239 Päckli für den Osten gesammelt

Etliche Freiwillige engagieren sich dafür, dass Bedürftige im Osten ein Weihnachtspäckli erhalten. Zusammen haben sie es geschafft, 239 Pakete zusammenzustellen. Das ist so viel wie noch nie.

Alexandra Gächter
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Die ökumenische Frauengruppe hat 239 Weihnachtspäckli für Bedürftige in Osteuropa gesammelt, sortiert und verpackt. (Bild: Alexandra Gächter)

Die ökumenische Frauengruppe hat 239 Weihnachtspäckli für Bedürftige in Osteuropa gesammelt, sortiert und verpackt. (Bild: Alexandra Gächter)

Gemeinsam geht es besser. Das haben sich auch die Seveler Frauen Edith Torgler, Ursula Ruosch und Lisbeth Lins gedacht. Statt alleine Weihnachtspäckli für den Osten zu sammeln, haben sie ein grosses Netz von Spendern, Helfern und Mitorganisatoren auf die Beine gestellt, die gemeinsam an einem Strick ziehen. Und so können die drei Frauen und viele ihrer Helfer 239 Weihnachtspäckli, davon 157 für Erwachsene und 82 für Kinder, nach Vorschrift für das Hilfswerk «Licht im Osten» übergeben.

Einzelne Artikel können ebenfalls gespendet werden

«Wir haben uns jedes Jahr gesteigert. Angefangen haben wir mit ungefähr 30 Päckli pro Jahr», sagt Edith Torgler. Sie und ihre Helfer haben bald erkannt, dass die Anzahl Pakete erhöht werden könnte, wenn sie das Sammeln für alle vereinfachen. «Gerade ältere Menschen möchten sehr gerne spenden. Alle vorgegebenen Artikel für die einheitlichen Weihnachtspäckli einzukaufen, ist aber für die einen zu mühsam, für die anderen zu teuer. Deshalb nehmen wir nebst den fertigen Weihnachtspäckli auch einzelne Artikel, wie zum Beispiel Mehl, Zucker, Teigwaren oder Strickwaren an», so Torgler. Das ganze Jahr über geben Seveler, aber auch Buchser und Wartauer, bei Edith Torgler und ihren Helferinnen Spendenartikel ab. Selbstverständlich erhält die ökumenische Frauengruppe, wie sie sich nennen, nicht von allen Artikeln gleich viel. «Wir haben dieses Jahr zu viel Zucker und Teigwaren und zu wenig Reis und Tee. Um die Pakete gleichmässig zu füllen, haben wir einen Teil des Zuckers und der Teigwaren wieder verkauft und damit die fehlenden Waren eingekauft. Ausserdem erhalten wir jedes Jahr Geldspenden von Privaten sowie Kollekten, welche in der evangelischen und evangelisch-methodistischen Kirche Sevelen gesammelt werden. Mit diesem Geld werden die Pakete gerecht komplementiert. Dank Aktionen können wir besonders effizient einkaufen. Das restliche Geld verwenden wir für die Transportkosten», so Torgler. Damit nicht genug: Die Frauen fragen jeweils bei verschiedenen Unternehmen nach kostenlosen Schachteln und Schreibmaterial. Insgesamt eine Tonne Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände kam auf diese Weise zusammen. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) in Sevelen stellt der ökumenischen Frauengruppe jeweils ihre Räumlichkeiten für zwei Tage gratis zur Verfügung. Und so transportieren die Frauen die Waren von ihnen zu Hause jedes Jahr im November in die EMK. Dort wird alles von 10 bis 15 Helferinnen und Helfer aller Schichten – sogar Asylanten helfen bei der Aktion – sortiert, verpackt und für den Weitertransport nach Buchs geladen.

Von dort gelangen die Weihnachtspäckli via Bern nach Albanien, Serbien, Bulgarien, Moldawien, Rumänien, Weissrussland und in die Ukraine. Kindern, armen Familien, einsamen Senioren und Menschen mit Behinderungen wird mit den Weihnachtspäckli eine grosse Freude bereitet. «Ich finde es schön, dass die Aktion ‹Licht im Osten› alle religiösen Gruppierungen berücksichtigt. Mit den Geldspenden werden ausserdem Hausaufgabenhilfe und warme Mahlzeiten für Kinder finanziert, deren Eltern wegen der Arbeit das Land verlassen haben. Alles in allem finde ich das Projekt eine richtig gute Sache. Die Hilfe kommt hier ans richtige Ort. Dafür investieren wir gerne unser Herzblut», sagt Edith Torgler.