8,6 Millionen Passagiere mit 90 Bussen transportiert, 700 000 davon auf der Linie Buchs-Sargans

Die Bus Ostschweiz AG mit der BOS Gruppe hat ihre Transportfrequenzen in der Region Sarganserland-Werdenberg erhöht. Sie baut ihre Kooperationen mit kleineren Transportunternehmen weiter aus – und wird auch zum Systemdienstleister für Kassengeräte und Billettautomaten.

Thomas Schwizer
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«Der im August 2018 eröffnete neue Busbahnhof in Buchs ermöglicht einen effizienten Busbetrieb», lobt Bus Ostschweiz. (Bild: Thomas Schwizer)

«Der im August 2018 eröffnete neue Busbahnhof in Buchs ermöglicht einen effizienten Busbetrieb», lobt Bus Ostschweiz. (Bild: Thomas Schwizer)

Passend zur Generalversammlung des heimischen Transportunternehmens liessen sich Aktionäre und Gäste am frühen Donnerstagabend, mit einem Kursbus von Bus Sarganserland-Werdenberg, vom neuen Busbahnhof in Buchs zum Berghaus Malbun am Buchserberg chauffieren.

Lob für den neuen Busbahnhof in Buchs

Im Jahresbericht wurden die Verbesserungen gewürdigt, die der neue Bahnhofplatz mit dem modernen Bushof gebracht hätten. Er sei übersichtlich und werde den Anforderungen an einen effizienten Busbetrieb gerecht, heisst es darin.

Die Traktanden wurden von den 29 Aktionären diskussionslos und zügig abgehandelt, alle Entscheide einstimmig gefällt. Das gilt auch für die Rechnungen der Bus Ostschweiz AG und der BOS Gruppe, wo jeweils der Umsatz und das Eigenkapital gesteigert werden konnte.

Im Verwaltungsrat trat Ivan Knobel aus Rickenbach zurück. Präsident Hans Frei kündigte seinen eigenen Rücktritt, nach 20 Jahren im Amt, auf die Generalversammlung 2020 an.

Das Knowhow bündeln und ausbauen

Zu Bus Ostschweiz AG gehören neben Bus Sarganserland Werdenberg Rheintal Bus und Wil Mobil sowie die BOS-Gruppe mit der BOS Management AG und die BOS Service AG.

Die BOS Gruppe übernimmt im Rahmen von Kooperationen immer häufiger Aufgaben für kleine und mittlere Transportunternehmen. Sie wird ab Juli 2019 auch die Geschäftsführung der Autokurse Oberthurgau AG (AOT) erledigen. Je ein gegenseitiger Verwaltungsratssitz und eine gegenseitige Beteiligung im Aktionariat sollen die Kooperation festigen, sagte Verwaltungsratspräsident Hans Frei an der Generalversammlung.

«Neue Strukturen bringen Effizienz und Effektivität»

Die neuen Strukturen, die der seit Anfang 2018 wirkende Geschäftsführer und Unternehmensleiter Roland Ochsner erarbeitet hat, hat der Verwaltungsrat von Bus Ostschweiz letzten Herbst genehmigt. «Sie bringen mehr Effizienz und Effektivität», sagte Frei.

So könnten ohne weitere Strukturanpassungen nicht nur die Aufgaben für die BOS Gruppe umgesetzt werden, sondern diese könne ihre Dienstleistungen auch anderen, vor allem kleineren Transportunternehmen anbieten. «Der modulare Aufbau macht dies möglich», betonte Frei.

Gleichzeitig könne man das Knowhow in der eigenen Gruppe bündeln und ausbauen. Das sei wichtig, weil die Vorgaben vom Kanton und vor allem vom Bund immer strenger und komplizierter würden.

Neu auch Systemanbieter im öffentlichen Verkehr

Die BOS Gruppe hat im 2018 das Atron-Betriebsleitsystem und -Verkaufssystem für die Kassengeräte und Billettautomaten in ihren Bussen übernommen und damit das alte System von Post Auto ersetzt.

Ende Oktober 2018 hat die BOS auch die Verantwortung für den Betrieb selbst übernommen – mit entsprechender IT- und Systemkompetenz.

