Zuerst stand eine Vision – dann folgte die Technik

Corinne Hanselmann
Drucken
Teilen

Gams/Frümsen Vor rund sieben Jahren hatte der Staubern-Wirt und begeistere Tesla-Fahrer Daniel Lüchinger die Idee, eine Seilbahn in den Alpstein zu bauen, die energetisch unabhängig mit Solarstrom betrieben werden kann. Viele hielten ihn für einen Spinner und stempelten das Projekt als nicht realisierbar ab. Doch Lüchinger blieb hartnäckig und suchte sich Leute, die ihm halfen, seine Vision zu verwirklichen.

Einer davon ist Peter Schibli, Geschäftsführer der Heizplan AG in Gams. Er entwickelte mit seinen Leuten die Verkleidung der Tal- und Bergstation der neuen Staubern-Seilbahn, die gleichzeitig die Sonnenenergie in Strom umwandelt.

«Die Familie Lüchinger denkt ähnlich wie wir»

«Wir sind seit Ende 2016 ins Projekt involviert», erzählt Schibli. «Daniel Lüchinger kam mit seiner Vision zu uns und wir durften die passende Technik dazu entwickeln.» Gleichzeitig spielte die Ästhetik eine wichtige Rolle. «Daniel Lüchinger hatte eine klare Vorstellung, wie die Stationen aussehen sollen.» Rund 200 Stunden investierte die Heizplan AG in die minutiöse Planung. Gemeinsam mit dem Hersteller und Daniel Lüchinger wurden exklusive Solarpanels entwickelt, bei denen man von aussen nicht auf den ersten Blick sieht, dass es Solarpanels sind. Wichtige Faktoren waren auch die Statik und die Windlast. Die Panels sind aus dickem Glas, je rund 1,6 mal 1 Meter gross und mit 35 Kilogramm fast doppelt so schwer wie Standard-Modelle. Das wiederum setzte eine spezielle Aufhängung voraus, die auf der Rückseite befestigt ist, da von aussen keine Schrauben oder Ähnliches sichtbar sein sollten. «Die Technik hat sich der Ästhetik nicht unterworfen, aber sie hat sich angepasst», so der Geschäftsführer.

Rund 200 Panels wurden alleine für die Talstation angefertigt. Viele davon haben Spezialformen aufgrund der schiefen Bauweise des Objekts. «Bei der Montage war grosse Sorgfalt gefragt, da mit Maschinen und Gerüsten rundherum Gefahren für die heiklen Panels lauerten», so Schibli. Er findet es bewundernswert, wie viel Herzblut Lüchingers in dieses Projekt stecken. «Da kann man nur Danke sagen.» Mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ebenso wie er selber im «Energiefieber» leben, sei eine grosse Freude. «Die Familie Lüchinger denkt ähnlich wie wir, auch wir sind ein Familienunternehmen.» Eine besondere Genugtuung ist für Peter Schibli, dass die Talstation so herausgekommen ist, wie Daniel Lüchinger sie sich vorgestellt hatte. Die Ausstrahlung dieses Objekts sei phänomenal. Es sehe aus wie ein Kristall und produziere gleichzeitig Energie. «Ein solches Projekt realisieren zu dürfen, ist ein Highlight. Es freute mich, mich für eine gute Lösung hineinzuknien.»

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch