Zürichsee hat dreimal mehr Nährstoffe als der Bodensee

OSTSCHWEIZ. Die Berufsfischer am Zürichsee haben im vergangenen Jahr dicke Fische an Land gezogen. Mit 258 Tonnen war der Ertrag überdurchschnittlich hoch. Im Gegensatz dazu bangen die Bodensee-Fischer um ihre Existenz. Ursache ist der viel höhere Nährstoffgehalt des Zürichsees.

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OSTSCHWEIZ. Die Berufsfischer am Zürichsee haben im vergangenen Jahr dicke Fische an Land gezogen. Mit 258 Tonnen war der Ertrag überdurchschnittlich hoch. Im Gegensatz dazu bangen die Bodensee-Fischer um ihre Existenz. Ursache ist der viel höhere Nährstoffgehalt des Zürichsees.

In den vergangenen zehn Jahren gingen den Zürichsee-Fischern zwischen 185 und 325 Tonnen Fische pro Jahr ins Netz. Ursache für den konstant schwankenden, relativ hohen Fangertrag sei der etwas höhere Phosphorgehalt im Zürichsee, sagte Andreas Hertig, Adjunkt Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich. Dieser schwanke je nach Seeregion zwischen 10 und 20 Mikrogramm pro Liter Wasser.

Ganz anders am Bodensee. Dort liegt der Phosphorgehalt lediglich bei 6 Mikrogramm pro Liter Wasser, dreimal tiefer als im Zürichsee. Die Berufsfischer klagen seit Jahren über sinkende Erträge, viele fürchten um ihre Existenz. Die Bodensee-Berufsfischerverbände der Schweiz, von Österreich und Deutschland haben eine Petition gestartet unter dem Titel «ein Juwel verhungert – rettet den Bodensee». Sie fordern, dass der Phosphorgehalt von 6 auf 14 Mikrogramm angehoben werden soll, indem in den Kläranlagen weniger Phosphat ausgefällt wird. (sda)