Zurechtfinden in der digitalen Welt

Smartphones sind überall, Vernetzung ist allgegenwärtig. Lebenslanges Lernen ist deshalb unausweichlich, wie an der Veranstaltung «Lernfestival» zu hören war.

Adi Lippuner
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Jacques Kuhn und und Markus Härtl vom Lernfestival sowie die Referenten Mirco Rossi, Daniel Mettler, Eric Zaindl, André Grünenfelder, Stephan Schillerwein und Johann Ulrich Schlegel (von links). Bild: Adi Lippuner

Jacques Kuhn und und Markus Härtl vom Lernfestival sowie die Referenten Mirco Rossi, Daniel Mettler, Eric Zaindl, André Grünenfelder, Stephan Schillerwein und Johann Ulrich Schlegel (von links). Bild: Adi Lippuner

Das aktuelle Lernfestival, eine gesamtschweizerische Kampagne für lebenslanges Lernen, steht unter dem Fokusthema Digital. Interessierte sind eingeladen, Neues auszuprobieren und Bekanntes mit anderen Augen zu sehen. Eine Möglichkeit, sich neue Horizonte zu erschliessen, bot sich am frühen Freitagabend im Gasthaus Bären an der Buchser Bahnhofstrasse. Fachleute diverser Branchen beleuchteten das Thema Digital aus verschiedenen Blickwinkeln. Koordinator Jacques Kuhn und Markus Härtl als Vertreter der Bärenrunde (Forum für Wirtschaft und gesellschaftspolitische Zukunftsfragen) hiessen Gäste und Referenten willkommen.

Den Reigen der Referenten eröffnete Mirco Rossi, Gemeinderat, Sevelen, mit «Wirtschaft, Politik, Digital und Bildung». Er zeigte die Entwicklung der Digitalisierung, welche vor allem kurz nach der Jahrtausendwende riesige Schritte machte, auf. «Früher sassen die Menschen am Tisch und redeten über Gott und die Welt, heute sind alle mit ihren Smartphones beschäftigt.» Stark betroffen und gefordert ist aus seiner Sicht auch die Politik: «Diese hat den Anschluss ans IT (Informationstechnik)-Zeitalter schon längst verpasst.»

Programmieren auf dem Missionscomputer

Zu «Recht und Digital» äusserte sich Johann Ulrich Schlegel, Sevelen und Zürich. Seiner Ansicht nach sind Europa und besonders sein Westen heute auch nicht mehr sicher. In diesem Zusammenhang verwies er auf seine aktuelle Buchneuerscheinung «Der Terror und die Freiheit». Unter dem Titel «Programmieren lernen ist denken lernen, sprach Daniel Mettler, Geschäftsführer, Buchs. Dass er das Programmieren auf dem Missionscomputer seiner Eltern im Dschungel lernte, habe ihn für sein ganzes Leben geprägt. «Programmieren fördert analytisches Denken, und deshalb ist es wichtig, Kinder spielerisch an diese Tätigkeit heranzuführen.»

Der Unternehmensberater Stephan Schillerwein aus dem Kanton Aargau stellte «Intranet und digitaler Arbeitsplatz» in den Mittelpunkt. «Ausgelöst durch die digitalen Medien werden die Arbeitsweisen verändert. Die Firmen haben Probleme mit der Nutzung und vor allem auch der Feststellung, was in den Köpfen ihrer Mitarbeitenden vorgeht. Es geht darum aufzuzeigen, was heute aktuell ist.» Modernes und digitales Lernen war das Thema von Bruno Haller, Unternehmensberater aus dem Kanton Thurgau. «Beim Lernen ist es wie in einem Fitness-Studio. Hirnverbindungen und Muskeln müssen gleichermassen trainiert werden. Nur so bleiben sie stabil und ermöglichen den ständigen Lernprozess.»

Verbundenheit mit «Mutter Erde»

Im Referat von Erich Zaindl, Unternehmensberater in Buchs, stand «Von der Digitalanzeige zum Naturverständnis» im Mittelpunkt. Für ihn steht die Verbundenheit mit «Mutter Erde» im Zentrum. Er weiss aus eigener Erfahrung, wie labil das Gleichgewicht in der heutigen Zeit zwischen Mensch, Tier, Natur und Erde ist.

Zu Emotionen und Kommunikation sprach André Grünenfelder vom Institut für bildende Kommunikation (ifbk) in Zug. Seiner Ansicht nach wird sich die Welt weiter verändern. Maschinen und Computer übernehmen Aufgaben der Menschen, und das bedeutet, dass sich der Mensch im neuen Umfeld zurechtfinden muss. «Was sich altvertraut und bekannt anfühlt, hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind. In einer Zeit, geprägt durch rasche Veränderungen, werden zukünftige Herausforderungen und Investitionen neue Impulse und Methoden erfordern,» so seine Botschaft.