Zwei WM-Rennen für Lenti

Die Salezer Triathletin Anita Lenti ist kürzlich in die USA abgereist, um dort an der Aquathlon-WM und an der Kurzdistanz-Triathlon-WM teilzunehmen.

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Anita Lenti steuert dem Saisonfinal entgegen. (Bild: pd)

Anita Lenti steuert dem Saisonfinal entgegen. (Bild: pd)

TRIATHLON. Der Triathlon Grand Final in Chicago bildet den Abschluss einer Serie von weltweit durchgeführten Sportanlässen der Internationalen Triathlon Union. Der letzte Bewerb ist jeweils das WM-Rennen. Die Salezerin Anita Lenti präsentiert sich an dieser Veranstaltung und nimmt gleich an zwei Rennen teil. Bereits am Mittwoch startet die Wahlschweizerin in der Kategorie Frauen 50-54 für ihr Geburtsland Ungarn.

Gelangt man mit der Frage nach dem Ziel an die Salezerin, beginnt sie zu lächeln. «Wie immer werde ich versuchen, besser als meine Mitstreiterinnen zu sein. Das hat sich bewährt», antwortet Lenti mit einem Augenzwinkern. «Selbstverständlich wäre ich gerne wieder zuoberst auf dem Treppchen. Aber dort wollen andere auch stehen», beantwortet die Aquathlon-Welt- und -Vizeweltmeisterin der Jahre 2011 und 2013 die Frage abschliessend. «In den Vereinigten Staaten ist es immer ein wenig schwieriger, eine Prognose abzugeben, weil das Einzugsgebiet an Spitzenathletinnen doch erheblich grösser ist als bei uns.»

Schwimmen als grosse Stärke

Für den ersten Bewerb benötigt die Triathletin ihr Fahrrad noch nicht. Im Aquathlon, einer Kombination aus Schwimmen und Laufen, stuft sie ihre Chancen auf einen Podestplatz höher ein. Sie wird sich gegen 24 Konkurrentinnen behaupten müssen. Der Wettbewerb beginnt im Michigansee, wo es schwimmend 750 Meter zu absolvieren gilt. Dieser Teildisziplin folgt ein Fünf-Kilometer-Lauf. «Schwimmen kann ich sehr gut. Ich bin in diesem Jahr auch zum ersten Mal mehrfach nach einer Schwimmeinheit in der Gegend herumgerannt, um mich gezielt auf diesen Bewerb vorzubereiten. Sogar im Hallenbad in Buchs haben wir dies bewusst trainiert», so Lenti. Sie schwamm im Winter jeweils mehrmals hintereinander eine gewisse Strecke im Pool, begab sich dann ins Kinderbecken und absolvierte dort mit ihren Trainingskollegen im knietiefen Wasser Laufeinheiten. «Das Schwimmen und der Wechsel in die Laufschuhe sollten gut über die Bühne gehen, ich habe viel investiert.»

Trainingsumfang reduziert

Ein Fragezeichen setzt Lenti aber hinter ihre Lauf-Form. Nach dem Tod ihres Vaters und der damit verbundenen Umstellung für ihre Mutter hat die gebürtige Ungarin einiges an organisatorischen Arbeiten zu erledigen gehabt. Als Folge musste sie ihren gewohnten Trainingsumfang um die Hälfte reduzieren. «Ich habe vor allem kurze Einheiten trainiert und nur drei Vorbereitungsrennen bestritten. Ich bin selber gespannt, wie mein Körper reagiert», meint Anita Lenti. Vergangene Woche absolvierte sie einen Test in Locarno, den sie in ihrer Kategorie für sich entscheiden konnte.

Nur 24 Stunden Regeneration

Lediglich 24 Stunden nach dem Aquathlon wird die Salezerin an der Startlinie des Triathlon-Sprints stehen. Dass diese Konstellation nicht ideal ist, dessen ist sich Lenti im Klaren: «Als der Triathlonverband mich im Februar angemeldet hatte, war der Sprint 48 Stunden nach dem Aquathlon plaziert gewesen. Warum er letzte Woche kurzfristig vorverschoben wurde, weiss ich nicht», sagt Lenti.

Im Sprint wird sie in ihrer Altersklasse mit 65 Athletinnen wetteifern. Auf 750 Meter Schwimmen folgt eine 20 Kilometer Radeinheit, die von einer fünf Kilometer Laufeinheit abgerundet wird. Im Wasser und auf dem Rad werden muskuläre Nebenerscheinungen des Aquathlons kein grosses Thema sein. Vor dem abschliessenden Lauf hat die Salezerin aber grossen Respekt. «Spätestens nach dem Absteigen vom Rad werde ich wahrscheinlich zu kämpfen haben», befürchtet die 50-Jährige.

Worauf sich Anita Lenti besonders freut, ist der Parcours des Triathlons. So führt die Rad- und Laufstrecke quer durch die Stadt Chicago, vorbei an Sehenswürdigkeiten und entlang von Wolkenkratzern. Als weiteres Highlight nennt sie das Schwimmen: «In einem See kraulen zu dürfen, der flächenmässig grösser ist als die Schweiz, finde ich toll und ist einer Weltmeisterschaft würdig.» (pd)