Sennwald
1475 Solarmodule bei der Verdunova AG erzeugen so viel Strom, dass 100 Haushalte damit versorgt werden könnten

Seit einem Monat ist das Solarkraftwerk der Verdunova AG am Netz und liefert dem Betrieb viel Energie. Kürzlich wurde es feierlich eingeweiht.

Heidy Beyeler
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Die Verantwortlichen hinter dem Projekt für Solarstrom in Sennwald: (von links) Richard Brusa, Beni Dürr, Josef Brusa, Peter und Raphael Schibli.

Die Verantwortlichen hinter dem Projekt für Solarstrom in Sennwald: (von links) Richard Brusa, Beni Dürr, Josef Brusa, Peter und Raphael Schibli.

Bilder: Heidy Beyeler

Das neue Fotovoltaik-Kraftwerk steht auf dem Dach des Fabrikgebäudes der Verdunova AG. Das Unternehmen verarbeitet Schweizer Gemüse und Früchte zu Tiefkühlprodukten. Künftig wird das Kraftwerk der neusten Generation Jahr für Jahr eine Strommenge von 530 000 KWh produzieren. Diese Energie wird vornehmlich für den eigenen Betrieb eingesetzt.

Richard Brusa, Geschäftsführer der Clean Power Synergy AG in Grosswangen, sagte anlässlich der Einweihungsfeier der Anlage:

«Mit dieser Kapazität könnten über 100 Schweizer Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Oder eine Flotte von 250 Elektroautos Jahr für Jahr je 12 000 Kilometer zurücklegen.»

Richard Brusa hat während rund einem Jahr die Verdunova AG beraten und zusammen mit der Unternehmensleitung die massgeschneiderte Energielösung erarbeitet. «So entstand ein schönes, gelungenes und sinnvolles Projekt – für die nächste Generation».

Für ein gutes Klima und hohe Nachhaltigkeit

Kürzlich hat die Verdunova AG den umfangreichen Nachhaltigkeitsbericht 2021 veröffentlicht, der darauf hinweist, wohin die Reise der Verdunova geht. Zur nachhaltigen, integrierten Produktion (IP) im Gemüseanbau passen Klimaschutz und die Gewinnung von erneuerbaren Energiequellen als Synergien gut zusammen. Diese Punkte boten anlässlich der Einweihung des Solarkraftwerkes genügend Diskussionsstoff für einen Blick in eine hoffnungsvolle Zukunft.

1475 Hochleistungs-PV-Module produzieren zwei bis drei Megawattstunden sauberen Strom pro Tag.

1475 Hochleistungs-PV-Module produzieren zwei bis drei Megawattstunden sauberen Strom pro Tag.

Drei Pioniere aus dem selben Dorf

Es war kein Zufall, dass sich Beni Dürr, Josef Brusa, und Peter Schibli gefunden haben, um gemeinsame Sache zu machen. Alle drei haben einen Bezug zu Gams und haben klein angefangen. Mit ihrem Pioniergeist machten sie früh auf sich aufmerksam.

Nach dem Abschluss seines Studiums als Ingenieur Agronom ersetzte Beni Dürr 1981 auf dem heimischen Bauernhof bereits den Ölofen für die Heubelüftung sowie den 10 000 Liter Öl fassenden Heizöltank durch ein Sonnendach. So wurden Jahr für Jahr 8000 Liter Heizöl eingespart. Dürr sagt:

«Die Anlage läuft heute noch ohne eine einzige Reparatur, und das seit 30 Jahren».

Josef Brusa gründete 1985 die kleine Firma Brusa in Gams und entwickelte Komponenten für Solar- und Elektrofahrzeuge. Mehr als 30 Jahre später ist das Unternehmen weltweit bekannt durch enge Beziehungen zu Automobilkonzernen in Europa, Amerika und Asien. Heute beschäftigt die Brusa Elektronik AG mit Sitz in Sennwald weltweit rund 270 Mitarbeiter.

Heizplan beschäftigt 50 Angestellte

Der Dritte im Bunde ist Peter Schibli. Er gründete 1983 mit seiner Frau Heidi Schibli die Heizplan AG als Familienunternehmen. Die Gamser Firma beschäftigt heute rund 50 Angestellte. Inzwischen hat bereits die zweite Generation im Familienunternehmen operativ Einzug gehalten.

Solarstrom spart Geld

«Bei dieser Solaranlage können täglich zwei bis drei Mega-Wattstunden sauberer Strom geerntet werden», erklärt Richard Brusa im persönlichen Gespräch. Zudem liegt der Solarstrom inzwischen unter den Kosten des üblichen Netztarifes – egal woher der Strom importiert wird. Richard Brusa stellt fest, dass dieser Fakt von vielen Leuten noch nicht im erkannt wird. Wenn eine Solaranlage einmal auf dem Dach ist, kann man damit während 30 Jahren Strom produzieren. «Problematisch ist jedoch, dass die Photovoltaik-Anlagen zwar kaum Unterhaltskosten hervorrufen, dafür muss für eine Anlage eine einmalige Investition getätigt werden», gibt Josef Brusa zu bedenken. «Das ist für viele Interessierte eine Hürde. Es fühlt sich so an, als ob man im Voraus für die nächsten zehn Jahre Strom kaufen muss. Aber, man bezahlt Strom für zehn Jahre und bekommt Strom für 30 Jahre», argumentiert Brusa. (bey)

Richard Brusa, Bruder von Josef Brusa, hat sich vor drei Jahren selbstständig gemacht. Er entschied sich, als Unternehmer mit seinen Ideen und Entwicklungen im Bereich erneuerbarer Energie etwas Sinnvolles machen. Er berät Interessenten für neuste Energiesysteme aus erneuerbaren Quellen, von einfachen Photovoltaik-Anlagen bis hin zu umfassenden Gesamtenergie-Konzepten.