630 Jahre alte Urkunde aus Sevelen wurde für die Nachwelt gesichert

Der 1389 ausgestellte Lehenbrief der Seveler Alp Arin wurde dem Staatsarchiv St.Gallen übergeben.

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Der am 20. Mai 1389 von Graf Heinrich II. von Werdenberg-Heiligenberg ausgestellte Lehenbrief der Alp Arin wurde dem Staatsarchiv St.Gallen übergeben.

Der am 20. Mai 1389 von Graf Heinrich II. von Werdenberg-Heiligenberg ausgestellte Lehenbrief der Alp Arin wurde dem Staatsarchiv St.Gallen übergeben.

Bild: Staatsarchiv St.Gallen

(pd) Alte Dokumente und Urkunden wurden früher oft in Schubladen oder Truhen in privaten Haushaltungen aufbewahrt und über Generationen hinweg weitergegeben. Mit der zunehmenden Mobilität und dem schwindenden Bezug zur eigenen Herkunft sind solch wertvolle Quellen oft akut gefährdet.

Dank dem Engagement von Werner Hagmann, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Werdenberger Geschichte und Landeskunde (WGL), ist es gelungen, ein für die Geschichte der Region Werdenberg einzigartiges Originaldokument für die Nachwelt zu sichern.

38 Mass Schmalz und 10 Käse als Jahreszins

Es handelt dabei um einen über 630 Jahre alten Lehenbrief der Alp Arin (Inarin). Ausgestellt wurde die Urkunde von Graf Heinrich II. von Werdenberg-Heiligenberg am 20. Mai. 1389. Der damalige Landesherr der Grafschaft Werdenberg verlieh Hans Steinheuel und Fridolin Imboden die Alp zu Erblehen. Als Zins mussten sie jährlich auf Martini 38 Mass Schmalz und 10 Käse abliefern.

Gemäss Einschätzung von Sibylle Malamud von der Werdenberger Rechtsquellenedition handelt es sich um die «älteste Lehenurkunde einer Alp in der Region Werdenberg». Die unscheinbare Pergamenturkunde ist vom hohen Alter und den oft nicht optimalen Aufbewahrungsbedingungen gezeichnet, was eine sichere Lesung erschwert.

Generationen der Litschers überlieferten das Dokument

Überliefert wurde das Dokument aller Wahrscheinlichkeit nach während Generationen in der Familie Litscher im sogenannten Richterhaus an der Histengass in Sevelen – deren männliche Vertreter hatten bis weit in die Landvogtszeit zurück das Richteramt inne.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist sie mit einem Nachfahren ins von diesem erbaute Haus im Gärtli gelangt. Um die Urkunde langfristig zu erhalten und der Forschung zugänglich zu machen, hat Werner Hagmann diese in Absprache mit der Donatorin Verena Wilhelm-Burkhardt dem Staatsarchiv St.Gallen als Schenkung zur dauerhaften Aufbewahrung übergeben.

Weitere Informationen im Blog auf www.edition-wgl.ch.