30 Stunden Training in der Woche: Synchronschwimmerinnen des SC Flös Buchs haben Olympische Spiele in Tokio im Visier

Lara Mechnig und Marluce Schierscher, welche wettkampfmässig für den SC Flös Buchs antreten und für Liechtenstein an die Olympischen Spiele im nächsten Jahr nach Japan reisen möchten, haben ihre ersten Trainingseinheiten im Wasser nach dem Lockdown absolviert.

Gary Kaufmann
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Marluce Schierscher und Lara Mechnig treten seit fünf Jahren als Duett im Artistic Swimming auf. 2021 sollen die Olympischen Spiele einen sportlichen Höhepunkt darstellen.

Marluce Schierscher und Lara Mechnig treten seit fünf Jahren als Duett im Artistic Swimming auf. 2021 sollen die Olympischen Spiele einen sportlichen Höhepunkt darstellen.

Piero Sprenger

Fünf Jahre sind nun die beiden Synchronschwimmerinnen Lara Mechnig und Marluce Schierscher schon ein Team. Die Chemie stimmt, vergangenen Dezember wurden die beiden Sportlerinnen des SC Flös Buchs in der «Nacht des Sports» zum vierten Mal in Folge zu Liechtensteins «Mannschaft des Jahres» gewählt. Ihr kleines Jubiläum hätte eigentlich damit abgerundet werden sollen, dass sie heuer als erste Liechtensteinerinnen in ihrer Disziplin an den Olympischen Spielen teilgenommen hätten. An dem Ziel, sich dafür zu qualifizieren, hat sich nichts verändert. Allerdings am Zeitplan, denn – bedingt durch das Coronavirus – wurden die Spiele von Tokio um ein Jahr nach hinten verschoben. «Dass sich das Ganze nun in die Länge zieht, ist nicht so problematisch», meint Mechnig. Vielmehr sehen die Athletinnen in der zusätzlichen Zeit die Chance, sich besser auf die Olympischen Spiele vorzubereiten.

Training wird auf 30 Stunden pro Wochen erhöht

Mittlerweile haben die beiden ihre ersten Einheiten im Wasser nach dem Lockdown bereits absolviert. Ab Juli soll das Training wieder auf die gewohnte Intensität hochgefahren werden, das heisst rund 30 Stunden pro Woche. Ende Juli gehen sie in ein zweiwöchiges Trainingslager auf dem Kerenzerberg, Glarus. Bislang steht nur ein Termin in ihrem Wettkampfkalender, dafür ist dieser umso wichtiger: Das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele Anfang März 2021 in Tokio, an dem noch sieben Plätze vergeben werden. Weitere Wettkämpfe sind angesichts der weltweit ungewissen Lage noch keine angesetzt. Das Duett hofft allerdings darauf, dass bereits vorher wieder welche stattfinden.

Lara Mechnig in ihrem Element.

Lara Mechnig in ihrem Element.

Patrick B. Kraemer / EPA

Auf der Suche nach einem Trainingsgelände

Ein Wunsch der Synchronschwimmerinnen war, dass sie die Vorbereitung weiterhin mit ihrer bisherigen Trainerin Francesca Zampieri bestreiten können. Denn trotz der strengen Einheiten sorge sie dafür, dass ihnen der Sport weiterhin Spass macht. «Wir sind ein gutes Team. Francesca weiss genau, was wir brauchen. Sie merkt es vor dem Training, wenn wir müde sind», freut sich Mechnig.

Noch läuft die Suche nach potenziellen Trainingsmöglichkeiten. Relativ weit fortgeschritten seien die Gespräche mit der Schwimmsportarena in Sursee, wie die Athletinnen gestern im Mediengespräch bekannt gaben. Da die Anlage ungefähr zwei Stunden Autofahrt von Liechtenstein entfernt ist, ziehen Mechnig wie Schierscher einen Umzug in Betracht: «Vor Ort gibt es Übernachtungsmöglichkeiten und sonst müssen wir uns umsehen. Es wäre ein rechter Aufwand, jeden Tag nach Sursee zu fahren.»

«Wir haben unsere Erwartungen überboten»

Sowohl die Synchronschwimmerinnen als auch die Trainerin glauben daran, dass die Qualifikation für Tokio 2021 gelingt. Man orientiere sich an den Konkurrentinnen, die sich bei der Rangierung immer unweit der Liechtensteinerinnen befinden. «Wir haben unsere bisherigen Ziele erreicht, manchmal sogar unsere Erwartungen überboten. Das gibt uns die Kraft, den Traum zu leben», so Zampieri. Die Stärken ihrer Schützlinge sieht sie im mentalen Bereich: «Sie haben sportlich enormes Talent. Vor allem haben sie aber den Fokus, um jeden Tag einen Schritt weiterzugehen.» Obwohl die Liechtensteinerinnen am Anfang komplett verschiedene Typen gewesen seien, hätten sie gelernt, ihre Schwimmstile aufeinander anzupassen.

Es dürfen in ihrer Disziplin Artistic Schwimming 22 Duette teilnehmen. Zehn Plätze werden von jenen Nationen belegt, die bereits eine Teilnahme an den Teamwettbewerben ergattert haben. Weitere fünf besetzen die kontinentalen Meister. Die noch offenen sieben Plätze werden an einem Turnier vergeben, welches Anfang März 2021 in Tokio stattfindet. «Dort müssen sie unter den besten Sieben sein, welche noch nicht für die Spiele qualifiziert sind», so Wachter. Dadurch wären ihm zufolge auch aus Sicht des LOC die sportlichen Anforderungen erfüllt, um Liechtenstein in Tokio zu vertreten.