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Zwei Spital-Grossaufträge an ausserkantonale Betriebe

GRABS. Gross ist die Enttäuschung bei der regionalen Baubranche über zwei Vergabeentscheide des Kantons St. Gallen für die Erweiterung und Erneuerung des Spitals Grabs. Den Zuschlag für die Baumeisterarbeiten von rund 17 Millionen Franken ging an die Zindel + Co. AG im bündnerischen Maienfeld.
Heini Schwendener
Zwei grosse Aufträge für die Erweiterung und Erneuerung des Spitals Grabs in der Grössenordnung von 20 Millionen Franken sorgen für Gesprächsstoff. Der zuständige Regierungsrat Willi Haag erklärt die Vergabeentscheide. (Bild: Olivia Hug)

Zwei grosse Aufträge für die Erweiterung und Erneuerung des Spitals Grabs in der Grössenordnung von 20 Millionen Franken sorgen für Gesprächsstoff. Der zuständige Regierungsrat Willi Haag erklärt die Vergabeentscheide. (Bild: Olivia Hug)

GRABS. Gross ist die Enttäuschung bei der regionalen Baubranche über zwei Vergabeentscheide des Kantons St. Gallen für die Erweiterung und Erneuerung des Spitals Grabs. Den Zuschlag für die Baumeisterarbeiten von rund 17 Millionen Franken ging an die Zindel + Co. AG im bündnerischen Maienfeld. Beim Baugrubenaushub kommt die Toneatti AG mit Sitz im Glarnerland zum Handkuss, die Summe beläuft sich auf rund 3 Millionen Franken.

Über Formfehler gestolpert

In beiden Fällen belegten die Offerten einheimischer Unternehmen nicht abgeschlagen hintere Rängen, sondern waren ganz vorne dabei. Sie müssen nun zuschauen, wie auswärtige Lastwagen an ihren Werkhöfen vorbei die Baustelle beim Spital bedienen. Beim Baugrubenaushub hatte die LG Bau AG Werdenberg den Zuschlag erhalten. Nach einer Beschwerde musste der Zuschlag wegen eines Formfehlers aber widerrufen werden. So erhielt die Konkurrenz auf Platz 2, deren Offerte 480 000 Franken höher war, den Auftrag.

Das sei natürlich ärgerlich, hiess es seitens der LG Bau AG. Man werde aus dem Fehler die Lehren ziehen. Die Geschichte wurde beigelegt, ohne dass es zu einem Urteil des Verwaltungsgerichts kam. Thomas Toldo, Präsident des Baumeisterverbandes Sargans-Werdenberg, und auch Rudolf Lippuner, Gemeindepräsident von Grabs, hätten es begrüsst, wenn es zu einem Gerichtsurteil gekommen wäre. Sie glauben, dass dabei das Werdenberger Unternehmen durchaus Chancen gehabt hätte.

Sehr geringe Preisdifferenz

Sehr knapp war die Niederlage einer lokalen Arge beim Los Baumeisterarbeiten. Die Offerte der lokalen Arge war nämlich lediglich 1,4 Prozent höher als jene des Unternehmens, das den Zuschlag erhielt, was auf 17 Millionen Franken rund 240 000 Franken ausmacht. Von der Lazzarini AG in Buchs war nur zu vernehmen, man sei natürlich sehr enttäuscht.

Die beiden lokalen Unternehmen, die somit knapp an Millionenaufträgen vorbeigeschrammt sind, wollen sich nicht weiter zur Vergabe des Kantons äussern. Sie akzeptieren den Ausgang, auch wenn er für sie schmerzlich ist. Sie machen auch niemandem Vorwürfe. Auch Thomas Toldo und Rudolf Lippuner zweifeln die Rechtmässigkeit der Vergaben nicht an, wenngleich sie deren Ausgang bedauern.

Spielraum wird nicht genutzt

In Gesprächen mit mehreren Vertretern der lokalen Baubranche ist Enttäuschung und teils auch Verärgerung spürbar. Viele können nicht verstehen, dass solche Vergaben offenbar zum reinen Verwaltungsakt verkommen seien. Der kleine Spielraum bei den weichen Entscheidungskriterien für eine Vergabe werde offenbar nicht genutzt. Hätte jemand die politische Führung übernommen, hätte man doch über diese 1,4 Prozent Preisdifferenz bei den Baumeisterarbeiten hinwegsehen und auch einen Entscheid zugunsten kantonaler Unternehmen fällen können.

Willi Haag Regierungsrat, Vorsteher des Baudepartements (Bild: Urs Bucher)

Willi Haag Regierungsrat, Vorsteher des Baudepartements (Bild: Urs Bucher)

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