80 Prozent der Casinobesucher in Liechtenstein sind Schweizer

Die Zahl der Spieler, die ihr Glück in den Liechtensteiner Casinos nicht mehr versuchen dürfen, hat sich verdoppelt.

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Rund 1800 Spieler sind in Liechtenstein gesperrt.

Rund 1800 Spieler sind in Liechtenstein gesperrt.

Bild: Urs Jaudas

Die Zahl der Spielbanken in Liechtenstein steigt und mit ihr auch die Zahl der gesperrten Spieler. Bis Ende Dezember 2018 waren 940 Spielsperren registriert. Während sich der grösste Teil freiwillig hat sperren lassen, haben die Casinos in 56 Fällen ein Verbot ausgesprochen.

Meistens lassen sich die Betroffenen selbst sperren

Inzwischen sind es bereits 1828 Spieler, die in Liechtenstein ihr Glück in den Casinos nicht mehr versuchen dürfen, wie aktuelle Zahlen des Amts für Volkswirtschaft in Vaduz zeigen. Im vergangenen Jahr waren es meist wieder die Betroffenen selbst, die aktiv wurden.

Erst wenn die Spieleinsätze in keinem Verhältnis zum Einkommen stehen und sich Spieler überschulden, dann müssen die Casinos Sperren aussprechen. So sieht es das Geldspielgesetz vor.

Grossteil der Gäste kommt aus der Schweiz

Die insgesamt rund 630 Spielautomaten und über 40 Spieltische in den bereits eröffneten Casinos des Landes üben eine grosse Anziehungskraft aus – vor allem auf ausländische Spieler.

80 Prozent der Gäste in den Liechtensteiner Casinos haben ihren Wohnsitz in der Schweiz und nur 7 Prozent in Liechtenstein, wie das Amt für Volkswirtschaft auf Anfrage erklärt. Die Kontrolle darüber, ob die Betreiber ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen, liegt beim Amt. Die Geldspielaufsicht wird personell aufgestockt – von zwei auf fünf Mitarbeiter bis im März.

Verhandlungen zwischen den Ländern stehen an

Auch die Betreiber selbst gehen in die Offensive. Zwar haben sich diese untereinander bereits ausgetauscht, seit diesem Jahr gibt es aber eine gemeinsame Datenbank im Land. Diese ermöglicht es, einem Spieler noch am selben Tag in allen Spielbanken des Landes den Zutritt zu verwehren.

Noch immer nicht gelöst, ist die Frage, ob Sperrlisten mit den Nachbarländern ausgetauscht werden können. Das neue Geldspielgesetz der Schweiz erlaubt es zwar, die Daten weiterzugeben. Doch Verhandlungen zwischen Liechtenstein und der Schweiz stehen erst im Februar an. In den Schweizer Casinos werden jedes Jahr 3000 Personen gesperrt. (dal)