Das hielt Unternehmensleiter Roland Ochner fest. So werde die BOS Gruppe erstmalig zum Systemanbieter im öffentlichen Verkehr. Diese Dienstleistungen erbringt sie bereits für zahlreiche Transportunternehmen in der Ostschweiz, und im laufenden Jahr wird sie dies schrittweise auch für Unternehmen aus der Nordwestschweiz und aus dem Wallis tun dürfen, so Ochsner.

«Ausrichtung auf die Kundschaft bleibt zentral»

Der einzige Geschäftszweck der Bus Ostschweiz AG sei die Beförderung der Fahrgäste, betonte Ochsner. 2018 wurden wie im Vorjahr insgesamt 8,6 Millionen Passagiere transportiert.

Auch wenn eine Ostwind-Umfrage 2018 in den Netzen Sarganserland-Werdenberg und Rheintal deutliche Steigerungen bei der Kundenzufriedenheit zeigte: Es gebe Punkte, in denen sich Bus Ostschweiz zwingend verbessern müsse.  So sagte Ochsner:

«In der Bearbeitung von Rückmeldungen der Kundschaft müssen wir uns zwingend verbessern.»

Neu werden auch an den Standorten Wil, Sargans und Altstätten dafür Ansprechstellen geschaffen.

Bald erster Elektro-Bus gemäss Fahrplan im Einsatz

Ochsner kündigte an, dass Bus Ostschweiz als eines der ersten Transportunternehmen in der Schweiz einen Elektrobus im regionalen Linienverkehr fahrplanmässig täglich einsetzen werde, und zwar im Spätsommer im Sarganserland.

Die Erweiterung der Busflotte schreite planmässig voran. 2018 wurden in der BOS Gruppe fünf neue Autobusse angeschafft: zwei Gelenkbusse und drei Midibusse. 2019 gehe die Erneuerung weiter. Neben dem neuen E-Bus sind es 20 neue Fahrzeuge, davon zehn Busse mit Hybrid-Modul, mit dem rund 8 Prozent Diesel eingespart werden können, so Ochsner.

Offerte für Linien in Liechtenstein wird geprüft

Schliesslich blickte Roland Ochsner auf die im laufenden Jahr fälligen Offertverhandlungen mit den Bestellern für den Regionalverkehr voraus. Offerieren dürfe Bus Ostschweiz auch für eine neue Linie in Wil – neben Postauto und Regiobus. «Wir wollen diese Linie mit Wil Mobil fahren und werden dem Kanton eine attraktive Offerte abgeben – aber nicht um jeden Preis», stellte Ochsner fest.

Auf Dezember 2021 wird schliesslich der Fahrauftrag für alle Linien in Liechtenstein neu ausgeschrieben. Man warte die Ausschreibungsunterlagen ab und werde sie im Detail prüfen. Bereits dieses Jahr starte Bus Ostschweiz aber mit ersten Vorarbeiten – um bereit zu sein, falls man sich für die Teilnahme an der Ausschreibung entschliesse.

  • Bus Ostschweiz hat 2018 insgesamt 8,6 Millionen Passagiere transportiert.
  • In der Region Rheintal-Sarganserland-Werdenberg wurden 5,3 Millionen Passagiere transportiert.
  • Allein 700000 Reisende nutzten die Linie 400 (Buchs–Sargans) – ein neuer Rekord.
  • Die längste Linie (Altstätten–Oberriet Bahnhof–Rüthi Büchel–Buchs) misst 33198 Meter.
  • Die kürzeste Linie (Wil–Wilerwald) misst 2087 Meter.
  • Wärend 109 Tagen fuhr Bus Ostschweiz im 2018 einen geplanten Bahnersatz
  • Während 21 Tagen fuhr Bus Ostschweiz im 2018 ungeplanten Bahnersatz
  • Die Bus Ostschweiz AG beschäftigt 230 Mitarbeitende
  • 90 Busse, mit insgesamt 2767 Sitz- und 3899 Stehplätzen, stehen auf 40 Linien im Einsatz.