die Besucher wieder direkt bis zum Haupteingang schreiten.

Lockerung im Spital Grabs: Patientenbesuche sind wieder erlaubt, und auch die Kontrollstelle des Zivilschutzes und die Triage-Container sind überflüssig geworden. Nun dürfen die Besucher wieder direkt bis zum Haupteingang schreiten.

Bild: Thomas Schwizer (Grabs, 28. April 2020)

Stefan Lichtensteiger, CEO der Spitalregion, ist sich jedoch bewusst, das auch die besten Verhaltensreglen und Absichten an ihre Grenzen stossen können. «Aufgrund der räumlichen Voraussetzungen ist es in vielen Patientenzimmern nicht möglich, bei Besuchern den geforderten Abstand einzuhalten. Deshalb gilt für Besucher in unseren Spitälern eine Maskenpflicht», erklärt Lichtensteiger. Das Tragen einer Maske ist der Hauptunterschied und auffälligstes Merkmal zu normalen
Spitalbesuchen in früheren Zeiten. Doch die Besucher müssen noch mehr wichtige Regeln beachten.

Regeln und Empfehlungen

Schutz hat Priorität

Wie die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland in einer Medienmitteilung festhält, gilt ab Freitag, 19. Juni, eine neue Besuchsregelung. Patientenbesuche sind wieder erlaubt - weiterhin hat jedoch der Schutz von Patienten und Mitarbeitenden oberste Priorität. Deshalb gilt:

  • Haupteingang benutzen
  • Am Empfang Formular mit Kontakdaten ausfüllen
  • Maske an! In den Spitälern herrscht Maskenpflicht (am Empfang erhältlich)
  • Einhalten der allgemeinen Verhaltensregeln wie Abstand halten, Körperkontakt vermeiden, Hände desinfizieren
  • Höchstens zwei Besucher gleichzeitig im Patientenzimmer
  • Besuchszeit auf 30 Minuten begrenzt

Darüber hinaus weist die Spitalregion auf folgende Empfehlungen hin:

  • Patientinnen und Patienten möglichst nur bei längeren Spitalaufenthalten besuchen (ab einer Aufenthaltsdauer von vier Tagen)
  • Besuche auf die engsten Bezugspersonen beschränken

Maximal zwei Besucher für 30 Minuten im Zimmer

Wie Andrea Bachmann, Leiterin Kommunikation und Marketing der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, auf Anfrage erklärt, sind im Spital Grabs weitere Massnahmen zu befolgen: «Auf der Station melden sich die Besucher bei der Pflege, damit das Personal einen Überblick hat, wie viele Besucher in welchen Zimmern sind. Denn es sind maximal zwei Besucher gleichzeitig pro Zimmer erlaubt.»

Auch dem Zeitraum der moralischen Unterstützung sind Grenzen gesetzt. Die Besuchsdauer ist auf 30 Minuten beschränkt. Ausnahmen gibt es
für palliative Patienten, die Wochenbettstationen sowie Eltern, die ihre Kinder im Spital besuchen.

Ansturm ist nicht zu erwarten

Auf den Stichtag 19. Juni, wenn das Besuchsverbot für Spitäler im Kanton St. Gallen endet, ist man in Grabs bestens gerüstet. Mit einem Grossandrang samt langer Schlange vor dem Empfang, überfüllten Gängen und hoher Lärmemission rechnet man nicht. «Auch von Spitälern, in denen Besuche bereits wieder möglich sind, wurde nichts dergleichen berichtet», hält Bachmann fest. Der Ruhe, die der Genesung dient, sollte demnach nichts im Weg stehen.